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Es reicht / 27.2.2026

Bei den aktuell viel zu milden Temperaturen kann man dem Schnee direkt beim Schmelzen zusehen. Trotzdem gebe ich das Schifahren noch nicht auf und fahre mit Bim, Bahn und Bus zur Landesgrenze. Es ist sehr angenehm eine Schitour ohne Parkplatzsorgen zu beginnen.

Obwohl es vor einigen Tagen geschneit hat, ist die Schneedecke schon sehr dürftig, der Boden ist einfach schon zu warm. Warm ist es auch bei der Hintersteineralm. Kurzärmelig lässt es sich aber gut aushalten. Trotzdem bin ich froh, dass ich im Kerngraben im Schatten gehen kann.

Weiter oben lichtet sich der Wald und der imposante Wiederlechnerstein rückt immer mehr ins Blickfeld. Die Gegend gefällt mir und auch die Aufstiegsspur weist eine angenehme Steigung auf.

Nach knapp 3½ Stunden erreiche ich das Frauenkar, für mich heute der höchste Punkt. Dass ich vor 16 Jahren hier noch weiter in Richtung Warscheneck aufgestiegen bin, wundert mich heute noch.

Ins Tal hinunter geht es nun wesentlich schneller, daran kann auch der kurze Gegenanstieg zum Linzerhaus nichts ändern. In Anbetracht des schweren Schnees reicht es mir jetzt mit den harten Schuhen und dem schweren Rucksack in die Berge zu gehen.

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Übers Kirchfeld zur Sumperalm / 22.1.2026


Ich habe wieder eine angenehme Nacht im gut beheizten Zimmer Nr. 2 verbracht, unterbrochen nur durch einen kurzen Fototermin. Den nächtlichen Blick aus dem Fenster zu den Sternen musste ich einfach im Bild festhalten.

Ursprünglich wollte ich heute den Kleinmölbing besteigen. Da aber der schöne Gipfelhang schon einige apere Stellen aufweist, habe ich mich bereits gestern für eine Schiwanderung übers Kirchfeld zur Sumperalm entschieden.

Nach dem Frühstück gehe ich los, diesmal von Beginn an in der Sonne. Auch der Wind hält sich heute vornehm zurück, was sich auf der baumlosen Hochfläche des Kirchfeldes angenehm bemerkbar macht. Trotzdem gehe ich nicht hinauf bis zum Windloch, sondern biege an einer günstigen Stelle links in Richtung Südwesten ab.

Mit einem wunderbarer Ausblick nach allen Richtungen gleite ich leicht bergab zur Sumperalm, ein idealer Platz für die Mittagsrast. Die anschließende Querung zur Hochmölbinghütte habe ich mir allerdings einfacher vorgestellt.

Anfangs ist der Hang ein wenig vereist und unangenehm zu queren. Später im Wald ist es dann etwas besser, aber immer noch mühsam. Vielleicht hätte ich diese Passage doch mit fixierter Bindung und ohne Felle befahren sollen. Aber ich wollte mir das nochmalige Auffellen beim Gegenanstieg zum "Gottseidank Bankerl" ersparen. Rückblickend war das ein Sparen am falschen Ort.

Eine Abfahrt am Grazer Steig ist wie erwartet kaum möglich. Hier ist der Schneemangel offensichtlich und stellenweise ist sogar Schitragen die einfachere Art der Fortbewegung. Besser wird es erst ab der Langpoltenalm, wo ich auf die Forststraße treffe und auf dieser bis zum Parkplatz ohne Steinkontakt abfahren kann.

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Die erste Spur / 21.1.2026

Nach einer ruhigen Nacht (kein Wunder, ich bin ja der einzige Gast) und einem ausgiebigen Frühstück verlasse ich die warme Hütte. Es ist klirrend kalt und ich beginne mit einer halbstündigen Schattenwanderung zur Liezenerhütte, wo ich endlich in den Genuss der ersten Sonnenstrahlen komme. Jetzt kann ich mich auch von einem Paar der Handschuhe trennen, die doppelte Schicht hat leider wenig genutzt.

Als Entschädigung für die bisherige Kältetherapie gehe ich windgschützt durch das wunderbare Goldbachtal bis ich feststelle, dass ich einen Rechtsbogen machen sollte. Mein anvisierter Gipfel liegt nämlich östlich ziemlich "abseits vom Schuss".

Den Wörschacher Schafberg kann man nicht als Modeberg bezeichnen, schon gar nicht im Winter. Und genau dort will ich hin. Aber was ist so besonders auf diesem Gipfel? Eigentlich nichts, abgesehen vom langen Zustieg, der Abgeschiedenheit und dem Fehlen einer Abfahrt. Dass diese Attribute kaum jemand ansprechen, wird mir beim Aufstieg bald klar. Weit und breit ist keine Spur zu sehen. Vermutlich bin ich heuer der Erste, der hier eine Spur legt und im Winter am Gipfel steht.

Mit etwas Glück gelingt mir ein Selbstauslöserfoto mit Hilfe eines Ministativs (befestigt am Schistock), der Beweis meiner Anwesenheit, denn das Gipfelbuch grabe ich nicht aus.

Für die Mittagsrast suche ich mir aber einen besseren, vor allem windgeschützten Platz. Der befindet sich bei der 100 Meter tiefer liegenden Steinfeldalm, ein unbeschreiblich schöner Ort. Hier ist es windstill und fast ruhig, würde nicht ein Flieger (Eurofighter?) gelegentlich die Ruhe stören. Diese "Störung" relativiert sich aber beim Gedanken, dass viele Menschen froh wären, wenn sie nur einmal am Tag ein übendes Kampfflugzeug hören würden.

