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Buen Camino / 8.10.2025

Vor etwa einem halben Jahr habe ich die erste Etappe des Innviertler Jakobsweges begonnen. Und heute steht der letzte Abschnitt von Seekirchen nach Salzburg am Programm.

Dank der guten Bahnverbindung bin ich rasch am Ausgangspunkt. Ich stelle das GPS so wie immer auf Null und gehe los. Vom Bahnhof in den Ort ist es nicht weit und bald sehe ich wieder die vertraute Markierung. Am Ortsende biege ich in einen Wald ab.

Den ersten Halt mache ich in Mühlberg, wo die wirklich sehenswerte Kirche zum hl. Leonhard steht. Es ist eine altes Bauwerk ohne Prunk und Pomp, das gefällt mir.

Gegen Mittag komme ich nach Eugendorf. Hier vereint sich der Innviertler Jakobsweg mit dem Hauptweg, der von Wien nach Vorarlberg führt. Den folgenden Abschnitt bis Salzburg habe ich 2016 begangen was mich aber nicht hindert, dies noch einmal zu tun.

Etwas außerhalb vom Ort fallen mir die riesigen Strommasten auf, die damals noch nicht das Landschaftsbild geprägt haben. Schön sind sie nicht und keiner will eine 380 kV-Leitung über dem Haus, aber irgendwo muss der viele Strom den wir verbrauchen auch fließen. Übrigens fließt hier nicht nur Energie, sondern auch Tag und Nacht der Verkehr auf der nahen Westautobahn, was trotz Lärmschutz nicht zu überhören ist.

Auf Nebenstraßen komme ich nach Kasern und beginne dort den kurzen Aufstieg zur Wallfahrtskirche Maria Plain. Der Waldweg entpuppt sich als ziemlich nass und rutschig und wird anscheinend kaum begangen. Die einzige Begegnung habe ich mit einem Feuersalamander.

Punkt 14 Uhr komme ich oben an, die Glocke schlägt zur Begrüßung. Ich gehe kurz in die Kirche, dann genieße ich noch einige Minuten den wunderbaren Ausblick auf die Stadt Salzburg. Es sind doch noch einige Kilometer bis zum Dom.

Konkret sind es 6 km, der überwiegende Teil davon entlang der Salzach. Und je näher ich zur Altstadt komme, umso mehr werden die Touristen, was auch nicht verwunderlich ist. Die Altstadt ist wirklich schön.

Nach 162 km, aufgeteilt in 8 Etappen, beende ich die Wanderung vor dem Dom. Schön war's, und rückblickend möchte ich keinen Kilometer missen. Buen Camino.

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Pilgern mit Seeblick / 23.7.2025


Zur einer Wanderung gehört bekanntlich auch die Anreise, und die genieße ich heute in leeren Zügen. Die Fahrt mit dem Railjet nach Neumarkt/Wallersee vergeht wie im Flug, auch das Bordservice ist wieder vom Feinsten. Etwas langsamer nähere ich mich dann dem kleinen Ort Lengau, wo ich vor fast zwei Wochen die Wanderung beendet habe.

Auch heute führt der Jakobsweg - so wie zuletzt - überwiegend auf asphaltierten Straßen. Dafür entschädigt aber die wunderbare Landschaft mit ihren weiten Wiesen und Feldern, garniert mit kurzen Waldabschnitten und Ausblicken wie aus dem Fremdenverkehrsprospekt.

Die Mittagsrast verbringe ich in Mattsee an der Seepromenade. Von hier kann ich bis zum Kobernaußerwald blicken, dort wo die Windrädern von Munderfing in den Himmel ragen. Etwas näher liegt das Strandbad, das offensichtlich gut besucht ist. Mein Badeplatz befindet sich aber beim sogenannten Steinspitz. Es ist nur ein schmaler Uferstreifen mit glitschigen Felsen, wo es gleich tief hinunter geht. Hat man diese überwunden, kann man sich über ein herrliches Bad im Obertrumersee freuen.

Weniger schön sind die folgenden 2 km entlang der stark befahrenen Mattseer Landesstraße. Aber auch diese gehen vorbei. Bevor ich dann den letzten Abschnitt nach Seekirchen beginne, kaufe ich mir in Obertrum eine Jause und fülle die Wasserflasche beim Brunnen am Dorfplatz.

Etwas außerhalb vom Ort, bei der Kapelle zum Guten Hirten, überschreite ich die 20 km Marke. Erfahrungsgemäß werden jetzt die Beine schwerer und der Schritt langsamer, so auch heute. Aber dank der guten Zugverbindungen habe ich keine Eile und kann sogar noch eine kurze Rast bei Schöngumprechting einlegen.

Nach 27 km erreiche ich die Bahnstation, wo ich bei nächster Gelegenheit meine Wanderung fortsetzen werde.

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Im KTM Land / 10.7.2025


Nach der letzten Wanderung am Jakobsweg war ich mir nicht so sicher, ob ich die nächste Etappe nach Lengau überhaupt noch gehen soll. Auf der Karte sind es 17 Kilometer in eine Richtung ohne Erhebungen, ohne Waldpassagen und auch sonst ohne Besonderheiten (aus der Sicht des Wanderers). Trotzdem fahre ich heute wieder nach Mattighofen, allerdings mit sehr niedriger Erwartungshaltung. Die sehr gute Zugverbindung erleichtert mir die Entscheidung.
 
Ich steige in Mattighofen aus dem Zug und gehe ins Stadtzentrum um mir noch eine Jause zu kaufen. Dabei fällt mir bald auf, dass sich hier fast alles um KTM dreht. Ein älterer Herr mit KTM-Kappe, der nächste mit KTM-Jacke, dann wieder ein KTM-Firmenwagen und dazwischen Radfahrer mit KTM-Rädern.
 
Auf einer wenig befahrenen Straße verlasse ich Mattighofen in Richtung Munderfing. Dabei komme ich durch Siedlungsgebiete, die überall mehr oder weniger gleich aussehen. Und natürlich wird hier auch viel gebaut. Wer die Bodenversiegelung verharmlost, sollte einmal mit offen Augen durchs Bundesland gehen.
 
