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Buen Camino / 8.10.2025

Vor etwa einem halben Jahr habe ich die erste Etappe des Innviertler Jakobsweges begonnen. Und heute steht der letzte Abschnitt von Seekirchen nach Salzburg am Programm.

Dank der guten Bahnverbindung bin ich rasch am Ausgangspunkt. Ich stelle das GPS so wie immer auf Null und gehe los. Vom Bahnhof in den Ort ist es nicht weit und bald sehe ich wieder die vertraute Markierung. Am Ortsende biege ich in einen Wald ab.

Den ersten Halt mache ich in Mühlberg, wo die wirklich sehenswerte Kirche zum hl. Leonhard steht. Es ist eine altes Bauwerk ohne Prunk und Pomp, das gefällt mir.

Gegen Mittag komme ich nach Eugendorf. Hier vereint sich der Innviertler Jakobsweg mit dem Hauptweg, der von Wien nach Vorarlberg führt. Den folgenden Abschnitt bis Salzburg habe ich 2016 begangen was mich aber nicht hindert, dies noch einmal zu tun.

Etwas außerhalb vom Ort fallen mir die riesigen Strommasten auf, die damals noch nicht das Landschaftsbild geprägt haben. Schön sind sie nicht und keiner will eine 380 kV-Leitung über dem Haus, aber irgendwo muss der viele Strom den wir verbrauchen auch fließen. Übrigens fließt hier nicht nur Energie, sondern auch Tag und Nacht der Verkehr auf der nahen Westautobahn, was trotz Lärmschutz nicht zu überhören ist.

Auf Nebenstraßen komme ich nach Kasern und beginne dort den kurzen Aufstieg zur Wallfahrtskirche Maria Plain. Der Waldweg entpuppt sich als ziemlich nass und rutschig und wird anscheinend kaum begangen. Die einzige Begegnung habe ich mit einem Feuersalamander.

Punkt 14 Uhr komme ich oben an, die Glocke schlägt zur Begrüßung. Ich gehe kurz in die Kirche, dann genieße ich noch einige Minuten den wunderbaren Ausblick auf die Stadt Salzburg. Es sind doch noch einige Kilometer bis zum Dom.

Konkret sind es 6 km, der überwiegende Teil davon entlang der Salzach. Und je näher ich zur Altstadt komme, umso mehr werden die Touristen, was auch nicht verwunderlich ist. Die Altstadt ist wirklich schön.

Nach 162 km, aufgeteilt in 8 Etappen, beende ich die Wanderung vor dem Dom. Schön war's, und rückblickend möchte ich keinen Kilometer missen. Buen Camino.

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Waldbrand / 10.6.2025

Bei bestem Wanderwetter (blauer Himmel) steige ich in Höhnhart aus dem Bus, der nun ohne Fahrgast weiterfährt. Meine heute Etappe führt über Maria Schmolln nach Mattighofen. Die Gegend ist hügelig, Wiesen, Felder und Wälder liegen vor mir.

Diesmal bin ich wieder mit den leichten Sportschuhen unterwegs und nicht wie zuletzt mit den höheren Wanderschuhen. Ganz zufrieden bin ich mit der Schuhwahl aber immer noch nicht. Die Schuhe sind zwar leicht, aber etwas eng. Vielleicht dehnen sie sich noch, mal sehn.

Am späten Vormittag komme ich nach Maria Schmolln. Ich gehe kurz durch den schönen Klostergarten, dann in die Kirche und zum Abschluss in das örtliche Lebensmittelgeschäft, wo gerade eine Bierlieferung ankommt. Trotz dieser Verlockung lösche ich meinen Durst mit frischem Wasser aus dem Klostergarten und verlasse den schönen Ort.

Der Weg führt jetzt hinunter zum Moosbach und dann geht es gleich wieder bergauf nach Perneck. Mittlerweile hat sich die Farbe das Himmels von blau zu grau verändert. Es ist sehr diesig, das Licht ist irgendwie unangenehm. Im folgenden Waldstück ist es gleich besser und hier mache ich auch die längst fällige Pause.

Bis nach Mattighofen ist jetzt nicht mehr weit, allerdings ist es außerhalb vom Wald drückend heiß. Und wieder schiebt sich ein Grauschleier vor die Sonne. Die Ursache sind Waldbrände in Kanada. Durch den Wind werden Rauchpartikel 7000 km weit zu uns geblasen, unglaublich.

Heute bin ich froh, dass die Wanderung nach 17 km bei der Bahnstation endet. Die drückende Hitze und das unangenehme Licht waren auf den letzten Kilometern keine guten Begleiter.

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Waldetappe / 7.6.2025

Heute liegt eine waldreiche Etappe vor mir, was mir in Anbetracht der sommerlichen Temperatur durchaus gelegen kommt. Ich beginne wieder dort, wo ich zuletzt die Wanderung beendet habe, bei der kleinen Bahnstation Obernberg – Altheim.

Der gut beschilderte Weg führt zunächst zwischen weiten Feldern nach Altheim. Hier hat das Bierbrauen Tradition, wie auf einigen Hinweistafeln zu lesen ist. Ein kurzer Abstecher in die Bier Greisslerei (ohne Verkostung, ich habe ja noch einige Kilometer vor mir) gehört hier einfach dazu.