Beim Rückweg folge ich meist meiner Spur vom Vormittag, nur beim Goldbach halte ich mich genau an die Wintermarkierung. Zum Abschluss mache ich noch eine kleine Runde am weiten Kirchfeld, das mir um diese Zeit alleine gehört. Die Gegend werde ich mir am nächsten Tag noch etwas genauer ansehen.

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Wörschacher Raidling / 20.1.2026

Ein stabiles Hochdruckgebiet hat sich über Österreich festgesetzt. Das passt gut zu meinem Plan, die Gegend um die Hochmölbinghütte im Winter zu erkunden.

Die immer noch sehr dürftige Schneelage hat zumindest einen Vorteil. Die Auffahrt auf der schmalen und stellenweise steilen Straße zum Winterparkplatz auf dem Wörschachberg ist ohne Ketten möglich. Aber am Ende der geräumten Straße sollte sich das Bild rasch ändern. Eine wunderbare Winterlandschaft breitet sich vor mir aus.

Eine Zeitlang dominiert nun der Hochtausing das Bild, zuerst die sonnenbeschienene Südseite, später die schattige Nordseite. Schattig ist auch der Abschnitt bis zum Langpoltner Klamml, wo ich auf den schmalen Grazer Steig treffe.

Ich kenne die jetzt folgende Querung und seine Tücken und montiere gleich am Beginn die Harscheisen an die Schi. Eine gute Entscheidung, denn so kann ich die wenigen vereisten Stellen wie auf Schienen bewältigen. Zur Klarstellung: der Steig ist nicht ausgesetzt und auch nicht besonders steil, aber Ausrutschen kann trotzdem unangenehm sein.

Beim "Gottseidank Bankerl" macht der Steig eine scharfe Rechtskurve und führt ab nun leicht bergab bis zur Hochmölbinghütte. Ich bleibe aber am breiten Rücken und gehe noch zum Gipfel des Raidling hinauf.

Da ich nicht mehr ins Tal abfahren muss, geht sich heute eine lange Gipfelrast aus. Ich genieße die schöne Aussicht, esse den letzten Rest meiner Jause und beginne nach einer Stunde mit der Abfahrt zur Hochmölbinghütte. Auf Grund der geringen Schneehöhe und der vielen Spuren hält sich das Abfahrtsvergnügen aber heute in Grenzen.

Um halb vier komme ich zur bereits im Schatten liegenden Hütte. Es ist empfindlich kalt und ich freue mich auf mein warmes Zimmer und einen ruhigen Abend.

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Probeabfahrt / 17.1.2026


Seit dem Bindungsbruch vom März 2025 habe ich keine Schitour mehr unternommen. Es ist also an der Zeit zu prüfen, ob nach der Reparatur die volle Funktion auch im Gelände wieder gegeben ist. Dabei wäre es natürlich günstig, dies nicht in der absoluten Einsamkeit bei einer Mehrtagestour zu machen. Also wähle ich diesmal einen gut besuchten Gipfel im Gebiet der Wurzeralm, den Gscheidriedel.

Ausgangspunkt ist wieder einmal die Busstation an der Landesgrenze. Bereits nach wenigen Metern beginnt die Aufstiegsspur zur Hintersteineralm, die um diese Tageszeit schon in der Sonne liegt. Das späte Weggehen hat auch Vorteile.

Gemütlich gehe ich zuerst über den flachen Almboden und anschließend mäßig ansteigend zur Hasneralm, ein guter Platz für die erste Trinkpause. Ab nun wird es zwar etwas steiler, der Höhengewinn bleibt aber dennoch überschaubar. Erst bei den letzten Metern zum Gipfel sollte man die Spitzkehrentechnik in Grundzügen beherrschen.

Nach einer kurzen Rast bereite ich mich fürs Abfahren vor. Ich schließe die Schuhe, hänge mir den Rucksack um und steige in die Bindung. Es macht kurz "Klick" und die Schuhe sind fest am Schi fixiert. So soll es sein.

Die anschließende Abfahrt über die Gameringalm und durch den vereisten Gipsgraben verläuft problemlos, ebenso wie die entspannte Rückfahrt mit Bus und Bahn nach Linz.

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Glück im Unglück / 5.3.2025


Es ist kurz vor halb sieben. Ich öffne das Fenster und lasse die kühle Gebirgsluft ins Zimmer. Es ist ein schöner Anblick, wenn die Sonne langsam im Osten aufgeht.

Nach einem langen Frühstück zahle ich meine Rechnung, packe den Rucksack und bereite mich für die Abfahrt vor. Mein erstes Ziel ist das Oberfeld und von dort möchte ich zum Heilbronner Kreuz wandern. Dann zurück zur Piste und auf dieser ins Tal ..... soweit der Plan.

Um 9:30 fahre ich los. Nach 100 Meter habe ich das Gefühl, dass die Bindung nicht ganz zu ist und bleibe stehen. Ich schaue hinunter auf die Schi und traue meinen Augen nicht. Der linke Hinterbacken ist in zwei Teile gebrochen. Nach einer Schreckminute überlege ich, welche Optionen ich jetzt habe. Zurück zur Simonyhütte und Bindung reparieren scheidet mangels Ersatzteil aus. Die Bergrettung anrufen würde ich nur im Notfall. Also bleibt nur die Variante "Schiwanderung zum Oberfeld" mit offener Bindung übrig.

Eine neue Erfahrung: im Aufstiegsmodus einen steilen leicht vereisten Hang abzurutschen ist kein Vergnügen. Dann wird es flacher, der Puls normalisiert sich und ich erreiche sturzfrei die breite Skidoospur. Die größte Schwierigkeit liegt nun hinter mir, denn der Schiweg zum Oberfeld ist ohnehin mehr eine Wanderung als Abfahrt. Hier gleich mit den Fellen zu gehen ist kein großer Nachteil.