Von Weitem sehe ich ein großes Gebäude, das optisch einen durchaus ansprechenden Eindruck macht, sofern man das von einem Zweckbau sagen kann. Und zu meiner Freude steht dort auch eine Rastbank. Lange bleibe ich hier aber nicht sitzen, denn von Westen nähern sich dunkle Wolken.
 
Zügig gehe ich durch das Betriebsgebiet - natürlich KTM - und erreiche vor den ersten Regentropfen die Kirche in Munderfing. Entgegen meiner Befürchtung bleibt der große Regen aber aus und ich gehe bald weiter.
 
Der Wanderweg führt nun entlang des Schwemmbaches vorbei an Achenlohe, Baumgarten und Kolming nach Teichstätt. Mittlerweile haben sich die dunklen Wolken verzogen und der Sonne Platz gemacht.
 
Langsam näher ich mich meinem Ziel, dem kleinen Ort Lengau, wo ich nach 17 km die Wanderung beende. Rückblickend wäre es schade gewesen, wenn ich die Wanderung vorzeitig in Mattighofen beendet hätte.
 

Waldbrand / 10.6.2025

Bei bestem Wanderwetter (blauer Himmel) steige ich in Höhnhart aus dem Bus, der nun ohne Fahrgast weiterfährt. Meine heute Etappe führt über Maria Schmolln nach Mattighofen. Die Gegend ist hügelig, Wiesen, Felder und Wälder liegen vor mir.

Diesmal bin ich wieder mit den leichten Sportschuhen unterwegs und nicht wie zuletzt mit den höheren Wanderschuhen. Ganz zufrieden bin ich mit der Schuhwahl aber immer noch nicht. Die Schuhe sind zwar leicht, aber etwas eng. Vielleicht dehnen sie sich noch, mal sehn.

Am späten Vormittag komme ich nach Maria Schmolln. Ich gehe kurz durch den schönen Klostergarten, dann in die Kirche und zum Abschluss in das örtliche Lebensmittelgeschäft, wo gerade eine Bierlieferung ankommt. Trotz dieser Verlockung lösche ich meinen Durst mit frischem Wasser aus dem Klostergarten und verlasse den schönen Ort.

Der Weg führt jetzt hinunter zum Moosbach und dann geht es gleich wieder bergauf nach Perneck. Mittlerweile hat sich die Farbe das Himmels von blau zu grau verändert. Es ist sehr diesig, das Licht ist irgendwie unangenehm. Im folgenden Waldstück ist es gleich besser und hier mache ich auch die längst fällige Pause.

Bis nach Mattighofen ist jetzt nicht mehr weit, allerdings ist es außerhalb vom Wald drückend heiß. Und wieder schiebt sich ein Grauschleier vor die Sonne. Die Ursache sind Waldbrände in Kanada. Durch den Wind werden Rauchpartikel 7000 km weit zu uns geblasen, unglaublich.

Heute bin ich froh, dass die Wanderung nach 17 km bei der Bahnstation endet. Die drückende Hitze und das unangenehme Licht waren auf den letzten Kilometern keine guten Begleiter.

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Waldetappe / 7.6.2025

Heute liegt eine waldreiche Etappe vor mir, was mir in Anbetracht der sommerlichen Temperatur durchaus gelegen kommt. Ich beginne wieder dort, wo ich zuletzt die Wanderung beendet habe, bei der kleinen Bahnstation Obernberg – Altheim.

Der gut beschilderte Weg führt zunächst zwischen weiten Feldern nach Altheim. Hier hat das Bierbrauen Tradition, wie auf einigen Hinweistafeln zu lesen ist. Ein kurzer Abstecher in die Bier Greisslerei (ohne Verkostung, ich habe ja noch einige Kilometer vor mir) gehört hier einfach dazu.

Dann lasse ich den Ort endgültig hinter mir. Mittlerweile ist es schon sehr warm und ich bin froh, als ich bei Lüfteneck den Gaugshamerwald erreiche. Die folgenden Kilometer bieten kaum eine Aussicht, dafür aber viel Schatten. Dank der guten Markierung finde ich problemlos den Weg nach Roßbach.

Nach einem kurzen Stück auf der wenig befahrenen Straße biege ich wieder in den Wald ab. Es geht jetzt immer leicht bergauf bis zum höchsten Punkt der Wanderung. Dieser befindet sich an der Kreuzung von zwei Forststraßen auf 553 m Höhe im Wald, also ziemlich unspektakulär. Aber immerhin steht dort eine Bank, wo ich mich kurz ausrasten und die Füße hochlagern kann.

Bis nach Höhnhart ist es jetzt nicht mehr weit. Etwa 2,5 km trennen mich noch vom kleinen Ort, den ich nach 21 km erreiche. Ein Detail am Rande: in Höhnhart gibt es zwei Bushaltestellen, Ortsmitte Nord und Ortsmitte Süd. Also aufpassen, dass man nicht bei der falschen Haltestelle vergeblich auf den Bus wartet.

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Abschied vom Inn / 13.5.2025


Der Weg nach Antiesenhofen hat mich zuletzt nicht besonders begeistert. Mit entsprechend geringer Erwartungshaltung setze ich daher heute meine Wanderung am Jakobsweg fort. Bevor ich aber losgehen kann, muss ich zuerst nach Antiesenhofen kommen.
 
Nach dem Motto "lerne deine Heimat kennen" nehme ich den Umweg über Attnang, um von dort mit dem Retroexpress über den Hausruck zu fahren. Diese Nebenbahn ist ein Erlebnis, nicht nur für Eisenbahnliebhaber.

Gut gelaunt gehe ich bei der Bahnstation los. Kurz darauf komme ich bei einer Bäckerei vorbei. Da ich ohnehin nur eine kleine Jause eingepackt habe, kommt mir das Geschäft wie gerufen.

Nach dem Ortsende verlasse ich die Straße und biege auf einen Feldweg ab. Bis kurz vor Reichersberg wandere ich zwischen Wiesen und Feldern. Beim sehenswerten Stift ist noch nicht viel los. Ich werfe einen Blick in die Kirche, hole mir in der Kanzlei einen Pilgerstempel und gehe zum Ufer des Inn hinunter.