Dann lasse ich den Ort endgültig hinter mir. Mittlerweile ist es schon sehr warm und ich bin froh, als ich bei Lüfteneck den Gaugshamerwald erreiche. Die folgenden Kilometer bieten kaum eine Aussicht, dafür aber viel Schatten. Dank der guten Markierung finde ich problemlos den Weg nach Roßbach.

Nach einem kurzen Stück auf der wenig befahrenen Straße biege ich wieder in den Wald ab. Es geht jetzt immer leicht bergauf bis zum höchsten Punkt der Wanderung. Dieser befindet sich an der Kreuzung von zwei Forststraßen auf 553 m Höhe im Wald, also ziemlich unspektakulär. Aber immerhin steht dort eine Bank, wo ich mich kurz ausrasten und die Füße hochlagern kann.

Bis nach Höhnhart ist es jetzt nicht mehr weit. Etwa 2,5 km trennen mich noch vom kleinen Ort, den ich nach 21 km erreiche. Ein Detail am Rande: in Höhnhart gibt es zwei Bushaltestellen, Ortsmitte Nord und Ortsmitte Süd. Also aufpassen, dass man nicht bei der falschen Haltestelle vergeblich auf den Bus wartet.

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Abschied vom Inn / 13.5.2025


Der Weg nach Antiesenhofen hat mich zuletzt nicht besonders begeistert. Mit entsprechend geringer Erwartungshaltung setze ich daher heute meine Wanderung am Jakobsweg fort. Bevor ich aber losgehen kann, muss ich zuerst nach Antiesenhofen kommen.
 
Nach dem Motto "lerne deine Heimat kennen" nehme ich den Umweg über Attnang, um von dort mit dem Retroexpress über den Hausruck zu fahren. Diese Nebenbahn ist ein Erlebnis, nicht nur für Eisenbahnliebhaber.

Gut gelaunt gehe ich bei der Bahnstation los. Kurz darauf komme ich bei einer Bäckerei vorbei. Da ich ohnehin nur eine kleine Jause eingepackt habe, kommt mir das Geschäft wie gerufen.

Nach dem Ortsende verlasse ich die Straße und biege auf einen Feldweg ab. Bis kurz vor Reichersberg wandere ich zwischen Wiesen und Feldern. Beim sehenswerten Stift ist noch nicht viel los. Ich werfe einen Blick in die Kirche, hole mir in der Kanzlei einen Pilgerstempel und gehe zum Ufer des Inn hinunter.

Der nächsten Ort ist Obernberg, wo es einen 26 Meter hohen Aussichtsturm gibt. Die Aussicht ist fantastisch, etwas gewöhnungsbedürftig ist aber der Gitterboden mit Tiefblick.

Nach einer kurzen Mittagsrast etwas außerhalb des Ortes komme ich zum Innstausee (Europareservat Unterer Inn). Da das Beobachten von Wasservögel nicht zu meinen Hobbys gehört, begnüge ich mich mit der wunderbaren Aulandschaft. Nun verlasse ich den Inn, denn der Jakobsweg ändert jetzt langsam seine Richtung auf Süden.

Bei der Bahnstation Obernberg - Altheim beende ich nach 20 km die Etappe.

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Im Grenzbezirk / 28.4.2025


Heute setze ich meine Wanderung am Jakobsweg fort. Mein Ziel ist Antiesenhofen, gut 20 km von Schärding entfernt.

Gleich am Beginn bei der alten Innbrücke stelle ich fest, dass hier der 810er (eine Variante des Rupertiweg) verläuft. Auch der E10 geht hier vorbei, also fast schon eine "Weitwanderautobahn". Und trotzdem werde ich im Laufe des Tages keinen anderen Wanderer begegnen.

Die ersten fünf Kilometer gehe ich entlang des Inn, dann ändert der Weg die Richtung in den Lindetwald. In einem Bogen umgehe ich den kleinen Flugplatz bei Suben und komme zu Mittag nach St. Marienkirchen. In der Kirche hole ich mir den Pilgerstempel und mach mich dann auf die Suche nach einem schattigen Rastplatz. 

Etwas gedankenverloren übersehe ich einen Wegweiser und biege etwas zu spät ab. Der Umweg ist zwar nicht groß, aber trotzdem ärgert es mich. Schließlich finde ich in Grosswiesenhart endlich den ersehneten Rastplatz an einer Straßenkreuzung. Auf einer alten Tafel kann ich lesen, dass ich mich hier im Grenzbezirk befinde.

Nach der Pause gehe ich weiter und übersehe gleich wieder eine Abzweigung. Diesmal habe ich mich von der rot-weiß-roten Markierung des 810er bzw. E10 verleiten lassen. Bei der Bahnhaltestelle Dietrichshofen treffe ich wieder auf den richtigen Weg.

Der folgende Abschnitt bis Antiesenhofen zählt nicht zu meinen Favoriten. Der Verkehrslärm von der nahen Autobahn ist gut zu hören und die letzten zwei Kilometer auf der Straße sind eintönig. Schließlich erreiche ich müde die schmucklose Bahnstation, wo ich die Wanderung beende.