Gegen Mittag habe ich es geschafft, die Talstation der Sektion III liegt vor mir. Auf den Abstecher zum Heilbronner Kreuz verzichte ich natürlich. Stattdessen gönne ich mir eine lange Pause. Dann fahre ich mit der Seilbahn auf den Krippenstein, gehe zum Aussichtspunkt mit der Welterbespirale an und schwebe anschließend zur Talstation hinunter.

Rückblickend betrachtet gibt es wesentlich ungünstigere Orte und Augenblicke für einen Bindungsbruch. So gesehen war es die beste unter den schlechten Möglichkeiten.

Mittlerweile funktioniert die Bindung wieder. Ein großes Dankeschön an Herrn Dietmar Klammer vom bergwerk Mountain Store.

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Schöberl / 4.3.2025

Ich denke dabei nicht an die Suppeneinlage, sondern an den markanten Berg bei der Simonyhütte. Besonders spektakulär präsentiert sich das Schöberl bei Sonnenaufgang. Dass ich dafür eine Stunde vor dem Frühstück das warme Bett verlassen muss, ist aber der einzige Nachteil. Umso besser schmeckt dann der heiße Kaffee in der gemütlichen Gaststube.

Kurz vor 9 Uhr gehe ich los. Ich möchte heute zur Seethalerhütte aufsteigen. Da ich mich alleine auf einem Gletscher bewege ist es sehr angenehm auf einer sicheren Ratracspur gehen zu können.

Gegen Mittag komme ich zur Hütte. Der Pächter ist gerade mit der Wasserversorgung beschäftigt, aber sonst ist es ruhig. Mit Blick zur imposanten Dachsteinsüdwand genieße ich mein Jausenbrot und den mittlerweile nur mehr lauwarmen Tee. Ich freue mich schon auf die Abfahrt auf der frisch präparierten "Piste" über den Hallstätter Gletscher.

Die folgenden drei Kilometer Abfahrtsgenuss vergehen leider viel zu schnell. Da hilft nur mehr eines: Felle aufziehen und nochmals aufsteigen. Bis zur Seethalerhütte ist es mir aber zu weit. Etwas näher liegt die Steinerscharte, ein lohnender Abstecher, der nur zum Schluss etwas steiler und im freien Gelände verläuft. Der Lohn für die Mühe ist ein herrlicher Blick auf den Gosaugletscher und eine kurze Pulverschneeabfahrt bis zur "Piste".

Vergleichsweise gemütlich geht es dann bis zum Schöberl hinunter, wo ich wie beim Aufstieg die Schi abschnalle um eine kurzes felsiges Stück belagschonend zu passieren.

Kurz vor 16 Uhr bin ich wieder beim Ausgangspunkt. Gerade noch rechtzeitig um die Dachsteinkapelle im Nachmittagslicht fotografieren zu können. Um 18 Uhr wird das Abendessen für uns (5 Gäste) serviert. Und obwohl heute Faschingsdienstag ist, herrscht eine angenehme Ruhe in der Unterkunft. Lediglich das Pfeifen des Windes ist manchmal zu hören.

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Tauplitz - Gr. Tragl / 5.2.2025

Auch heute beginne ich wieder mit einer Abfahrt, diesmal aber nur bis zu den Steirerseehütten, wo ich in den Aufstiegsmodus wechsle. Neben den Fellen montiere ich auch gleich die Harscheisen, da der Schnee trotz der Sonneneinstrahlung noch sehr hart ist. Eine gute Entscheidung, wie sich bei der ersten Spitzkehre herausstellt.

Es folgt eine Querung mit schönem Blick zum Sturzhahn und anschließend eine kurze Felsstufe, wo ich die Schi kurz abschnalle. Dann wird es flacher. Auf den Landkarten scheint dieser Abschnitt mit der Bezeichnung "In den Karen" auf. Hier ist auf Grund einiger Dolinen besondere Vorsicht geboten. Sofern man auf der markierten Spur bleibt, ist das Begehen des Kars ungefährlich. Bei schlechter Sicht sieht es aber anders aus, nämlich schlecht.

Am oberen Ende des Kars, dort wo es in einem langen Bogen nach links zum Traglhals geht, wird es ungemütlich. Der vorhergesagte böige Wind fegt hier ziemlich ungebremst den Gipfelhang herunter.

Nach 2½ Stunden erreiche ich den abgeblasenen Gipfel. Schnell mache ich einige Fotos und bereite mich für die Abfahrt vor. Eine längere Pause werde ich weiter unten einlegen.

Trotz der geringen Schneeauflage ist die Abfahrt besser als erwartet. Besonders der breite Gipfelhang ist gut zu befahren. Die beabsichtigte Rast mache ich schließlich erst ganz unten bei den Steirerseehütten. Hier habe ich alle heiklen Passagen hinter mir und ich kann entspannt meine Jause essen.

Beim Rückweg auf die Tauplitzalm werfe ich noch einen Blick in die kleine Bergkirche. Die tief stehende Nachmittagssonne in Kombination mit den färbigen Glasfenstern schafft eine ganz besondere Stimmung in dem eher nüchternen Kirchenraum.

Zum Abschluss komme ich noch in den Genuss einer langen Abfahrt auf der Piste bis zur Talststion der Mittereckbahn. Direkt bei der Bushaltestelle schwinge ich nach drei sturzfreien Tagen ab. Auf die Talabfahrt verzichte ich in Anbetracht der dürftigen Schneelage im Tal.

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Tauplitz - Rosskogel / 4.2.2025

Frühstück um 8 Uhr mit einem wunderbaren Blick zum Grimming. Ich lasse mir Zeit, zumal ich ja heute keine Anreise habe. Eine Stunde später beginne ich die Tour zum Almkogel mit einer Abfahrt zum Steirersee. Bei pistenähnlichen Verhältnissen schwinge ich locker zum gefrorenen See hinunter. Unten ist es spürbar kälter und die Akkuanzeige meiner Kamera wandert schnell in den roten Bereich. Schlecht für die Kamera, aber gut für das Eis.

