Arco del Coronadero / 8.4.2017


Juan Grande. Als einziger Fahrgast steige ich hier aus. Kein Wunder, denn hier gibt's eigentlich nichts viel zu sehen. Touristen fahren hier nur durch. Um zum Ausgangspunkt meiner Wanderung zu gelangen, muss ich ein Stück auf der Carretera General del Sur (GC-500) gehen. Da die Autobahn parallel verläuft, ist hier nur wenig Verkehr. Ich passiere eine mit Plastik verhüllte Gemüse- oder Obstplantage, ob darin überhaupt noch etwas wächst, kann ich nicht eruieren. Dann eine lange Gerade mit Blick aufs Meer. Nach 2 km biege ich rechts ab, unterquere die Autobahn und komme auf eine staubige Schotterpiste. Zu meiner Überraschung sehe ich hier die erste Steinmarkierung, sonst gibt's keine Hinweise auf einen Wanderweg.

Das riesige Schotterwerk lasse ich rechter Hand liegen und folge dem anfangs noch breiten Fahrweg, der wenig später in eine kaum erkennbaren Pfad übergeht. Beim Blick auf mein GPS wird mir aber bald klar, dass ich den Einstieg zum Barranco Hondo de Amurga weiter unten übersehen habe. Ich bin schon viel zu hoch und kann in den Barranco bereits hinuntersehen. Dort schlängelt sich der schmaler Pfad am Grund der Schlucht dahin, hier abzusteigen wäre nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich. Also folge ich dem mit Steinen ganz gut markierten Weg bergwärts bis zum Arco del Corodanero. Es handelt sich dabei um den größten Felsbogen der Insel. Auf den luftigen Überstieg verzichte ich, da genieße ich lieber sitzend meine Jause. 

Anschließend steige ich auf einem steilen Pfad zum Barranco ab. Die einzige etwas schwierigere Stelle befindet sich im unteren Drittel, einige Felsen die mit Unterstützung der Hände aber problemlos zu überwinden sind.

Anschließend geht es vergleichsweise gemütlich weiter. Das Tal wird langsam wieder breiter, die Felswände niedriger. Der spannendste Abschnitt steht mir aber noch bevor. Ein 170 m langer Tunnel, der eine Verbindung zum Barranco de La Monta herstellt. Normalerweise fließt dort das Wasser um einen kleinen Stausee unterhalb zu füllen, heute ist der Bach aber ausgetrocknet. Da ich das Ende des etwa 1,5 m niedrigen Tunnels sehen kann, wage ich den Durchgang. In gebückter Haltung gehe ich zügig im Schein der Handytaschenlampe durch den Berg und bin froh, nach einigen Minuten wieder in der Sonne zu stehen.

Hier ändert sich die Landschaft. Der Barranco ist wesentlich breiter und endet bald im nur teilweise gefüllten Stausee Presa de la Monta. Auf einer staubigen Straße gehe ich weiter, passiere wieder die Autobahn und eine weitere Straße, bis ich beim kleinen Flugplatz das Meer erreiche. Entlang der Küste marschiere ich zur Unterkunft zurück. 

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