Etwa 1.350 Höhenmeter liegen vor mir – also kein Spaziergang. Ohne nennenswerten Höhengewinn gehe ich zuerst entlang des Offensees bis zu einer kleinen Brücke, die über einen derzeit wasserlosen Bach führt. Ab hier beginnt der eigentliche Anstieg.
Da ich meine Kräfte einteilen muss, drossle ich das Tempo und steige gleichmäßig bis zur Abzweigung des unmarkierten Steiges kurz vor der Rinnerhütte auf. Nach einer kurzen Trinkpause gehe ich weiter. Der Wegverlauf ist gut zu sehen, auch eine gelbe Markierung gibt es fallweise. Beim Blick nach oben könnte man den Eindruck gewinnen, dass bald die ersten Kletterpassagen kommen. Ein Irrtum, zum Glück! Denn der Steig schlängelt sich geschickt zwischen den Felsen und kurzen grasigen Abschnitten in die Höhe.
Auf etwa 1.900 Metern Höhe ändert sich die Landschaft. Fast flach gehe ich – immer das imposante Kreuz im Blick – die letzten Meter zum Gipfel hinauf. Nach 4¼ Stunden erreiche ich den höchsten Punkt. Die Aussicht ist hervorragend, die Gipfeljause ebenso.
Beim Abstieg nehme ich den Normalweg und mache noch einen Abstecher zum Wildensee. Ohne lange zu zögern, springe ich in das 16 Grad kalte Wasser und schwimme eine kleine Runde – einfach herrlich!
Erfrischt beginne ich dann den langen Abstieg ins Tal. Leider geht sich die Einkehr bei der Rinnerhütte diesmal nicht mehr aus, dafür ist mein Zeitplan zu straff. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil bei Touren mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
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