Der nächsten Ort ist Obernberg, wo es einen 26 Meter hohen Aussichtsturm gibt. Die Aussicht ist fantastisch, etwas gewöhnungsbedürftig ist aber der Gitterboden mit Tiefblick.

Nach einer kurzen Mittagsrast etwas außerhalb des Ortes komme ich zum Innstausee (Europareservat Unterer Inn). Da das Beobachten von Wasservögel nicht zu meinen Hobbys gehört, begnüge ich mich mit der wunderbaren Aulandschaft. Nun verlasse ich den Inn, denn der Jakobsweg ändert jetzt langsam seine Richtung auf Süden.

Bei der Bahnstation Obernberg - Altheim beende ich nach 20 km die Etappe.

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Im Grenzbezirk / 28.4.2025


Heute setze ich meine Wanderung am Jakobsweg fort. Mein Ziel ist Antiesenhofen, gut 20 km von Schärding entfernt.

Gleich am Beginn bei der alten Innbrücke stelle ich fest, dass hier der 810er (eine Variante des Rupertiweg) verläuft. Auch der E10 geht hier vorbei, also fast schon eine "Weitwanderautobahn". Und trotzdem werde ich im Laufe des Tages keinen anderen Wanderer begegnen.

Die ersten fünf Kilometer gehe ich entlang des Inn, dann ändert der Weg die Richtung in den Lindetwald. In einem Bogen umgehe ich den kleinen Flugplatz bei Suben und komme zu Mittag nach St. Marienkirchen. In der Kirche hole ich mir den Pilgerstempel und mach mich dann auf die Suche nach einem schattigen Rastplatz. 

Etwas gedankenverloren übersehe ich einen Wegweiser und biege etwas zu spät ab. Der Umweg ist zwar nicht groß, aber trotzdem ärgert es mich. Schließlich finde ich in Grosswiesenhart endlich den ersehneten Rastplatz an einer Straßenkreuzung. Auf einer alten Tafel kann ich lesen, dass ich mich hier im Grenzbezirk befinde.

Nach der Pause gehe ich weiter und übersehe gleich wieder eine Abzweigung. Diesmal habe ich mich von der rot-weiß-roten Markierung des 810er bzw. E10 verleiten lassen. Bei der Bahnhaltestelle Dietrichshofen treffe ich wieder auf den richtigen Weg.

Der folgende Abschnitt bis Antiesenhofen zählt nicht zu meinen Favoriten. Der Verkehrslärm von der nahen Autobahn ist gut zu hören und die letzten zwei Kilometer auf der Straße sind eintönig. Schließlich erreiche ich müde die schmucklose Bahnstation, wo ich die Wanderung beende.

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Innviertler Jakobsweg / 19.4.2025

Diese Variante des Jakobsweges verläuft von Passau nach Salzburg und deckt sich teilweise mit dem europäischen Pilgerweg Via Nova. Wohl auch ein Grund, weshalb nicht immer der Stempel mit der Jakobsmuschel aufliegt. Egal, es geht ja nicht um das Sammeln von Stempeln. Eine gewisse Freude habe ich aber trotzdem wenn sich die Seiten im Pilgerpass (Credencial del Peregrino) im Laufe der Zeit füllen.

Ich beginne meine Wanderung mit einem Cappuccino und einer frischen Zimtschnecke. Hier könnte ich es länger aushalten und mich durch das süße Angebot durchkosten. Dann würde ich die Etappe bis nach Schärding aber nicht schaffen.

Nach einem kurzen Blick in den von englischsprachigen Touristen gut besuchten Dom gehe ich zum Inn und verlasse am westlichen Uferweg die Stadt. Bald komme ich zum Grenzkraftwerk Passau-Ingling, wo ich auf Grund einer Wegsperre auf die österreichischen Seite wechseln muss. Am dortigen Radweg gehe ich bis nach Wernstein. Am Mariensteg überquere ich abermals den Inn und mache unterhalb das Schloss Neuburg die erste Pause.

Anschließend gehe ich am westlichen Uferweg zur Vornbacher Enge und erreiche kurz darauf das ehemaligen Kloster Vornbach. Im Gegensatz zum Dom in Passau habe ich die barocke Kirche für mich alleine.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Schärding und bald kann ich den Kirchturm der Pfarrkirche am anderen Ufer sehen. Bei der alten Innbrücke überquere ich ein letztes Mal den Inn und gehe zum oberen Stadtplatz hinauf. Heute ist hier viel los, aber ich kann mich mit dem Trubel nach den Stunden der Ruhe nicht anfreunden. Ich mache noch einige Erinnerungsfotos und gehe dann zur etwas außerhalb der Stadt gelegenen Bahnstation, wo ich die Wanderung nach 20 km beende.

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Mostvierteler Jakobsweg / 9.8.2021

Für den Abschnitt von Marbach (dort habe ich zuletzt meine Wanderung beendet) bis nach Zeillern muss man zwei Tage veranschlagen. Außerdem dürfte der Weg oft auf Straßen und weniger auf Wald -u. Wiesenwegen verlaufen. Da bietet sich an, diesen zwei Etappen an einem Tag mit dem Rad zu befahren.

Die Anreise nach Pöchlarn ist problemlos. Ich radle dann noch ein Stück stromabwärts und überquere kurz darauf die Donau. Dann wieder stromaufwärts bis nach Marbach, wo ich wieder auf die bekannte Markierung treffe.

Bald komme ich nach Persenbeug. Hier wechsel ich wieder die Seite und muss nun den Jakobsweg kurz verlassen. Ein steiles Waldstück ist nichts für Radfahrer. Wenig später treffe ich wieder auf den Jakobsweg und radle weiter.

Die Landschaft ist hier wunderbar, Verkehr ist kaum vorhanden. Und trotzdem fehlt mir etwas. Im Laufe des Tages stelle ich fest, dass es wohl die Langsamkeit ist, die beim Radfahren zu kurz kommt. Einerseits komme ich relativ rasch voran, andererseits sehe ich weniger. Die Ablenkung durch Schalten, Bremsen und Konzentration auf die Straße ist geht auf Kosten des Schauens. Auch Steigungen und Distanzen nehme ich weniger als solche wahr. Dieser Eindruck setzt sich bis Zeillern fort, wo ich den Jakobsweg wieder verlasse.

