Am weiten Kirchfeld / 20.10.2026

Nach einer ruhigen Nacht alleine im Zweierzimmer und einem ausgiebigen Frühstück verlasse ich die gastliche Hütte. Vielleicht komme ich im Winter wieder.

Stichwort Winter: Genauso wie im Jänner gehe ich zuerst auf das weite Kirchfeld hinauf. Ich möchte mir das Seelein ansehen, in dessen Wasser – sofern es nicht ausgetrocknet ist – sich der Kleinmölbing spiegeln soll. Und ich habe Glück: In der Lacke ist noch genug Wasser, um ein schönes Foto zu machen.

Dann gehe ich weiter und folge noch ein Stück dem Weg zum Kleinmölbing, biege aber bald nach links ab. Es ist der Rundweg, der wieder zur Hochmölbinghütte führt. Nach 600 Metern verlasse ich jedoch den Pfad und wandere über weite Wiesen langsam zur Sumperalm hinunter. Beeindruckt von der Weite der Landschaft, den verfärbten Lärchen und den fernen Gipfeln bleibe ich immer wieder stehen – nur um zu schauen, zu staunen und viel zu viele Fotos zu machen.

Beim Abstieg zum Grimmingboden ändert sich die Landschaft. Es wird wieder enger; der Almkogel, das Hirscheck und die Kleine Scheibe rücken ins Blickfeld. Am tiefsten Punkt treffe ich einen Wanderer, der vom Gnanitztal aufgestiegen ist. Wir unterhalten uns kurz und gehen dann getrennte Wege weiter. Es bleibt meine einzige Begegnung an diesem Tag.

Am Ende des Grimmingbodens steigt der Weg wieder an. Bis zur Türkenkarscharte sind es etwa 250 Höhenmeter, ab dort geht es nur mehr bergab hinunter ins Stodertal. Und wieder wandelt sich das Landschaftsbild – diesmal genau an der Landesgrenze. Oberösterreich empfängt mich mit einem Panoramablick von der Spitzmauer bis zum Großen Priel. Richtig kitschig, aber trotzdem wunderschön.

Diese Aussicht begleitet mich nun bis ins Tal, wo ich meine Zweitageswanderung vom Ennstal ins Stodertal bei der Bushaltestelle "Parkplatz Bärenalm" beende.

Bilder