Rasch überquere ich den im Schatten liegenden See. Am östlichen Ufer klebe ich die Felle auf die Schi und steige zum Schwarzensee auf. Dieser ist etwas kleiner und ebenfalls zugefroren. Die Eisdecke ist um diese Jahreszeit sicher sehr dick und stabil, trotzdem habe ich ein etwas ungutes Gefühl beim Überqueren des Sees.

Es folgt ein kurzer Anstieg zur Leistalm. Die drei Hütten passen perfekt in die Winterlandschaft mit dem Dachstein im Hintergrund. Ein schöner Rastplatz, aber zu früh für mich. Ich gehe weiter und bald kann ich den Almkogel sehen. Der ist aber noch weit weg, denke ich mir beim Blick auf die steile Südflanke.

Ich fahre ein Stück bergab und komme bei einer Almhütte vorbei, die sich für eine ausgedehnte Mittagsrast ideal eignen würde. Ich überlege kurz, gehe noch ein Stück weiter, drehe dann aber um. Zu verlockend ist es hier eine Stunde in der Sonne auf der Hüttenbank zu sitzen.

Mit dem Almkogel wird's heute also nichts. Als Alternative wartet aber schon der Roßkogel auf eine Besteigung. Ohne Eile steige ich in einer Stunde auf den Gipfel, der von der Aussicht dem Almkogel fast ebenbürtig ist. Und als unerwartete Draufgabe gelingen mir bei der nordseitigen Abfahrt sogar noch ein paar Schwünge im Pulverschnee.

Zufrieden trete ich den Rückweg über die beiden Seen und dem anschließenden Aufstieg zu den Steirerseehütten an. Im milden Nachmittagslicht erreiche ich um 16 Uhr das Tauplitzhaus.

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Tauplitz - Lawinenstein / 3.2.2025

Drei Stunden mit dem Zug von Linz nach Bad Mitterndorf können sich schon ziehen. Andererseits kann ich dabei bequem die Füße ausstrecken, aus dem Fenster schauen oder einfach nur die Augen schließen.

Die folgende kurze Wartezeit auf den Bus zur Tauplitzalm nütze ich um die Schischuhe anzuziehen und den Rucksackinhalt zu sortieren. Dann kommt auch schon der Bus und bringt mich in 25 Minuten vom Nebel in die Sonne. Ohne Gedanken um einen Parkplatz steige ich aus, schnalle die Schi an und gehe los.

Erstes Ziel ist der Lawinenstein. Da auf der Tauplitz, so wie auch in anderen Schigebieten, der Aufstieg auf der Piste nicht erlaubt ist, muss ich mich zuerst etwas umsehen. Zum Glück kommt gerade ein rüstiger Pensionist daher, der ebenfalls auf den Lawinenstein gehen will. Ich kann ihm gerne folgen, so seine Antwort auf meine Frage wegen der Spur. Allerdings bewegt sich der drahtige Mann in einer anderen Liga und ich verliere ihn bald aus den Augen.

Auf Grund der heute ausgezeichneten Sicht und der Übersichtlichkeit des Geländes finde ich aber auch ohne Hilfe auf den Berg. Für Nachahmer: die Aufstiegsspur führt links der Piste meist steil bis zur Bergstation des Sesselliftes hinauf.

Von dort gehe ich kurz bergab und dann auf der Trasse eines eingestellten Liftes mäßig steigend bis zum Gipfelkreuz auf
1965 m Höhe. Von hier kann ich einen Großteil des südlichen Toten Gebirges überblicken. Und wenn ich mich umdrehe, liegt der Dachstein vor mir. Der Lawinenstein ist ein phantastischer Aussichtsberg, für mich wieder eine Erstbesteigung.

Gerade noch mit freiem Auge erkennbar ist im Osten das Linzer Tauplitzhaus, mein Stützpunkt für die nächsten zwei Tage. Aber vorerst bewundere ich noch zwei Paragleiter, die ihre Runden um den Gipfel ziehen.

Nach einem Einkehrschwung in der nahen Kriemandlhütte fahre ich zum Hollhaus ab, felle dort nochmals an und gehe langsam zum Tauplitzhaus. Die Sonne steht schon tief als ich dort ankomme.

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Kein Gipfel / 25.1.2025

So wie vor drei Tagen steige ich wieder bei der Landesgrenze aus dem Bus, diesmal aber mit den Schiern in der Hand. Mein Ziel ist das Eiserne Bergl, mehr eine Winterwanderung als Schitour, aber mit der Möglichkeit einer Abfahrt auf der Piste zur Talstation der Wurzeralmbahn. Das geht aber nur, wenn man nicht zum Ausgangspunkt zurück muss.

Nach einer halben Stunde stehe ich vor der Hintersteineralm. Hier schaut es richtig winterlich aus, aber der Schein trügt. Die südlichen Hänge sind teilweise schon aper und es ist frühlingshaft warm.

Der weitere Aufstieg führt nun durch den schattigen Kerngraben und anschließend durch lichten Wald zur Burgstallalm. Nun taucht auch erstmals das Eiserne Bergl im Sichtbereich auf. Von früheren Touren weiß ich aber, dass es trotz der scheinbaren Nähe noch ein weiter Weg bis zum Gipfel ist.

Eine frische Spur erleichtert mir das Gehen durch das unübersichtliche Gelände an der Südseite des Berges. Trotzdem komme ich langsamer als erhofft voran, zumal immer mehr Latschen den direkten Aufstieg zum Gipfel erschweren. Etwa 90 Meter unterhalb des Gipfels versuche ich ohne Schi zum höchsten Punkt zu gelangen, was sich aber als äußerst mühsam und sinnlos herausstellt. Schließlich muss ich ja auch wieder hinunter gehen. Ich breche daher den Aufstieg auf 1864 m Höhe ab.