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Innviertler Jakobsweg / 19.4.2025

Diese Variante des Jakobsweges verläuft von Passau nach Salzburg und deckt sich teilweise mit dem europäischen Pilgerweg Via Nova. Wohl auch ein Grund, weshalb nicht immer der Stempel mit der Jakobsmuschel aufliegt. Egal, es geht ja nicht um das Sammeln von Stempeln. Eine gewisse Freude habe ich aber trotzdem wenn sich die Seiten im Pilgerpass (Credencial del Peregrino) im Laufe der Zeit füllen.

Ich beginne meine Wanderung mit einem Cappuccino und einer frischen Zimtschnecke. Hier könnte ich es länger aushalten und mich durch das süße Angebot durchkosten. Dann würde ich die Etappe bis nach Schärding aber nicht schaffen.

Nach einem kurzen Blick in den von englischsprachigen Touristen gut besuchten Dom gehe ich zum Inn und verlasse am westlichen Uferweg die Stadt. Bald komme ich zum Grenzkraftwerk Passau-Ingling, wo ich auf Grund einer Wegsperre auf die österreichischen Seite wechseln muss. Am dortigen Radweg gehe ich bis nach Wernstein. Am Mariensteg überquere ich abermals den Inn und mache unterhalb das Schloss Neuburg die erste Pause.

Anschließend gehe ich am westlichen Uferweg zur Vornbacher Enge und erreiche kurz darauf das ehemaligen Kloster Vornbach. Im Gegensatz zum Dom in Passau habe ich die barocke Kirche für mich alleine.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Schärding und bald kann ich den Kirchturm der Pfarrkirche am anderen Ufer sehen. Bei der alten Innbrücke überquere ich ein letztes Mal den Inn und gehe zum oberen Stadtplatz hinauf. Heute ist hier viel los, aber ich kann mich mit dem Trubel nach den Stunden der Ruhe nicht anfreunden. Ich mache noch einige Erinnerungsfotos und gehe dann zur etwas außerhalb der Stadt gelegenen Bahnstation, wo ich die Wanderung nach 20 km beende.

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Vier 900er / 28.10.2023

Hohe Luft - Hongar - Alpenberg - Taubenkogel

Diese vier Gipfel liegen auf meinem Weg von Pinsdorf nach Schörfling. Alle haben gemeinsam, dass sie unter 1000 Meter liegen. Es sind also eher unspektakuläre Erhebungen ohne Gefährdungspotenzial. Umso schöner ist aber die Aussicht bei dieser Kammwanderung.

Die erste Pause mache ich beim Almgasthof Schwarz. Es ist so warm, dass ich im Freien sitzen kann. Natürlich verkoste ich auch hier wieder die Kaspressknödelsuppe, dann setze ich meine Wanderung fort.

Beim Alpenberg gibt es auf Grund der nachwachsenden Bäume fast keine Aussicht. Dafür ist das Panorama bei der sogenannten Schickermahd, die ich kurz darauf erreiche, umso schöner.

Nun geht es aussichtsreich und sehr sonnig bis zum Gahberg weiter. Es folgt der nordseitige (=schattige) Abstieg nach Schörfling. Erst beim Attersee komme ich wieder in den Genuss der Herbstsonne.

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Kein Gipfel / 2.8.2023

Der Wetterbericht sagt ganz passables Wanderwetter voraus. Etwas Sonne, vielleicht ein kurzer Schauer im Bergland, aber überwiegend trocken. Gute Voraussetzungen für meine jährliche Tour auf den Pleschberg.

Wie immer fahre ich mit dem Zug nach Ardning und beginne dort die Wanderung. Der Pleschberg ist von einem Netz aus Steigen und Forststraßen überzogen, die wenigsten sind aber markiert. Sicherheitshalber werfe ich daher gelegentlich einen Blick auf die digitale Karte.

Es ist feucht im Wald, etwas nebelig, fast mystisch. Und plötzlich sehe ich das erste gelbe Schwammerl neben dem Weg. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich nehme einen Behälter aus dem Rucksack in der Hoffnung, dass ich noch mehr finde. Die Ausbeute ist allerdings überschaubar.

Bei der Jagdhütte mache ich eine kurze Pause und fülle die Wasserflasche. Ich möchte jetzt auf direktem Wege durch den Wald zur nächsten Forststraße aufsteigen und dann auf dieser bis zum markierten Wanderweg gehen.

Soweit kommt es aber nicht. Immer wieder stoße ich jetzt auf schöne Eierschwammerl und die Zeit verrinnt ohne nennenswerten Höhengewinn. Und irgendwann entscheide ich mich gegen den Gipfel und für die Pilze.

Abstieg wie Aufstieg, mit einigen kurzen Abweichungen, aber wesentlich schneller. Und so erreiche ich auch noch den früheren Zug nach Linz.

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Donausteig - Postkartenmotiv / 9.5.2023

Wieder fahre ich mit dem Bus 670 (Linienverkehr Linz - Passau) ins Donautal. Diesmal habe ich den ersten Bus des Tages genommen. So kann ich bereits kurz nach 8 Uhr meine Wanderung in Schlögen beginnen.

Anfangs führt der Weg gleich steil in den Wald hinein, wird aber nach einiger Zeit wieder flacher. Nur eine halbe Stunde später stehe ich schon auf der Aussichtsplattform, von der aus wohl schon tausende Fotos gemacht worden sind. Kein Wunder, das Motiv ist wirklich einzigartig. Und jetzt am frühen Vormittag passt auch das Licht und ich mache natürlich das bekannte Postkartenfoto.