Ich radle nun nach Wallsee und ab dort am Donauradweg bis nach Linz zurück. Die Erkenntnis für mich ist klar: den Jakobsweg teilweise mit dem Rad zu bewältigen, ist keine gute Idee. Vielleicht hole ich die zwei Etappen zu Fuß noch nach.

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Das erste Eis / 4.5.2021

Nach der Winterpause gehe ich heute wieder ein Stück am Jakobsweg. Die Etappe führt mich von Melk durch das südliche Waldviertel nach Marbach.

Aber vorerst rase ich mit 230 km/h nach Melk und komme dort trotz der hohen Geschwindigkeit entspannt an. Bei idealem Wanderwetter gehe ich durch die Altstadt, überquere einen Seitenarm der Donau und erreiche bald das Kraftwerk, wo ich den hier sehr breiten Fluss überquere.

Nun komme ich langsam in den gewohnten Gehrhythmus. Bald geht es bergauf nach Leiben, wo ich mir beim örtlichen Geschäft eine Jause kaufe. Gut, dass es solche kleinen Nahversorger noch gibt. Nach einem kurzen Gespräch gehe ich weiter.

Gegen Mittag komme ich nach Losau, wo mir am Ortsbeginn die "Schmankerl Hütt'n" auffällt. Mit relativ geringer Erwartungshaltung öffne ich dir Tür und bin baff. Ein überreiches Angebot, fein säuberlich angeordnet und beschriftet, breitet sich vor mir aus. Da kann ich nicht widerstehen. Ich kaufe mir um 1,90 Euro ein köstliches Bio-Nougateis und verschiebe das Mittagessen auf später.

Wie immer unter der Woche ist am Land wenig los. Hin und wieder ein LKW, meistens ein Milchtransport, gelegentlich ein fast leerer Bus und vereinzelt Traktoren, also ein sehr überschaubares Verkehrsaufkommen.

Kurz vor Artstetten denke ich erstmals an eine Pause. Jetzt eine Rastbank, das wäre herrlich. Und wie gerufen komme ich tatsächlich kurz darauf zu einer Bank, noch dazu mit einer schönen Aussicht. Kein einziges Auto stört mich hier bei der Mittagsrast.

Gestärkt erreiche ich dann das Schloss Artstetten. Ich befinde mich auf historischem Boden. Geschichtsinteressierte können hier etwas dazu erfahren. Nach einer kurzer Besichtigung der Kirche und einem Abstecher zur Gruft gehe ich weiter.

Der gut markierte Weg verläuft nun teilweise im Wald bis Unterthalheim, wo mir ein freundlichen Hausbesitzer mit seinem Gartenschlauch die Trinkflasche mit frischem Wasser auffüllt. Das sollte für den letzten Abschnitt bis Maria Taferl und hinunter nach Marbach reichen.

Der prächtigen Wallfahrtskirche nähere ich mich von Norden. Der Ort liegt auf einer Anhöhe, uns so kann ich erst ganz oben auf dem weiten Vorplatz die herrliche Aussicht hinunter zu Donau genießen. Natürlich besichtige ich auch die Kirche. Coronabedingt ist hier überhaupt nichts los, was mir sehr angenehm ist. Zu Stoßzeiten möchte ich diesen Ort aber nicht erleben.

Mein Ziel - Marbach -  ist schon zu sehen. Und es ist sehr angenehm, nach 23 km nur mehr bergab gehen zu müssen. Da ich auch keinen Zeitdruck habe, schlendere ich noch durch den kleinen Ort. In den schmalen Gassen ist es ruhig, vorne an der Donau beherrscht die B 3 das Bild.

Pünktlich um 16:48 kommt der Bus, der mich zum Bahnhof Pöchlarn bringt. Auch die weitere Fahrt nach Linz verläuft völlig problemlos. Das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist heutzutage wirklich angenehm (wenn man nicht gerade als Pendler jahrelang volle Züge benutzen muss).

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Länger als erwartet / 22.9.2020

Mit Vogelgezwitscher stehe ich auf. So wie es mir gestern genau erklärt worden ist, verlasse ich mein Zimmer. Das Bett abgezogen, Fenster geschlossen, Sessel ordentlich zum Tisch gestellt und keinen Müll hinterlassen. Das Frühstück mache ich mir im Jakobsstüberl. Kaffeemaschine samt Anleitung ist vorhanden, Brot steht am Tisch, und im Kühlschrank finde ich Butter, Schmelzkäse und Marmelade. Die Einfachheit gefällt mir. Bevor ich gehe, werfe ich noch meine Spende in die dortige Büchse. Es gibt keinen fixen Tarif, man zahlt was man für richtig hält.

Heute liegt ein weiter Weg vor mir. Trotzdem nehme ich mir noch die Zeit und schaue mir noch die Kirche an. Ein derartig imposantes Bauwerk würde man in dieser einsamen Gegend nicht vermuten. Sehenswert.

Meinen erstes Zwischenziel ist die Ruine Aggstein. Mächtig thront sie auf einem Felsen weit über dem Donautal. Ich überlege kurz sie mir genauer anzusehen, verwerfe die Idee aber wieder. Eine gerade angekommene Schulklasse sorgt für etwas Wirbel, dem ich lieber ausweiche. 

Es geht jetzt wieder bergab, dann bergauf und wieder bergab. Den Dunkelsteinerwald sollte man diesbezüglich nicht unterschätzen. Einige Höhenmeter kommen so auch zusammen. 

Bei der ehemaligen Karthause Aggsbach halte ich mich etwas länger auf. Dort gibt es eine sehenswerte Ausstellung, die ich mir ganz alleine in Ruhe ansehen kann.