Die Abfahrt auf der Nordseite verdient nur teilweise die Bezeichnung Abfahrt, denn stellenweise geht es nur um ein möglichst materialschonendes Bezwingen des Latschengürtels. Aber egal, das Naturerlebnis überwiegt trotz der Mühen bei Weitem.

Die Abfahrt durch den Kerngraben ist zumindest im mittleren Teil ganz passabel, auch die Querung des Hintersteinerbaches ist heute problemlos möglich. Es folgt ein kurzer Aufstieg zur Gameringalm und von dort eine schöne Abfahrt auf der unpräparierten Piste ins Tal.

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Ein gelungener Beginn / 16.1.2025

So richtig ist der Winter noch nicht losgegangen, auch wenn es da und dort bereits schön weiß ausschaut Das ist aber vorwiegend Kosmetik, denn ein guter tragfähiger Untergrund fehlt. Da es in den letzten Tagen aber etwas geschneit hat, wollen wir eine Tour riskieren, ich mit den neuen Schiern .... mutig.

Die Auffahrt zur Bosruckhütte ist vielversprechend. Eine durchgehende Schneefahrbahn und aufgelockerte Bewölkung stimmen uns optimistisch. Beim Parkplatz dann ein böses Erwachen. Gernot hat die Felle vergessen. Was tun?

Zum Glück habe ich heute ausnahmsweise die "Stoaschi" samt Felle mitgenommen. Mit Hilfe zweier Kabelbinder (Standardausrüstung) gelingt es die Felle ganz gut zu fixieren. Der Tag ist gerettet.

Unser erstes Ziel ist der Arlingsattel. Der gut einstündige schattige Aufstieg kommt mir zum Gewöhnen an die neuen Schi sehr gelegen. Der Unterschied ist aber kaum merkbar, was ja kein Fehler ist.

Dann die erste Abfahrt zur Warteckalm. Anfangs fahre ich noch etwas verhalten, da die Schneedecke sehr dünn ist. Weiter unten, dort wo es flacher ist, gelingen mir aber einige schöne Schwünge bis zum Umkehrplatz bei der Pfarrerhütte. Nach kurzer Rast steigen wir wieder zum Arlingsattel auf.

Da die provisorische Fellfixierung immer noch hält, geht sich auch noch der kurze Abstecher zum kleinen Bosruck aus. Hier bereue ich ein wenig, dass ich zum Fotografieren nur das iPhone mitgenommen habe. Mit einer richtigen Kamera wären mir bessere Aufnahmen der verschneiten Winterlandschaft gelungen.

Wir gehen dann noch ein Stück in Richtung Karleck, steigen einige Meter in einen Sattel ab und schwingen dann über großteils noch unverspurte Hänge zur Bosruckhütte hinunter. Kurz vorm Parkplatz wird die Schneeauflage schon sehr dünn, was der neue Belag zweimal kurz zu spüren bekommt.

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Die längste Abfahrt / 30.1.2024

Auch heute lasse ich mir wieder viel Zeit beim Frühstück. Kurz nach 9 Uhr bin ich nach dem letzten Nutellabrot schließlich startbereit. Ich hole die Schi aus dem Winterraum, schalte das GPS-Gerät ein und gehe los.

Mein erster Gipfel ist die Ochsenwieshöhe, eine unscheinbare Erhebung, gerade einmal 118 Meter höher als das Wiesberghaus. Würde dort oben nicht ein Geocache liegen, wäre ich vermutlich vorbeigegangen. Der kurze Abstecher zahlt sich aber aus, denn die Aussicht ist wirklich hervorragend, noch dazu bei diesem Prachtwetter.

Bald komme ich wieder zum markierten Schiweg zur Simonyhütte, den ich vom Vortag schon kenne. Heute biege ich aber unterhalb vom Schöberl rechts ab. Auch dort gibt es eine Stangenmarkierung und eine Aufstiegsspur, der ich nun folge. Das Gelände ist übersichtlich, bei schlechter Sicht aber schnell ein Irrgarten.

Kurz nach 12 Uhr erreiche ich den teilweise abgeblasenen Sattel. Ich gehe aber noch etwa 100 Meter weiter um einen Blick ins Weittal zu werfen. Bei guten Bedingungen und ausreichend Schnee, was derzeit aber nicht der Fall ist, könnte man von hier bis nach Hallstatt abfahren. Ich mache noch ein Panoramafoto, gehe wieder zurück und besteige noch schnell den hohen Trog (ohne Schi). Der Gipfelbereich ist sehr weitläufig und flach. Am höchsten Punkt befindet sich nur ein Steinhaufen.

Jetzt kommt der angenehme Teil der Tour, die Abfahrt. Hier bieten sich zumindest zwei Möglichkeiten an, ich bleibe sicherheitshalber aber im Bereich der Aufstiegsspur und ziehe dort meine Schwünge hinunter.

Nach einer kurzen Rast unterhalb der Simonyhütte setzte ich meine Abfahrt zur Gjaidalm fort. Von Fahren kann aber nur teilweise die Rede sein, denn der Schiweg weist auch einige kurze Anstiege auf. Mit aufgeklebten Fellen bewältige ich den letzten Anstieg zur Talstation der Seilbahn in Krippenegg und habe Glück. Die nächste Gondel auf den Krippenstein fährt in einer Minute ab. 

Fünf Minuten später stehe ich wieder dort, wo ich vor drei Tagen die Tour begonnen habe. Vor mir liegt jetzt nur mehr die längste Abfahrt Österreichs. Ein schöner Abschluss zumindest bis Krippenbrunn, denn ab dort ist die Piste richtig eisig. Aber immer noch besser als Schitragen, was ich vor einigen Jahren hier schon einmal unfreiwillig gemacht habe.