Zufrieden gehe ich nach Haibach weiter, wo ich beim Bäcker meinen Proviant ergänze. Kurze Rast auf der "Hausbank" vor dem Gemeindeamt, dann gehe ich weiter.

Der Donausteig verläuft - so gut es geht - abseits von Straßen. Manchmal sind geplante Umwege notwendig, was ich am Abschnitt zwischen Haibach und Hinterberg feststellen kann. Das hat aber wieder den Vorteil, dass ich in mir bisher unbekannte Gegenden komme.

Mittagsrast etwa zur Halbzeit zwischen Hinterberg und Hinteraigen. Ein kreativer Kopf hat hier eine originelle Sitzbank in einen Holzstoß eingebaut. Da es heute aber etwas windig ist, fällt die Pause kurz aus.

Die folgenden Kilometer bis nach Aschach fallen unter die Kategorie "geht halt nicht anders". Ein sehr großer Asphaltanteil tut den Beinen nicht gut. Hier wird mir wieder bewusst, wie angenehm das Gehen auf Wald-, Wiesen-u. Feldwegen ist.

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Donausteig - Trappistenbier / 7.5.2023

Engelszell. Der Klosterladen hat geöffnet. Ich nutze die Gunst der Stunde und kaufe mir eine Flasche des im Kloster gebrauten Trappistenbieres. Trinken werde ich es aber erst zu Hause.

Die ersten Kilometer gehe ich entlang der Donau abseits der Hauptstraße. Der Weg führt oft direkt am Ufer und ist überraschend abwechslungsreich. Bei Oberranna verlasse ich das Donautal und biege rechts in den Wald ab. Nach einem Anstieg geht es aber bald wieder bergab bis zur Mündung des Kösslbaches in die Donau. Auf der anderen Seite des Baches setzte ich meine Wanderung auf einer Forststraße fort.

Wenig später unterläuft mir ein nicht erklärbarer Aufmerksamkeitsfehler. Ich übersehe eine gut sichtbare Abzweigung und gehe einen Kilometer bergauf weiter. Erst als es wieder bergab geht, kommen mir erste Bedenken. Ich werfe einen Blick auf meine Handtelefon, wo ich die Karte abgespeichert habe und stelle fest, dass ich mich beim Bärenbach anstatt beim Kösslbach befinde. Ich überlege kurz, ob ich im Wald zum richtigen Weg aufsteigen soll, entscheide mich aber dann für die sichere Variante, also den Rückweg bis zur Abzweigung.

Wieder am richtigen Weg gehe ich zügig weiter. Zuerst noch im Wald, später auf einem freien Höhenrücken komme ich zum 4-Viertel-Blick. Hier ist es etwas windig, daher fällt die Pause kurz aus. Dafür ist die Aussicht umso schöner.

Waldkirchen am Wesen. Interessehalber suche ich im Netz nach dem Ort und bekomme folgende Antwort:

Der Name Waldkirchen am Wesen hat eine historische Bedeutung. Er bezieht sich auf die gotische Pfarrkirche in Waldkirchen, die 1282 urkundlich erstmals erwähnt wurde, und auf den Ort Wesenufer, der an der Donau liegt und früher eine wichtige Überfuhrstelle war. Wesen ist ein alter Name für die Donau, der sich von dem lateinischen Wort visum (Gesicht, Anblick) ableitet. Die Gemeinde Waldkirchen am Wesen entstand 1938 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Oberaichberg, Unteraichberg und Wesenufer.

Quelle: Unterhaltung mit Bing, 12.5.2023

Ich lasse den kleinen Ort hinter mir und gehe weiter. Bald tauche ich wieder in eine der vielen Donauleiten ein. Dazwischen gibt es manchmal kleine Sichtfenster hinunter zur Donau. Der Weg führt jetzt nochmals auf einen Höhenrücken hinauf, den ich von einer Radtour bereits kenne.

Am Aussichtspunkt Paschinger Hügel lege ich die letzte Rast ein. Etwa 21 km liegen hinter mir, 4 km noch vor mir. Der Rucksack ist jetzt schon sehr leicht und bergab geht es auch, eine angenehmer Abschluss der Wanderung.

Schlögen, 17 Uhr. Hier beende ich die Wanderung bei einem köstlichen Bier auf der Terrasse des dortigen Hotels. Zwei Kreuzfahrtschiffe fahren stromabwärts vorbei und steuern in die Donauschlinge hinein. Es ist schon interessant zu beobachten, wie die riesigen Schiffe den Richtungswechsel schaffen. Kurz vor 18 Uhr kommt mein Bus und bringt mich stressfrei nach Linz zurück.

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Donausteig - Im Sauwald / 6.4.2023

Zurück in Kasten. Ich gehe von der Haltestelle vorerst am Weg 706, dann unmarkiert durch den Wald und später über eine Wiese nach Hütt. Nun bin ich wieder auf der offiziellen Route.

Bald komme ich nach Vichtenstein, ein beschaulicher Ort. Im Gemeindeamt gibt es einen kleinen Hofladen der OÖ Lebenshilfe mit Produkten aus der Region. Ich kaufe mir eine Bananenschnitte, die mir von der Verkäuferin als "wahnsinnig lecker" angepriesen wird. Die Verkostung verschiebe ich aber vorerst auf später.