Nun geht es wieder bergauf nach Wolfstein und durch das Raintal nach Gerolding, wo ich das erste mal eine Markierung übersehe. Der Umweg hält sich aber in Grenzen. Wieder am richtigen Weg gehe ich gedankenverloren weiter und übersehe prompt das zweite mal eine Markierung. Diesmal ist der Zeitverlust etwas größer, da ich ein Stück zurückgehen muss. Ich nehme mir vor, jetzt besser aufzupassen, was mir für den Rest der Wanderung auch gelingt.

Hilfreich bei der Orientierung sind auch markante Orte hilfreich, wie beispielsweise das schon von Berging aus sichtbare Schloss Schönbühel. Hier (in Berging) verlasse ich den Dunkelsteinerwald und gehe bergab zur Donau hinunter. Jetzt noch ein Stück am Radweg, dann biege ich nach Melk ab. Hier muss ich feststellen, dass offenbar nicht damit gerechnet wird, dass jemand zu Fuß den Ort erreichen will. Die Wegweiser sind für den Kraftfahrzeugverkehr ausgelegt. Trotzdem schaffe ich es bis zum Stift.

Für eine Besichtigung ist es mittlerweile schon zu spät, aber den Pilgerstempel bekomme ich noch. Zufrieden lasse ich den Tag bei einem kühlen Erfrischungsgetränk im Ort ausklingen. Die Etappe war weit länger als erwartet.

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Eine Nacht im Kloster / 21.9.2020

Heute geht die Fahrt in Richtung Osten, genauer gesagt nach Paudorf. Der flotte Railjet und ein langsamer Regionalzug bringen mich dorthin. Im Ort decke ich mich mit ausreichend Proviant für zwei Tage ein.

Mein erstes Ziel ist das auf einem 416 m hohen „Berg“ liegende Stift Göttweig. Der große Wegweiser neben einem schönen Rastplatz gibt mir mein Tagesziel mit 6 Stunden Gehzeit an. Da hab ich ja einige Kilometer noch vor mir. Daher halte ich mich nicht lange hier auf und setze meine Wanderung zur Donau fort.

Zwischen den Weingärten und einer kurzen Kellergasse schlängelt sich der gut markierte Weg nach Mautern. Der folgende Abschnitt neben der Straße ist zwar weniger attraktiv, dafür bekomme ich etwas vom Alltag mit. Wie überall wird auch hier am Ortsrand gebaut, während im Zentrum die kleinen Geschäfte schließen.

Gegen Mittag begebe ich mich auf historischen Boden in Form einer alten Römerstraße, die allerdings eher spurlos an mir vorübergeht. Interessanter ist da schon der schöne Ausblick von der Ferdinandswarte zur Donau.

Bevor ich nun in den mystischen Dunkelsteinerwald eindringe, gönne ich mir noch eine ausgiebige Rast an einer Wegkreuzung. Wie gerufen steht hier eine Bank und ich kann mich gemütlich ausbreiten.

Den Nachmittag verbringe ich im Wald. Es sind lange Wege, auf denen ich nach Maria Langegg gehe. Zwischendurch eine Aussicht, dann wieder ein Wegkreuz und sogar ein Gipfel (Schoberstein 618 m). Menschen treffe ich keine.

Ich habe mein Kommen im Kloster telefonisch angekündigt und werde sehr freundlich empfangen. Ein Ordensbruder zeigt mir die Räume (Waschraum, Jakobsstüberl, Kapelle und natürlich mein Zimmer). Ich bin der einzige Pilger im Kloster, und kann mich natürlich frei bewegen wie will.

Abendessen gibt’s im weltlichen Klosterstüberl. Sehr zu empfehlen die Nachspeisen und ganz besonders die Mohntorte.

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Bus Lounge Pyhra / 20.7.2020

In Österreich wird angeblich viel gewandert. Fast jede Region bietet einen Wanderweg an, manchmal mit mehr oder weniger sinnvoll klingenden Namen. Dabei gibt es ohnehin schon so viele Wege, beispielsweise den Jakobsweg im Mostviertel. Was man dort nicht findet, sind Menschenaufläufe, kein Fehler im heurigen Sommer.

Diesmal beginne ich in Zeillern, ein kleiner Ort etwas westlich von Amstetten (den Ort erreiche ich zu Fuß von Ludwigsdorf, wo ich das Auto abstelle). Nach dem obligaten Jausenkauf im örtlichen Lebensmittelgeschäft mache ich mich auf den Weg nach Strengberg. Um mein Tagesziel zu erreichen nehme ich gerne den Umweg über Wallsee in Kauf, den auch dorthin führt mich der gut markierte Weg.

Begegnungen sind rar, ich registriere drei Damen die mit ihren Hunden spazieren gehen und einen Landwirt der mit seinem Traktor eine Wiese mäht, in zwei Stunden! Die Gegend wirkt ausgestorben, vermutlich sind die Menschen in der Arbeit, die es am Land kaum gibt. Und touristisch ist hier praktisch nichts los.

Mein Eindruck wird beim Blick ins "Pilgerbuch" in der Bus Lounge Pyhra bestätigt. Es gibt Tage, da kommt hier niemand vorbei, dann sind es wieder einmal zwei Wanderer an einem Tag auf dem Weg nach Spanien, die sich hier eintragen und manchmal auch einige Gedanken niederschreiben. Eine zeitlang sitze ich im kleine Wartehäuschen und stell mir vor, wo die Pilger jetzt sein könnten.

In Wallsee holt mich dann die Vergangenheit in Form eine alten Zapfsäule ein. Es ist nicht nur der Umstand, dass es hier noch ein Gemisch 1:25 gibt, auch die Auspreisung bringt mich zum Schmunzeln.

Ich folge nun dem Altarm der Donau, wo vor dem Kraftwerksbau der Fluß verlaufen ist. Jetzt ist es ein ruhiges Erholungsgebiet für Menschen und Tiere. Leider sind auch einige lästige Mücken dabei.

Bei der Rohrmühle verlasse ich das Donauufer und der Weg steigt wieder leicht an. In der Ferne sehe ich schon den Turm der Kirche von Strengberg, was anscheinend meine Aufmerksamkeit sinken lässt. In der Folge übersehe ich eine Markierung und stehe wenig später weglos an einem Waldrand. Zum Glück stoße ich bald auf einen schwach ausgeprägten Feldweg, dem ich bis zum Ortsanfang folge, wo meine heutige Wanderung endet.