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Am Gletscher / 29.1.2024

Ich wache um 6:45 Uhr auf und schaue aus dem Fenster. Der schwache Schein des Mondes hat die Landschaft in ein wunderbares Licht getaucht. Ich greife sofort zum Fotoapparat und versuche die Stimmung einzufangen. Mit jeder Minute verändern sich die Farben und es wird langsam heller.

Um 8 Uhr gehe ich zum üppigen Frühstücksbuffet. Hier könnte sich so mancher Betrieb im Tal einiges abschauen. Wurst, Käse, Eierspeis, Gemüse, Müsli, Nüsse, Orangensaft, Tee, Kaffee ..... alles da was das Herz begehrt. Ich lasse mir viel Zeit.

Mein heutiges Ziel ist die Seethalerhütte. Der Aufstiegsweg dorthin ist durchgehend mit Stangen markiert und weist keine schwierigen Stellen auf. Selbst am Gletscher kann man sich gefahrlos bewegen, sofern man auf der markierten Spur bleibt.

Nach einer halben Stunde Gehzeit kommt erstmals die Simonyhütte in Sicht. Auf einem Felsen gebaut wirkt sie von unten unerreichbar. Am Winterweg kann man aber ganz problemlos die Steilstufe umgehen und kommt dann am Fuße des Schöberls heraus.

Erste Rast am unteren Ende des Hallstättergletschers. Es ist windstill und angenehm warm, untypisch für Ende Jänner. Auf einem trockenen Felsen sitzend schaue ich auf den Gletscher. Im Winter ist vom Rückgang des Eises nichts zu sehen, im Sommer schaut das aber ganz anders aus.

Rund 400 hm Aufstieg liegen noch vor mir. Das Gehen wird zunehmend anstrengender, was ich zuerst auf die stellenweise steile Spur zurückführe. Es könnte aber auch die Höhe sein. Die Sportwissenschaft geht von einem Leistungsverlust ab 1500 m von etwa 1% pro 100 hm aus. Da ich mich auf 2500 m befinde, dürften 10% Einbuße realistisch zu sein. Klingt nicht viel, ist es aber (Stichwort Inflation).

Nach 4¼ Stunden Gehzeit erreiche ich die Dachsteinwarte (2740 m). Die Aussicht ist mit Worten kaum zu beschreiben. Die Fernsicht ist exzellent. Der Blick reicht südlich bis nach Slowenien zum 120 km entfernten Triglav. Im Norden sind die Schipisten am Hochficht (145 km Luftlinie) zu erkennen. Ich kann also Österreich von Norden nach Süden überblicken.

Der schifahrerische Höhepunkt ist dann die Abfahrt. Auf einer frischen Ratracspur schwinge ich mühelos bis zum Schöberl hinunter. Dort endet die "Piste". Aber auch im anschließenden freien Gelände gelingen mir einige schöne Schwünge.

Um 15:30 Uhr beende ich die Tour so wie am Vortag beim Wiesberghaus.

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Zwölferkogel / 28.1.2024

So wie im letzten Jahr nehme ich auch heute wieder Bim, Bahn und Bus um zum Berg zu gelangen. In Anbetracht der doch langen An-u. Abreise sowie des schönen Wetters nehme ich mir diesmal aber drei Tage Zeit um das Dachsteingebiet etwas näher zu erkunden.

Kurz nach 10 Uhr beginne ich am Krippenstein die Tour mit einer schönen Abfahrt auf der frisch präparierten Piste zur Gjaidalm, wo ich in den Aufstiegsmodus wechsle. Vor mir liegen etwa 250 hm bis zum Zwölferkogel, also ein überschaubares Unterfangen.

Ich folge einer frischen Spur, die nicht durch das kürzere Tiefkar, sondern zu einer Erhebung mit dem Namen Wandeln führt. Kurz darauf muss ich aber feststellen, dass diese Spur östlich am Berg vorbeiführt, was eine kurze Abfahrt notwendig macht. So gesehen wäre es besser gewesen, gleich unten im Tiefkar zu gehen.

Der weitere Aufstieg zum Gipfel gestaltet sich dann problemlos. Nach 2 Stunden stehe ich am Zwölferkogel, für mich eine Erstbesteigung. Es ist windstill bei ausgezeichneter Fernsicht. Ich mache einige Fotos und suche mir dann einen schönen Rastplatz etwas unterhalb vom Gipfel.

Mein Tagesziel, das Wiesberghaus, kann ich von hier bereits sehen. Allerdings liegen dazwischen noch einige Gräben, die ich großräumig umgehe. So komme ich über Umwegen zur Bärengasse, wo ich auf den markierten Winterweg zum Wiesberghaus treffe. Gerade als die Sonne hinter dem Ochsenkogel verschwindet, treffe ich bei meiner Unterkunft ein. Ich bekomme ein 2er Zimmer für mich alleine, sehr angenehm. Nach dem dreigängigen Abendessen gehe ich bald ins Bett, damit ich für die morgige Tour ausgerastet bin.

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Seekoppe / 20.1.2024

Oppenberg, Ortsteil Winkel. Wir (Günter und ich) beginnen die Tour bei - 15° mit einem unattraktiven Abschnitt am Straßenrand. Die Aussicht bald in der Sonne zu sein und die klirrende Kälte verleiten uns zu einem hohen Anfangstempo.

Nach einer Stunde biegen wir rechts von der Forststraße ab, überqueren den Bach und kommen endlich in die Sonne. Wir machen eine kurze Trinkpause und steigen anschließend steil im Wald zu einer Forststraße auf. Rückblickend wäre es besser gewesen unten nach der Brücke die etwas längere Forststraße zu nehmen.