Kurze Mittagspause beim Rastplatz "Teich". Es ist schön hier, sonnig, fast windstill und aussichtsreich. Nach der kargen "Hauptspeise" gönne ich mir eine halbe Bananenschnitte. Und die schmeckt wirklich vorzüglich.

Nun liegen fast 300 Höhenmeter Aufstieg zum Haugstein vor mir. Der Gipfel befindet sich zwar nicht am Weg, den kurzen Abstecher nehme ich aber in Kauf. Eine Aussicht gibt es oben nicht, aber dafür ich stehe am höchsten Punkt des Innviertels, immerhin auch etwas.

Am Kreuzweg gehe ich zur kleinen Ortschaft Stadl hinunter, ein Langlaufzentrum. Das war mir bisher nicht bekannt. Um diese Jahreszeit ist es hier sehr ruhig, besonders unter der Woche.

Bisher habe ich bei meiner Wanderung niemanden begegnet, mit Ausnahme im Hofladen. Auch der weitere Weg nach Engelhartszell ist nicht gerade überlaufen. Gelegentlich höre ich das Geräusch einer Motorsäge, auch Hundegebell schreckt mich manchmal auf. Zum Glück sind alle Vierbeiner angebunden oder hinter Zäunen.

Kurz vor der Donau mache ich noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt "Kraftwerk Jochenstein". Den hätte ich mir aber sparen können, denn die Sicht ist auf Grund mittelhoher Sträucher praktisch nicht vorhanden.

Ohne Eile erreiche ich schließlich das Tagesziel. Es geht sich auch noch ein kurzer Besuch in der Stiftskirche aus. Der Klosterladen hat aber leider schon geschlossen. Das dort erhältliche Trappistenbier kann ich also erst bei der folgenden Etappe kosten bzw. kaufen.

Die Rückfahrt verläuft wie erwartet ohne Probleme.

Fotos

Donausteig - Der Start / 3.4.2023

Die markanten Donausteigwegweiser sind mir bereits öfters aufgefallen. Und ohne es zu wissen, habe ich wahrscheinlich schon den einen oder anderen Kilometer zu Fuß oder mit dem Rad absolviert. Heute ist es aber anders. Ich beginne einen neuen Weitwanderweg, den Donausteig. Mit seinen 267 km Länge erscheint mir die südliche Variante ein gut überschaubares Unterfangen zu sein.

Nach einer Stunde Fahrzeit mit dem trotz seines Alters immer noch sehr modernen deutschen ICE verlasse ich in Passau den Bahnhof und stehe vor dem ersten Wegweiser. Kasten 22,6 km - eine Tageswanderung liegt vor mir.

Ich ignoriere die Sehenswürdigkeiten der Stadt, überquere auf einer Fußgängerbrücke den Inn und folge bald den Gleisen einer aufgelassen Bahnlinie. In Rosenau kaufe ich mir noch schnell eine Jause und eine Flasche bayrisches Bier.

Bei der Brücke über den Haibach betrete ich wieder österreichisches Staatsgebiet, natürlich völlig unspektakulär, und gehe anschließend auf einem schönen Waldweg in Richtung Freinberg. Sobald das Gelände freier wird, empfängt mich ein eisiger Ostwind, der mein Bier im Rucksack gut kühlen wird.

Kurze Mittagspause beim Panoramablick Blaas. Hier blicke ich letztmalig auf Passau zurück, dann gehe ich wieder ins Donautal hinunter. Hier ist es weniger windig und relativ warm. Nach gut 2 km komme ich zur Kösslbachbrücke, wo ich das Donautal verlasse und wieder auf den Höhenrücken aufsteige.

Abwechslungsreich geht es weiter, mal auf Feldwegen, dann im Wald, dazwischen auch auf kaum befahrenen Nebenstraßen. Sonne und Wolken wechseln einander ab. Das Bier im Rucksack ist mittlerweile gut gekühlt, ich bleibe aber beim Wasser, zumal ich noch einige Kilometer vor mir habe.

Ab Kilometer 20 treten die ersten Ermüdungserscheinungen auf. Das Tempo wird langsamer und ab und zu schmerzt der Rücken. Aber zum Glück geht es jetzt nur mehr bergab und das Ziel ist in Sichtweite.

In der kleinen Ortschaft Hütt endet offiziell die erste Etappe nach 20,4 Kilometer (mein GPS zeigt 20,7 km an). Bis nach Kasten ist es aber auch noch ein Stück, und so kommen insgesamt 23,5 Kilometer zusammen.

Rückfahrt nach Linz, der Bus ist leer und ich komme in den Genuss einer wunderbaren Panoramafahrt durchs Donautal, erste Reihe fußfrei.

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Höllengebirge - Der Abstieg / 30.10.2021

Die Nacht hat sich dann doch etwas gezogen. Nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Stille. So eine absolute Ruhe bin ich nicht gewohnt. Jedes Geräusch wird wahrgenommen und der Körper reagiert mit besonderer Wachsamkeit, vermutlich ein Urinstinkt. Schließlich sind sich aber doch einige Stunden Schlaf ausgegangen, zwar mit Unterbrechungen, aber es hat gereicht.