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Im Mostviertel / 17.6.2020

Strengberg. Mit diesem Namen habe ich bisher nur eine Steigung auf der Westautobahn in Verbindung gebracht. Auch die legendäre B1 führt durch den Ort. Und noch ein Weg streift diese kleine Marktgemeinde, es ist der Jakobsweg.

Nach einem kurzen Kirchenbesuch (Pilgerstempel!) gehe ich um 9 Uhr los. Mein Tagesziel ist Asten, wo ich im Vorjahr die Etappe begonnen habe. Ich hänge also wieder ein Stück an im Sinne "... zu Fuß durch Österreich."

Heute herrscht ideales Wanderwetter. Es ist leicht bewölkt und nicht zu heiß. Kurz nach Strengberg biege ich von der wenig befahrenen B1 ab und gehe nun durch eine wunderbare Landschaft vorwiegend auf Feldwegen und wenig befahrenen Nebenstraßen. Die Gegend wirkt irgendwie verlassen, nur ab und zu ist in der Ferne ein Fahrzeug zu sehen, meistens ist es ein gelbes Postauto oder ein kleiner LKW. Die Menschen sind auswärts in der Arbeit, die Häuser leer.

Ich komme an vorwiegend großen und gepflegten Bauernhöfen vorbei. Die Maschinen stehen in den riesigen Hallen, offenbar gibt es derzeit wenig zu tun. Das wird sich in der Erntezeit wohl schlagartig ändern.

Nach 9 km macht sich langsam ein Hungergefühl bemerkbar, jetzt wäre ein Pause willkommen. Und wir gerufen komme ich wenig später zu einer Wegkreuzung mit einer Bank. Ich bin vorerst noch skeptisch, ob es hier an der Straße wirklich so gemütlich ist. Nach einer halben Stunde steht aber fest: hier ist wirklich nichts los, kein Auto, kein Traktor, nur drei Radfahrer. Stille.

Ausgerastet und gestärkt gehe ich weiter. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es wird warm. Ein kurzes Waldstück spendet etwas Schatten.

Je weiter ich nun nach Westen komme, desto dichter ist das Gebiet besiedelt, was sich auch optisch (nicht immer zum Vorteil) bemerkbar macht. Interessant ist es aber dennoch zu sehen, wo und wie die Menschen hier leben und arbeiteten. Aber zum Glück verläuft der Weg nicht durch die von Weitem sichtbaren Anlagen des Ennshafens, sondern abseits nach Ennsdorf.

Ennsbrücke. So einfach kann ich hier von einem Bundesland in ein anderes wechseln, das war nicht immer so. Und dass diese Freiheit nicht so selbstverständlich ist, wurde uns aus einem anderen Grund in den letzten Wochen klar.

Langsam gehe ich die steile Straße zum Stadtplatz hinauf. Für einen Rundgang durch die älteste Stadt von Österreich fehlt mir nach 25 km die Motivation, auch auf den geplanten kurzen Abschnitt bis nach Asten verzichte ich und ziehe dafür einen Bahnhofskaffee vor.

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Von Asten nach Traun / 1.5.2019

Nach längerer Zeit hat mich wieder der Jakobswegvirus erwischt. Die letzte Etappe liegt schon Jahre zurück und hat mich bis nach Salzburg geführt. Heute möchte ich aber die nähere Heimat gehend erkunden. Mit dem Zug fahre ich um günstige € 1,20 von Linz nach Asten, wo ich kurz nach 10 Uhr die Wanderung beginne.

Das nicht besonders attraktive Siedlungsgebiet lasse ich schnell hinter mir, die heute wenig befahrene B1 ebenfalls. Gleich nach der Autobahnunterführung rückt das imposante Paneum ins Blickfeld, ein futuristisch wirkender Bau mit einem wohl sehenswerten Inhalt. Ein Ausstellungsbesuch läuft allerdings unter dem Motto "Schlechtwetterprogramm", genauso wie der des Freilichtmuseums "Sumerauerhof", zu dem ich nach Passieren eines dazwischen liegenden riesigen Möbelhauslager komme.

Pünktlich zu den Mittagsglocken erreiche ich St. Florian, wo ich mir gleich an der Stiftspforte meinen Pilgerpass abstempeln lasse. Natürlich besuche ich auch noch die prächtige Basilika, ehe ich etwas abseits "Am Ölberg" Mittagsrast mache.

Vom nun folgenden Abschnitt bis nach Ansfelden erwarte ich mir landschaftlich nicht besonders viel, werde aber positiv überrascht. Abwechslungsreich geht es hier durch Wald und zwischen Feldern leicht bergauf und bergab, dann wieder auf wenig befahrenen Landstraßen einige Kilometer dahin. Ab Ansfelden ist es mit der Beschaulichkeit aber vorbei. Den permanenten Autobahnlärm empfinde ich als Belastung, und von einer ansprechenden Landschaft kann auf Grund der dichten Bebauung auch nicht mehr die Rede sein. Auch Haid macht hier keine Ausnahme.

So ab Kilometer 20 wird das Gehen etwas mühsam, die Geschwindigkeit nimmt ab und der Hunger nimmt zu. Da kommt mir eine letzte Rast beim Kraftwerk Pucking gerade recht. Füße hochlagern, Augen schließen ... nach einer viertel Stunde gehe ich in Richtung Traun zur Endstation der Straßenbahnlinie 4 weiter, jetzt aber nicht mehr am Jakobsweg (denn der verläuft ab hier stromaufwärts nach Wels).

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Zu Fuß nach Salzburg / 22.6.2016

Für den ersten Abschnitt des Jakobsweges (Linz – Salzburg) fehlt mir noch die letzte Etappe von Neumarkt am Wallersee nach Salzburg. Mit gemischten Gefühlen gehe ich beim Bahnhof weg. Etwa 36 km liegen vor mir, eine Distanz, die ich bisher noch nie gegangen bin. Die anfänglich leichte Bewölkung lichtet sich bald und in Pfongau treffe ich wieder auf den regulären Weg (dort, wo ich ihn am 29.5. verlassen habe). In der kleinen Kapelle (Filialkirche St. Martin) kann ich meine Stempelsammlung um einen Abdruck vergrößern, es wird nicht der einzige des Tages bleiben.