Nach einem etwas flacheren Abschnitt wird die Spur wieder steiler und auf 1500 m Höhe erreichen wir freies Gelände. Vor uns liegen die unverspurten Hänge, die sich bis zum Gipfel hinaufziehen. Die Vorfreude auf die Abfahrt ist dementsprechend groß, allerdings müssen wir vorher noch 600 Höhenmeter bewältigen. Und jetzt rächt sich das zu Hohe Tempo am Beginn.

Nur langsam komme ich vorwärts und der Hang scheint einfach nicht zu enden. Günter ist schon weiter vorne, muss sich heute aber auch mehr anstrengen.

Nach 3¾ Stunden stehe ich am Gipfel. Die Luft ist glasklar und dementsprechend gut die Fernsicht. Ich erkenne viele Berge, einige davon habe ich bestiegen, andere sind für mich unerreichbar. Dann machen wir uns für die Abfahrt fertig und los geht's.

Oben ist der Schnee etwas hart, aber dann beginnt der pure Abfahrtsgenuss. Pulverschnee bis zum Wald, teilweise schon verspurt, aber trotzdem finden wir eine schöne Linie.

Dann treffen wir wieder auf die Forststraße, folgen dieser kurz und lassen uns von Schispuren, die rechts zum Bach hinunterführen, verleiten. Nach einigen schönen Schwüngen endet das kurze Vergnügen beim Bach. Brücke gibt es hier keine. An einer seichten Stelle überqueren wir den Bach und erreichen wieder die Forststraße nach Gulling bzw. zum Ausgangspunkt. Diese letzte Abfahrt hätten wir uns ersparen können.

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Eisernes Bergl / 13.1.2024

Beim Blick auf die vielen Autos am Wurzeralmparkplatz bin ich froh, dass ich hier nicht aussteigen muss. Zwei Haltestellen und 5 Minuten später verlasse ich und eine weitere Tourengeherin den Bus, der nun ohne Fahrgäste den Pyhrnpass hinunter fährt. Die Kombination Schitour mit Bus dürfte noch nicht sehr beliebt sein.

Vor mir liegt eine lange Tour und ich bin mir nicht sicher, ob mein Plan aufgeht. Als Zeitpunkt für die Umkehr nehme ich mir 14 Uhr vor (Abfahrt Bus bei der Talstation 16:19 Uhr).

Ich starte also wie zuletzt bei der Landesgrenze, komme bald zur tiefverschneiten Hintersteineralm und steige anschließend links vom Hintersteinerbach den Kerngraben hinauf. Kurz vor der Schipiste macht die Spur einen Linksbogen und nach 2¾ Stunden erreiche ich die Burgstallalm. Hier kann ich das Eiserne Bergl erstmals sehen, der Weg auf den Gipfel ist aber noch weit. Ob sich das ausgeht?

Nach einer kurzen Trinkpause gehe ich weiter. Im Gegensatz zu meiner letzten Besteigung folge ich heute einer Spur, die von Süden auf den Gipfel führt. Damit erspare ich mir die schattige Querung und den manchmal unangenehmen Aufstieg von der Nordseite.

Um 13:47 Uhr erreiche ich den abgeblasenen Ostgipfel, ich liege also gut in der Zeit. Anschließend gehe ich die wenigen Meter zum Westgipfel, mache einige Fotos, verstaue die Felle und schließe die Schuhe. Gerade als ich losfahren will, kommt die Tourengeherin, die auch bei der Landesgrenze ausgestiegen ist, am Gipfel an. Sie ersucht mich noch kurz zu warten, damit wir die Abfahrt gemeinsam machen können.

Abfahrt wie geplant nordseitig. Die Bedingungen sind sehr gut, frischer Pulver, wenig Spuren. Nach der Burgstallalm gibt es einige ganz kurze Gegensteigungen, dann geht es steil in den mittlerweile zerfahrenen Kerngraben hinein. Etwas weiter unten überqueren wir den Hintersteinerbach und steigen gut 100 hm zur Kreuzbauernalm auf. Ab hier geht es nur mehr bergab bis zur Talstation, wo ich kurz vor 16 Uhr abschwinge.

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Drei Spitzen / 10.1.2024

Wäre nicht die lange Anreise, würde ich sicher öfters nach Donnersbachwald fahren. Die Gegend ist für Schitouren wirklich ideal und man hat das Gefühl willkommen zu sein.

Wir beginnen direkt im Ort beim gebührenfreien Parkplatz und steigen im schattigen Graben in einer Stunde zur Mörsbachhütte auf. Dort kann man ganz einfach einen Pieps-Test machen. Einen Knopf drücken und kurz warten. Leuchtet die Lampe grün auf, ist alles in Ordnung. Im Gelände aufpassen muss man natürlich nach wie vor selbst.

Nun beginnt der sonnige Teil des Aufstiegs zum Schusterboden, wo sich die Spur teilt. Geradeaus zum Lämmertörlkopf und links zum Schwarzkarspitz. Auch hier können wir einer gut angelegten Spur folgen, allerdings nur bis zum Übergang, wo es rechts zur Mössnascharte geht. Ab nun ist Spuren angesagt.

Wir steigen nun linkerhand kurz, aber steil zum Schwarzkarspitz auf (Gipfel Nr. 1). Es folgt eine kurze Abfahrt mit Fell, dann liegt auch schon der nächste Anstieg vor uns. Sicherheitshalber bleiben wir möglichst weit oben um eine Hangquerung zu vermeiden. Zusätzlich verwenden wir die Harscheisen, was rückblickend nicht notwendig gewesen wäre.

So kommen wir ohne Probleme auf den Sonntagskarspitz (Gipfel Nr. 2). Nun geht es wieder bergab, allerdings ist der Hang sehr hart. Wir entscheiden uns für eine Abfahrt ohne Felle mit fixierten Bindung bis zur Gstemmerscharte. Dort ist wieder Auffellen angesagt.