Nach dem bescheidenen Frühstück bringe ich die Unterkunft wieder in Ordnung und gehe kurz nach 8 Uhr los. Die Berge weit im Süden liegen schon in der Sonne, ein sonniger Tag kündigt sich an. Davon haben die Bewohner rund um den Attersee vorerst aber nichts, denn der liegt noch unter einer dichten Nebeldecke.

Heute habe ich kaum Höhenmeter zu bewältigen, also kann ich mir die Zeit für den einen oder anderen Abstecher erlauben. Zum Beispiel auf die Brennerin, ein schöner Aussichtsgipfel hoch über dem Attersee. Oder zur nahegelegenen Bergrettungshütte. Zu meiner Überraschung sind die Fensterläden und die Eingangstüre offen. Vorsichtig klopfe ich an und wenig später sitze ich auch schon beim Tisch. Ein Bergretter hat mich spontan auf eine Suppe eingeladen, was mir in Anbetracht des dürftigen Frühstücks sehr entgegen kommt.

Nach einer Stunde setze ich meine Wanderung zum zweiten Gipfel des Tages fort. Der Dachsteinblick, nur eine viertel Stunde entfernt, bietet was der Name verspricht. Da es mittlerweile ziemlich windig geworden ist, halte ich mich hier nur kurz auf. Sehr aussichtsreich führt nun der Weg zum Mahdlgupf hinunter. Hier bleibe ich aber nicht einmal stehen, da das Gipfelkreuz richtiggehend belagert wird. Liegt wahrscheinlich daran, dass der vom Attersee hier heraufführende Klettersteig hier endet. Ohne Gipfelfoto gehe ich zum Schoberstein weiter.

Auch dieser Gipfel ist sehr gut besucht. Allerdings verteilen sich hier die Menschen auf eine größerer Fläche. Da ich genug Zeit habe, bleibe ich lange sitzen. Die Aussicht ist wirklich wunderbar und das Wetter spielt auch mit. Ende Oktober kurzärmlig am Berg sitzen, das muss man ausnutzen.

Jetzt habe ich nicht mehr weit zum Endpunkt meiner Wanderung. Der Ort Weissenbach ist schon zu sehen. Langsam steige ich vom sonnigen Gipfel zum bereits im Schatten liegenden See ab, wo meine Überschreitung des Höllengebirges bei der Busstation endet. Bequem fahre ich nach Vöcklabruck und anschließend mit dem Railjet nach Linz.

Tourdaten: 2650 hm und 37 km verteilt auf drei Tage.

Das erste Eis / 4.5.2021

Nach der Winterpause gehe ich heute wieder ein Stück am Jakobsweg. Die Etappe führt mich von Melk durch das südliche Waldviertel nach Marbach.

Aber vorerst rase ich mit 230 km/h nach Melk und komme dort trotz der hohen Geschwindigkeit entspannt an. Bei idealem Wanderwetter gehe ich durch die Altstadt, überquere einen Seitenarm der Donau und erreiche bald das Kraftwerk, wo ich den hier sehr breiten Fluss überquere.

Nun komme ich langsam in den gewohnten Gehrhythmus. Bald geht es bergauf nach Leiben, wo ich mir beim örtlichen Geschäft eine Jause kaufe. Gut, dass es solche kleinen Nahversorger noch gibt. Nach einem kurzen Gespräch gehe ich weiter.

Gegen Mittag komme ich nach Losau, wo mir am Ortsbeginn die "Schmankerl Hütt'n" auffällt. Mit relativ geringer Erwartungshaltung öffne ich dir Tür und bin baff. Ein überreiches Angebot, fein säuberlich angeordnet und beschriftet, breitet sich vor mir aus. Da kann ich nicht widerstehen. Ich kaufe mir um 1,90 Euro ein köstliches Bio-Nougateis und verschiebe das Mittagessen auf später.

Wie immer unter der Woche ist am Land wenig los. Hin und wieder ein LKW, meistens ein Milchtransport, gelegentlich ein fast leerer Bus und vereinzelt Traktoren, also ein sehr überschaubares Verkehrsaufkommen.

Kurz vor Artstetten denke ich erstmals an eine Pause. Jetzt eine Rastbank, das wäre herrlich. Und wie gerufen komme ich tatsächlich kurz darauf zu einer Bank, noch dazu mit einer schönen Aussicht. Kein einziges Auto stört mich hier bei der Mittagsrast.

Gestärkt erreiche ich dann das Schloss Artstetten. Ich befinde mich auf historischem Boden. Geschichtsinteressierte können hier etwas dazu erfahren. Nach einer kurzer Besichtigung der Kirche und einem Abstecher zur Gruft gehe ich weiter.

Der gut markierte Weg verläuft nun teilweise im Wald bis Unterthalheim, wo mir ein freundlichen Hausbesitzer mit seinem Gartenschlauch die Trinkflasche mit frischem Wasser auffüllt. Das sollte für den letzten Abschnitt bis Maria Taferl und hinunter nach Marbach reichen.

Der prächtigen Wallfahrtskirche nähere ich mich von Norden. Der Ort liegt auf einer Anhöhe, uns so kann ich erst ganz oben auf dem weiten Vorplatz die herrliche Aussicht hinunter zu Donau genießen. Natürlich besichtige ich auch die Kirche. Coronabedingt ist hier überhaupt nichts los, was mir sehr angenehm ist. Zu Stoßzeiten möchte ich diesen Ort aber nicht erleben.