Der Weg führt hier fast eben meist zwischen Wiesen, später am Ufer des Wallersees, dann leicht ansteigend nach Eugendorf. Kurz vorm Ort wird es etwas lauter, führt doch die stark befahrene B 1 hier vorbei. Nebenbei ist der Weg hier nicht besonders ansprechend, es geht meist gerade durch Siedlungsgebiet, und das in der Mittagshitze. Zum Glück kann ich beim Brunnen bei der Kirche meine Wasserflaschen auffüllen. Etwas außerhalb vom Ort mache ich auf einer Anhöhe eine etwas längere Pause.

Da ich nun schon mehr als die Hälfte des Weges hinter mir habe und sich auch noch keine Beschwerden in Form von drückenden Schuhen und/oder Rückenschmerzen eingestellt haben, steigt meine Zuversicht, das Etappenziel zu erreichen. Aussichtsreich gehe ich weiter, Hallwang liegt bald hinter mir, dann kommt der kleine Ort Berg und schließlich der Aufstieg zur Wallfahrtskirche Maria Plain. Hier merke ich dann doch die Strapazen und bin froh, dass es ab jetzt nur mehr bergab geht.

Die Stadtgrenze befindet sich direkt bei einem Viadukt, über welches die vielen Fahrstreifen der A1 führen. Jetzt noch ein Stück entlang der Salzach, bis ich in Bahnhofsnähe wieder den regulären Jakobsweg verlasse. Hier werde ich meine Wanderung hoffentlich bald wieder fortsetzen können. 

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Wieder am Jakobsweg unterwegs / 29.5.2016

Von Frankenmarkt nach Neumarkt am Wallersee. Diese Etappe habe ich bereits 2014 mit dem Rad befahren. Ganz zufrieden war ich damals ja nicht, daher gehe ich es diesmal wesentlich langsamer an.

Wie bestellt lichtet sich beim Weggehen vom Bahnhof der Nebel und wenig später gehe ich bereits in der Sonne. Schon bei der ersten kurzen Steigung in Kühschinken wird mir klar, dass ich bei Gehgeschwindigkeit mehr sehe. Natürlich gibt es auch Nachteile, denn wenig attraktive Abschnitte, die man eher schnell hinter sich bringen möchte, gibt es immer wieder.

Bei Schwaigern überquere ich die Vöckla und nähere mich bald den Geleisen der Westbahnstrecke Wien – Salzburg. Hier befindet sich ein schöner schattiger Rastplatz, gerade recht für eine erste kurze Pause. Gestärkt wandere ich bald wieder weiter, zuerst länger durch einen auffallend grünen Wald, später über freies Gelände nach bis zur kleinen Ortschaft Hochfeld. Eine schöne Aussicht und ein angenehmes Bergabstück bis zur Bahnstation Oberhofen-Irrsee sind die unspektakulären Eckdaten der folgenden Kilometer.

Mittagsrast bei der Bahnstation. Diese liegt direkt in einer scharfen Kurve, welche die Züge zur Langsamfahrt zwingt. Nach nur kurzer Rast gehe ich weiter, wobei ich mich jetzt vorwiegend auf die Beschaffung von Trinkwasser konzentriere. Und ich habe Glück. Am Ende des Siedlungsgebietes befindet sich ein Brunnen, der offenbar für durstige Pilger neu errichtet wurde. Mit frischen 1,5 Liter Wasser gehe ich den etwas längeren Anstieg zur Hager Kapelle wesentlich gelassener an. Denn Flüssigkeitsmangel ist einer der Hauptgründe für Müdigkeit, aber diesen Schwachpunkt habe ich beseitigen können.

In der besagten Kapelle befindet sich ein dickes Pilgerbuch mit einem Eintrag vom heutigen Tag. Zwei Frauen sind auf dem Weg, vermutlich einige Stunden vor mir, hier vorbeigekommen. Ein Zusammentreffen mit anderen Wanderern gibt es selten, am ehesten noch in Unterkünften oder Pilgerherbergen am Abend. Aber davon bin ich noch weit entfernt.

Mit Blick auf den Wallersee gehe ich die letzten Kilometer nach Pfongau hinunter, wo ich den markierten Weg verlasse um zum Bahnhof in Neumarkt zu gelangen. Das nächste mal werde ich hier den Weg nach Salzburg fortsetzen.

Fahrrad - Eine Alternative? / 6.5.2014

IMG_2402Jakobsweg mit dem Rad. Nach der Beschreibung sollten die beiden Etappen dafür geeignet sein. Es spricht also nichts dagegen, diese Variante einmal zu versuchen.

Frankenmarkt. Jause gekauft, Kirche besichtigt. Kurz nach dem Ortsende entdecke ich die vertraute Markierung, die mich nun bis Salzburg begleiten wird.

Es würde aber zu weit führen, hier die einzelnen Abschnitte zu beschreiben. Nur soviel: der Radfahrer sieht wesentlich weniger als der Fußgänger. Trotz der geringen Geschwindigkeit muss ich mich auf den Weg konzentrieren, bremsen, schalten, orientieren, zum gedankenverlorenen Schauen bleibt da einfach kaum Zeit. Natürlich gibt es wieder Abschnitte, wo ein Rad ganz angenehm ist. Aber insgesamt betrachtet ist der Erlebniswert für den Fußgänger höher.

Eugendorf. Eine Ansammlung von Einfamilienhäusern auf teilweise zu kleinen Grundstücken, eine klare Struktur ist für mich nicht erkennbar. Die Gegend wirkt etwas zersiedelt. Ich spüre auch die Unruhe, die von der nahen Mozartstadt ausgeht, die stark befahrene Autobahn zerschneidet die Landschaft. Der Lärmpegel nimmt fast unmerklich zu.