Vor uns liegt jetzt der dritte Gipfel, der Silberkarspitz. Fälschlicherweise wird dieser manchmal als kleines Bärneck bezeichnet. Langsam nähern wir uns dem höchsten Punkt und stehen nach 5 Stunden am Gipfel.

Vor uns liegt nun die lange Abfahrt ins Tal, wobei der anspruchvollste Teil die steile Einfahrt vom Gipfel in das obere Silberkar ist. Wir entscheiden uns erst etwas unterhalb einzufahren, um das steilste Stück zu vermeiden. Vorsichtig queren wir an geeigneter Stelle in den Hang und schwingen problemlos im Pulverschnee ins Kar hinunter. Geschafft.

Überweite Hänge geht es nun zur Mörsbachhütte, wobei der anfänglich noch pulvrige Schnee leider in bruchharschähnliche Konsistenz übergeht. Aber zum Glück kommen wir bald auf die frisch präparierte Rodelbahn, wo die Abfahrt ins Tal wesentlich einfacher geht.

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Selbstversuch / 19.12.2023

Auf die Minute genau bringt mich der große Linienbus zur Haltestelle "Kalkofen", die sich kurz nach der Landesgrenze befindet. Die erste Hürde - Anreise mit Öffis - ist geschafft.

Ohne Parkplatzsorgen gehe ich los, überquere den unscheinbaren Pyhrnbach und steige gemütlich zur Hintersteineralm auf. Hier ist es wie immer sehr frostig. Die Alm dürfte wohl ein Kältepol sein wo sich der Pulverschnee lange hält.

Es folgt der moderate Aufstieg zur Hasneralm, wo ich nach einem kurzen Abschnitt im Wald wieder den sonnigen Hang hinauf zur Kreuzbauernalm erreiche. In weiten Kehren nähere ich mich nun der Almhütte, ein idealer Rastplatz, den ich mir für die Abfahrt aufhebe.

Jetzt geht es linkerhand hinauf zum langen Rücken, der zum Gscheidriedel hinaufführt. Die Spur bis zum Gipfel ist steil und scheint nicht zu enden. Nach 2½ Stunden Gehzeit habe ich es geschafft und stehe am Gipfel auf 1657 m Höhe. Es ist windstill und warm, dazu die schöne Aussicht, ein guter Beginn der heurigen Tourensaison.

Wie geplant lege ich bei der etwas unterhalb gelegenen Alm eine längere Pause ein. Dort an der warmen Hüttenwand angelehnt ist es besonders angenehm zu sitzen. Hier ist es ruhig, nur ab und zu höre ich wie ein Schifahrer vorbeifährt (es könnte auch eine Schifahrerin sein).

Nach ½ Stunde fahre ich zur Talstation der Wurzeralmbahn ab. Dort befindet sich gleich beim Ausgang die Haltestelle. Nach kurzer Wartezeit kommt auch schon der Bus nach Windischgarsten. Anschließend mit dem Zug stau -u. stressfrei nach Linz zurück.

Fazit: mit Bahn und Bus zum Berg ist möglich, allerdings sollte man schon eine gewisse Freude am zeitintensiven Öffifahren mitbringen.

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Frühjahrsfirn / 4.5.2023

Für eine Schitour muss man jetzt schon ein längeres Schitragen in Kauf nehmen, oder gleich höher starten. Dafür bietet sich die Tauplitz an. Die fast 150 km lange Anfahrt ist für eine Tagestour aber an der Grenze der Sinnhaftigkeit, das muss man ehrlicherweise schon sagen.

Wir beginnen die Tour beim fast leeren Parkplatz am Ende der Mautstraße. Vor uns liegt die Tauplitzalm, die jetzt nach Saisonende ziemlich verlassen wirkt. Wir überqueren die Alm und kommen eine ¾ Stunde später zu den Steirerseehütten, wo die Schitour erst richtig beginnt.

Anfangs geht es gleich steil immer mit Blick zum markanten Sturzhahn die Steirerseeleiten hinauf. Der Schnee ist bereits sehr weich, das wird wohl keine Genußabfahrt werden. Dann nimmt die Steigung ab und wir gehen über angenehm kupiertes Gelände unterhalb mächtiger Felswände weiter.

Das Gebiet wir auf der Karte mit "In den Karen" bezeichnet und hier ist besondere Vorsicht geboten. Dolinen. Heute bei optimaler Sicht stellen sie keine Gefahr dar. Die Mulden sind gut sichtbar und die markierte Schiroute führt mit ausreichend Abstand an den Löchern vorbei.

Das Gr. Tragl - unser Gipfel - rückt jetzt langsam näher. Wir passieren die steile Ostflanke und kommen bald zur sanften Nordseite des Berges. In weiten Kehren bezwingen wir den breiten Gipfelhang und stehen nach 3¼ Stunden am höchsten Punkt.

Wir genießen die herrliche Aussicht, besonders auf das weite Zentralplateau des Toten Gebirges. Hier war ich zuletzt vor fünf Jahren .... tempus fugit.

Nach einer ausgiebigen Rast beginnen wir die Abfahrt. Der Gipfelhang ist ein Genuß, Frühjahrsfirn bis zum "Schwaigbrunn". Doch dann wird es etwas mühsam. Der Schnee ist feucht und tief, Schwünge gelingen nur mit großer Kraftanstrengung. Trotzdem kommen wir sturzfrei zu den Steirerseehütten hinunter. Nun liegt noch der 3 km lange Rückweg zum Parkplatz vor uns. Meine Felle sind schon stark durchfeuchtet und kleben nicht mehr richtig. Es ist Zeit, die Schitourensaison 2022/23 zu beenden.

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