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Braunberg / 7.2.2023

Letzten Herbst habe ich meine schon traditionelle Braunbergrunde ausgelassen. Dafür gibt's heuer eine Winterwanderung. Ich beginne wie üblich bei der Bahnstation in Kefermarkt. Der erste Fixpunkt ist der örtliche Spar (Jausenkauf) und die Kirche (Flügelaltar). Nach einem Foto vom Schloss Weinberg betrete ich den Wald, wo ich auf die ersten Schneeflecken treffe.

Erste Pause am Buchberg. Hier ist windgeschützt und sonnig, Sitzbänke sind auch vorhanden, ein Luxusrastplatz. Gestärkt gehe ich weiter.

Bald verlasse ich den Waldes und gehe über offenes Gelände in Richtung Grensberg. "Die Sonne hat schon Kraft", bestätigt mir eine Landwirtin, die gerade vor dem Hof arbeitet. Recht hat sie, und ich verstaue die warme Jacke im Rucksack.

Nach einem kurzen Stück auf der Straße biege ich in Vorholz wieder auf den ausgetretenen Wanderweg ab. Obwohl es griffig ist, sind Stöcke von Vorteil.

Langsam nähere ich mich nun der Braunberghütte, die ich kurz nach Mittag erreiche. Ich mache es mir auf der windgeschützten Bank bequem und lasse mir die Jause schmecken. In der Ferne ist das Geräusch eine Motorsäge zu hören, aber sonst ist es hier vollkommen ruhig. So ruhig, dass ich fast die Zeit übersehen hätte.

ÖBB-Station - 2 Stunden steht auf dem Wegweiser neben der Hütte. Das sollte sich ausgehen. Zuerst durch Wald, dann über weite Wiesen komme ich nach Lasberg. Der Schnee wird hier wieder weniger und bei der neu gestalteten Bahnstation ist vom Winter kaum mehr etwas zu sehen.

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Braunberg / 9.11.2021

 
Nebel in Linz, Sonne in Kefermarkt. Da steige ich gerne aus dem warmen Zug. Mein erstes Ziel ist das Lebensmittelgeschäft, wo ich mich ausreichend mit einer Jause eindecke.

Nach dem Besuch der Kirche (neuer Vorplatz!) gehe ich zum Schloss Weinberg, wo ich wie immer das gleiche Foto mache. Vielleicht sollte ich dieses Motiv einmal von einer anderen Perspektive betrachten.

Beim Studium der Landkarte stelle ich fest, dass ich bis zum Braunberg am E8 gehe. Ob dieser Fernwanderweg jemals durchgehend begehbar sein wird, bezweifle ich aber. Derzeit endet er an der polnisch-ukrainischen Grenze. Mir reicht jedenfalls der kurze, dafür sehr schönen Abschnitt bis zur geschlossenen Braunberghütte.

Freundlicherweise hat der Hüttenwirt noch einige Bänke stehen lassen. In Kombination mit der Mittagssonne ergibt sich so ein perfekter Rastplatz. Die Berge vom Ötscher bis zum Traunstein sind, obwohl es etwas diesig ist, gut zu erkennen. Und langsam lichten sich jetzt auch die Nebel im Flachland.

Mit viel Zeitreserve im Gepäck gehe ich nach Lasberg weiter. Auf halbem Weg verleitet mich eine windgeschützte Rastbank zu einer kurzen Pause. Ein Landwirt zieht mit einem Gülletankanhänger vor mir seine Runden. Doch der Wind steht günstig. Bis auf einige kurze Brisen bleibe ich verschont.

In Lasberg ist um diese Zeit nicht viel los, so wie in jeder kleinen Gemeinde. Auf den Straßen verkehren vorwiegend Lastwagen, anscheinend wird hier viel gebaut. Gelegentlich auch noch ein Autobus, der die verstreuten Ortschaften in der Gegend abklappert.

Bei meinem Eintreffen ist die kleine Bahnstation Lasberg - St. Oswald verwaist. Ich bin wieder einmal der einzige Fahrgast, der hier einsteigt. Kurz darauf tönt aus dem Lautsprecher die Stimme von Chris Lohner, die das baldige Einfahren des Zuges ankündigt. Eine skurrile Situation.

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Grenzerfahrung / 6.7.2021

Heute beginne ich meine Radtour im Summerau. Für den kleinen Ort gibt es hier einen viel zu großen Bahnhof. Der Grund ist aber einfach erklärt. Es ist ein wichtiger Grenzbahnhof zu Tschechien und die vielen Güterzüge benötigen eben viel Platz. Und der ist hier ausreichend vorhanden. Die Gegend ist dünn besiedelt, was ich bei meiner Fahrt bald merken werde.