Mein Ziel - Marbach -  ist schon zu sehen. Und es ist sehr angenehm, nach 23 km nur mehr bergab gehen zu müssen. Da ich auch keinen Zeitdruck habe, schlendere ich noch durch den kleinen Ort. In den schmalen Gassen ist es ruhig, vorne an der Donau beherrscht die B 3 das Bild.

Pünktlich um 16:48 kommt der Bus, der mich zum Bahnhof Pöchlarn bringt. Auch die weitere Fahrt nach Linz verläuft völlig problemlos. Das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist heutzutage wirklich angenehm (wenn man nicht gerade als Pendler jahrelang volle Züge benutzen muss).

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Länger als erwartet / 22.9.2020

Mit Vogelgezwitscher stehe ich auf. So wie es mir gestern genau erklärt worden ist, verlasse ich mein Zimmer. Das Bett abgezogen, Fenster geschlossen, Sessel ordentlich zum Tisch gestellt und keinen Müll hinterlassen. Das Frühstück mache ich mir im Jakobsstüberl. Kaffeemaschine samt Anleitung ist vorhanden, Brot steht am Tisch, und im Kühlschrank finde ich Butter, Schmelzkäse und Marmelade. Die Einfachheit gefällt mir. Bevor ich gehe, werfe ich noch meine Spende in die dortige Büchse. Es gibt keinen fixen Tarif, man zahlt was man für richtig hält.

Heute liegt ein weiter Weg vor mir. Trotzdem nehme ich mir noch die Zeit und schaue mir noch die Kirche an. Ein derartig imposantes Bauwerk würde man in dieser einsamen Gegend nicht vermuten. Sehenswert.

Meinen erstes Zwischenziel ist die Ruine Aggstein. Mächtig thront sie auf einem Felsen weit über dem Donautal. Ich überlege kurz sie mir genauer anzusehen, verwerfe die Idee aber wieder. Eine gerade angekommene Schulklasse sorgt für etwas Wirbel, dem ich lieber ausweiche. 

Es geht jetzt wieder bergab, dann bergauf und wieder bergab. Den Dunkelsteinerwald sollte man diesbezüglich nicht unterschätzen. Einige Höhenmeter kommen so auch zusammen. 

Bei der ehemaligen Karthause Aggsbach halte ich mich etwas länger auf. Dort gibt es eine sehenswerte Ausstellung, die ich mir ganz alleine in Ruhe ansehen kann.

Nun geht es wieder bergauf nach Wolfstein und durch das Raintal nach Gerolding, wo ich das erste mal eine Markierung übersehe. Der Umweg hält sich aber in Grenzen. Wieder am richtigen Weg gehe ich gedankenverloren weiter und übersehe prompt das zweite mal eine Markierung. Diesmal ist der Zeitverlust etwas größer, da ich ein Stück zurückgehen muss. Ich nehme mir vor, jetzt besser aufzupassen, was mir für den Rest der Wanderung auch gelingt.

Hilfreich bei der Orientierung sind auch markante Orte hilfreich, wie beispielsweise das schon von Berging aus sichtbare Schloss Schönbühel. Hier (in Berging) verlasse ich den Dunkelsteinerwald und gehe bergab zur Donau hinunter. Jetzt noch ein Stück am Radweg, dann biege ich nach Melk ab. Hier muss ich feststellen, dass offenbar nicht damit gerechnet wird, dass jemand zu Fuß den Ort erreichen will. Die Wegweiser sind für den Kraftfahrzeugverkehr ausgelegt. Trotzdem schaffe ich es bis zum Stift.

Für eine Besichtigung ist es mittlerweile schon zu spät, aber den Pilgerstempel bekomme ich noch. Zufrieden lasse ich den Tag bei einem kühlen Erfrischungsgetränk im Ort ausklingen. Die Etappe war weit länger als erwartet.

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Eine Nacht im Kloster / 21.9.2020

Heute geht die Fahrt in Richtung Osten, genauer gesagt nach Paudorf. Der flotte Railjet und ein langsamer Regionalzug bringen mich dorthin. Im Ort decke ich mich mit ausreichend Proviant für zwei Tage ein.

Mein erstes Ziel ist das auf einem 416 m hohen „Berg“ liegende Stift Göttweig. Der große Wegweiser neben einem schönen Rastplatz gibt mir mein Tagesziel mit 6 Stunden Gehzeit an. Da hab ich ja einige Kilometer noch vor mir. Daher halte ich mich nicht lange hier auf und setze meine Wanderung zur Donau fort.

Zwischen den Weingärten und einer kurzen Kellergasse schlängelt sich der gut markierte Weg nach Mautern. Der folgende Abschnitt neben der Straße ist zwar weniger attraktiv, dafür bekomme ich etwas vom Alltag mit. Wie überall wird auch hier am Ortsrand gebaut, während im Zentrum die kleinen Geschäfte schließen.

Gegen Mittag begebe ich mich auf historischen Boden in Form einer alten Römerstraße, die allerdings eher spurlos an mir vorübergeht. Interessanter ist da schon der schöne Ausblick von der Ferdinandswarte zur Donau.