Salzburg. Hier sind Radfahrer klar im Vorteil. Dank guter Beschilderung finde ich rasch zum Bahnhof. Hektik. Viele Pendler wollen noch rasch zu den Zügen. Der REX nach Linz steht schon am Bahnsteig. Beim Einsteigen empfängt mich fast subtropisches Klima, der Waggon dürfte lange in der Sonne gestanden sein. Die meisten Plätze sind schon belegt, scheinbar wollen alle hinaus aus der Stadt. Abfahrt. Der Zug beschleunigt rasch, der Fahrtwind bringt die ersehnte Abkühlung. Bei jedem Halt werden die Fahrgäste weniger, und irgendwann habe ich den ganzen Waggon für mich allein. Im Pendlerzug von Salzburg nach Linz, ein Erlebnis der besonderen Art. 

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Alte Wege / 30.4.2014


IMG_2184 Ich sitze im Intercity nach Vöcklabruck. Ein junger Mitarbeiter des Bordservice wird gerade eingeschult. Der ältere, offenbar schon erfahrene Kollege, weist ihn darauf hin, dass er bei Bergaufstrecken aufpassen soll. Beim Arlberg kann das ganz schön beschwerlich sein, wenn man die falsche Richtung gewählt hat. Recht hat er.

Auch ich habe aus den letzten Etappen meine Lehren gezogen. Daher will ich heute weniger weit gehen, und dazu nehme ich auch noch die leichteren Schuhe.

Vöcklabruck. Der Name stammt von der Brücke über die Vöckla, die im Jahre 1134 gekauft wurde. Heute nehme ich die im Wanderführer beschriebene Variante, die einen Bogen um die Stadt macht, also gehe ich nicht über die besagte Brücke. Leider fehlen hier die blaugelben Markierungen, vermutlich möchte man die Wanderer in die Stadt umleiten.

Timelkam. Ein Autofahrer bleibt stehen und fragt mich, ob ich ein Pilger am Jakobsweg bin. Als Inhaber des "Credencial del Peregrino" kann ich die Frage locker mit "ja" beantworten. Nach kurzem Gespräch gehen ich weiter.

Ich befinde mich hier auf geschichtsträchtigem Boden. Ein römischer Verkehrsweg ist hier verlaufen. Als äußeres Zeichen sind nur mehr wenige Meilensteine erhalten geblieben. Einer befindet sich beim Anwesen “Weißböck” in Weiterschwang und wurde vor Jahren zufällig entdeckt. Ein weiterer steht bei der Kirche in Vöcklamarkt. Ursprünglich befand er sich in Mösendorf (dort neben der B1 steht jetzt eine Attrappe, was für die Autofahrer sicher ausreichend ist).

Weniger sehenswert, aber zumindest erwähnenswert ist die 110 KV Leitung der ÖBB die hier verläuft. Irgendwie unvorstellbar, dass in der Drähten soviel Energie fließt, dass ein Railjet mit 200 km/h übers Land brausen kann. Wenn das die alten Römern gewusst hätten.

Frankenmarkt. Und wieder erreiche ich auf die Minute genau den Bahnhof. 27 km liegen hinter mir. Die Schuhe haben optimal gepasst (für besonders Interessierte: die Falke Socken aus Merinowolle sind wirklich gut). 

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Entlang der Ager / 17.4.2014

Kühle Morgenluft empfängt mich beim Aussteigen aus dem Waggon. Ich bin froh, dass ich die Mütze mitgenommen habe. Aber es sollte heute noch wärmer werden, und die Eisblumen am Straßenrand werden bald der Vergangenheit angehören.

Im Stift Lambach hole ich mir einen Pilgerstempel. Der freundliche Herr in der Verwaltung erklärt mir, dass die Pilger immer mehr werden. Es gibt eine einfache Unterkunft, aber auch komfortable kleine Zimmer. Bevor ich meine Wanderung fortsetze, sehe ich mich noch ein wenig im Stift um.

Die nächsten Kilometer wandere ich entlang der Ager, ein wunderbarer Weg. Ich bin immer wieder erstaunt, wie unbekannt die eigene Heimat ist.

Schwanenstadt. Markttag. Einige Stände sind noch da, der große Andrang ist aber schon längst vorbei, verständlich, ist es doch schon Mittag.

Auf der Suche nach einem schönen Rastplatz dürfte ich eine Markierung übersehen haben, oder sie fehlte. Der kleine Umweg führte mich in ruhiges Siedlungsgebiet. Akkurat geschnittene Thujenhecken, gepflegte Gärten, Reihenhäuser im Schuhschachtelstil. Ich komme mir etwas fremd hier vor.
Etwas außerhalb des bebauten Gebietes finde ich einen schönen Rastplatz mit Blick zum Höllengebirge.

Es tut gut, die Füße etwas auszustrecken, denn sie schmerzen ein wenig. Vielleicht liegt es an den schweren Schuhen die ich heute trage. Ich bin mir immer noch nicht sicher, welches Schuhwerk am besten geeignet ist. Die leichten Sportschuhe geben auf Dauer zu wenig Halt, die schweren Bergschuhe werden nach 10-15 km eine erhebliche Belastung. Das nächste mal werde ich einen Mittelweg probieren, sofern ich nicht das Rad nehme. Denn das wäre auch eine Möglichkeit. Allerdings fehlt dann die wohltuende Entschleunigung, die man nur zu Fuß erleben kann.

Attnang besteht hauptsächlich aus einer großen Baustelle, zumindest wenn man so wie ich entlang der Westbahn den Ort durchquert. Da gefällt mir der nächste Ort schon besser, Vöcklabruck mit seinem schönen Stadtplatz und den beiden Stadttürmen.

Mittlerweile habe ich das Gehtempo deutlich reduziert, die Beine fühlen sich zeitweise wie Blei an. Zum Glück ist es jetzt nicht mehr weit bis nach Timelkam. Aber leider liegt der Bahnhof etwas außerhalb und damit schwindet auch die Hoffnung, den Zug um 18:41 noch zu erreichen. Aber ich habe Glück. Während ich die Karte löse, fährt der Zug mit zwei Minuten Verspätung ein. Das war knapp. 

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