Gleich beim Bahnhof biege ich auf den R5 ein, dem ich nun in westlicher Richtung fast bis Haslach folge. Der Radweg ist wie üblich gut beschildert und meidet wenn möglich die Hauptstraßen. Ab Bad Leonfelden ist aber ohnehin kaum mehr ein Verkehr vorhanden.

Zur Mittagszeit komme ich nach Guglwald. Hier befindet sich nicht nur ein offener Grenzübergang zu Tschechien, sondern auch das sehenswerte Mahnmal Eiserner Vorhang. In Ruhe lese ich die Texte auf den Schautafeln. Das ist Geschichtsunterricht hautnah.

Jetzt geht es wieder einmal bergab, aber bald kommt der nächste Anstieg, diesmal nach Afiesl. Überhaupt ist der Radweg von vielen Steigungen geprägt, was sich natürlich auf die Reichweite meines E-Bikes auswirkt. Da kommt die lange Abfahrt nach Haslach wie gerufen.

Meinen ursprünglichen Plan - entlang der Kl. Mühl bis zur Donau - ändere ich, da der Donauradweg nach wie vor wegen eines Felssturzes gesperrt ist. Statt dessen folge ich der Gr. Mühl. Leicht bergab radle ich so dahin, bis mein Fortkommen durch einen unpassierbaren Windwurf kurz nach der Iglmühle gestoppt wird. Jetzt "darf" ich die lange Steigung nach St. Peter am Wimberg nehmen. Die Reichweitenanzeige geht nun rasch zurück. Dann endlich wieder begab, aber der Weg bis zur Donau ist länger als erwartet.

Ich erreiche Aschach, nur mehr ein Balken auf der fünfteiligen Anzeige scheint auf (also noch Strom für etwa 30 km). Das sollte sich knapp ausgehen. Trotzdem verzichte ich bis Wilhering auf die elektrische Unterstützung im Wissen, dass ganz zum Schluss noch eine etwas längere Steigung auf mich wartet. Und es geht sich dann doch noch aus. Mit einer restlichen Reichweite von 5 km komme ich zu Hause an, auch eine Art von Grenzerfahrung.

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Braunberg Ostgipfel / 27.12.2020

Langsam wird es nun winterlich. Zum Skifahren abseits der Piste reicht der Schnee aber noch nicht. Abgesehen davon ist derzeit ohnedies Zurückhaltung geboten. Eine ungefährliche Wanderung im Mühlviertel erscheint mir da genau das Richtige zu sein.

Nach einer kurzen Anfahrt steige ich bei -10° in Weinberg aus dem Auto. Die vorsorglich mitgenommenen Schneeschuhe lasse ich beim Blick auf die Landschaft gleich im Kofferraum liegen. Ich mache ein paar Fotos, dann gehe ich zügig durch den Wald nach Grieb hinauf, wo ich erstmals die wärmende Sonne spüre.

Nach einem kurzen Waldstück stehe ich vor der Aussichtswarte am Buchberg, die auch im Winter offen ist. Sogar der Kühlschrank rechts vom Eingang ist mit kühlen Getränken gut gefüllt. Ein Wasserkocher mit Teebeutel wäre derzeit aber ein besseres Geschäft.

Bis hierher bin ich am 170er gegangen, den ich aber jetzt verlasse. In einem weiten Bogen - man könnte auch Umweg dazu sagen - gehe ich am Weg La9 nach Witzelsberg. Dort beginnt der "anspruchsvolle" Teil der Wanderung, der steile Aufstieg zum Braunberg Ostgipfel. Nach zehn Minuten stehe ich alleine auf 912 m Höhe. Die Aussicht ist auf Grund der Bäume ziemlich eingeschränkt, typisch für einen Gipfel unterhalb der Waldgrenze.

Bei der Braunberghütte (im Winter geschlossen) sieht man schon mehr. Nur der Wind ist hier etwas unangenehm. Ich verlege daher meine Mittagsrast etwas nach unten. Am Waldrand entdecke ich eine sonnige Bank mit schöner Aussicht auf Lasberg. Mit dem Gaskocher bereite ich mir eine heiße Nudelsuppe, was ganz gut klappt. Nur der anschließende Kaffee fällt der wackeligen Bank zum Opfer. Soll nichts Schlimmeres passieren.

Anschließend gehe ich über Punkendorf östlich an Lasberg vorbei und auf einem schönen, sonnigen Wanderweg nach Weinberg zurück.

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