Ein zeitloser Herbsttag / 19.10.2026

Die Wettervorhersage kündigt zwei sonnige Tage an – es ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit in diesem Jahr, um eine Zweitagestour zu unternehmen. Ein Schlafplatz ist schnell gefunden und auch die Bahn- und Busverbindungen passen.

Bei bedecktem Himmel steige ich um 10:33 Uhr in Wörschach aus dem Zug. Mein Tagesziel liegt etwa 4½ Stunden Gehzeit entfernt, ich habe also viel Zeit.

Nach einer halben Stunde komme ich zur Klamm, die über Holzstege und -stiegen einfach zu durchsteigen ist. Besonders beeindruckend habe ich sie allerdings nicht empfunden. Danach gehe ich in Richtung Bärenfeuchtalm weiter.

Der Weg ist zwar gut markiert, stellenweise aber kaum zu sehen. Manchmal frage ich mich, wann hier das letzte Mal jemand gegangen ist. Wahrscheinlich war es der Hirsch, dessen Röhren ich aus der Ferne mehrmals hören kann.

Nach einer langen Pause – ich habe ja viel Zeit – steige ich zum Bärenfeuchtmölbing auf. Der Weg ist ziemlich steil, was den Vorteil hat, dass ich rasch an Höhe gewinne. Der Gipfel bietet dann gleich zwei Besonderheiten: erstens eine Sitzbank und zweitens eine exzellente Aussicht.

Nächstes Zwischenziel ist die Schneehitzalm, zu der ich über den aussichtsreichen Kammweg absteige. Nach einer letzten Trinkpause gehe ich zum Langpoltner Klamml weiter. Hier zweige ich auf den Grazer Steig zur Hochmölbinghütte ab.

Mittlerweile steht die Sonne schon tief und über die Täler hat sich wieder eine Nebeldecke gelegt, auf die ich – gleichsam aus der Vogelperspektive – hinunterblicken kann. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man dann auch noch beim „Gottseidank-Bankerl“ den Sonnenuntergang erleben darf.

Zwanzig Minuten später komme ich zur Niederhüttenalm. Schon aus der Ferne sehe ich ein Licht in der Stube brennen. Ich freue mich auf das Abendessen und einen gemütlichen Hüttenabend.

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