Bevor ich nun in den mystischen Dunkelsteinerwald eindringe, gönne ich mir noch eine ausgiebige Rast an einer Wegkreuzung. Wie gerufen steht hier eine Bank und ich kann mich gemütlich ausbreiten.

Den Nachmittag verbringe ich im Wald. Es sind lange Wege, auf denen ich nach Maria Langegg gehe. Zwischendurch eine Aussicht, dann wieder ein Wegkreuz und sogar ein Gipfel (Schoberstein 618 m). Menschen treffe ich keine.

Ich habe mein Kommen im Kloster telefonisch angekündigt und werde sehr freundlich empfangen. Ein Ordensbruder zeigt mir die Räume (Waschraum, Jakobsstüberl, Kapelle und natürlich mein Zimmer). Ich bin der einzige Pilger im Kloster, und kann mich natürlich frei bewegen wie will.

Abendessen gibt’s im weltlichen Klosterstüberl. Sehr zu empfehlen die Nachspeisen und ganz besonders die Mohntorte.

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Bus Lounge Pyhra / 20.7.2020

In Österreich wird angeblich viel gewandert. Fast jede Region bietet einen Wanderweg an, manchmal mit mehr oder weniger sinnvoll klingenden Namen. Dabei gibt es ohnehin schon so viele Wege, beispielsweise den Jakobsweg im Mostviertel. Was man dort nicht findet, sind Menschenaufläufe, kein Fehler im heurigen Sommer.

Diesmal beginne ich in Zeillern, ein kleiner Ort etwas westlich von Amstetten (den Ort erreiche ich zu Fuß von Ludwigsdorf, wo ich das Auto abstelle). Nach dem obligaten Jausenkauf im örtlichen Lebensmittelgeschäft mache ich mich auf den Weg nach Strengberg. Um mein Tagesziel zu erreichen nehme ich gerne den Umweg über Wallsee in Kauf, den auch dorthin führt mich der gut markierte Weg.

Begegnungen sind rar, ich registriere drei Damen die mit ihren Hunden spazieren gehen und einen Landwirt der mit seinem Traktor eine Wiese mäht, in zwei Stunden! Die Gegend wirkt ausgestorben, vermutlich sind die Menschen in der Arbeit, die es am Land kaum gibt. Und touristisch ist hier praktisch nichts los.

Mein Eindruck wird beim Blick ins "Pilgerbuch" in der Bus Lounge Pyhra bestätigt. Es gibt Tage, da kommt hier niemand vorbei, dann sind es wieder einmal zwei Wanderer an einem Tag auf dem Weg nach Spanien, die sich hier eintragen und manchmal auch einige Gedanken niederschreiben. Eine zeitlang sitze ich im kleine Wartehäuschen und stell mir vor, wo die Pilger jetzt sein könnten.

In Wallsee holt mich dann die Vergangenheit in Form eine alten Zapfsäule ein. Es ist nicht nur der Umstand, dass es hier noch ein Gemisch 1:25 gibt, auch die Auspreisung bringt mich zum Schmunzeln.

Ich folge nun dem Altarm der Donau, wo vor dem Kraftwerksbau der Fluß verlaufen ist. Jetzt ist es ein ruhiges Erholungsgebiet für Menschen und Tiere. Leider sind auch einige lästige Mücken dabei.

Bei der Rohrmühle verlasse ich das Donauufer und der Weg steigt wieder leicht an. In der Ferne sehe ich schon den Turm der Kirche von Strengberg, was anscheinend meine Aufmerksamkeit sinken lässt. In der Folge übersehe ich eine Markierung und stehe wenig später weglos an einem Waldrand. Zum Glück stoße ich bald auf einen schwach ausgeprägten Feldweg, dem ich bis zum Ortsanfang folge, wo meine heutige Wanderung endet.

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Im Mostviertel / 17.6.2020

Strengberg. Mit diesem Namen habe ich bisher nur eine Steigung auf der Westautobahn in Verbindung gebracht. Auch die legendäre B1 führt durch den Ort. Und noch ein Weg streift diese kleine Marktgemeinde, es ist der Jakobsweg.

Nach einem kurzen Kirchenbesuch (Pilgerstempel!) gehe ich um 9 Uhr los. Mein Tagesziel ist Asten, wo ich im Vorjahr die Etappe begonnen habe. Ich hänge also wieder ein Stück an im Sinne "... zu Fuß durch Österreich."

Heute herrscht ideales Wanderwetter. Es ist leicht bewölkt und nicht zu heiß. Kurz nach Strengberg biege ich von der wenig befahrenen B1 ab und gehe nun durch eine wunderbare Landschaft vorwiegend auf Feldwegen und wenig befahrenen Nebenstraßen. Die Gegend wirkt irgendwie verlassen, nur ab und zu ist in der Ferne ein Fahrzeug zu sehen, meistens ist es ein gelbes Postauto oder ein kleiner LKW. Die Menschen sind auswärts in der Arbeit, die Häuser leer.

Ich komme an vorwiegend großen und gepflegten Bauernhöfen vorbei. Die Maschinen stehen in den riesigen Hallen, offenbar gibt es derzeit wenig zu tun. Das wird sich in der Erntezeit wohl schlagartig ändern.

Nach 9 km macht sich langsam ein Hungergefühl bemerkbar, jetzt wäre ein Pause willkommen. Und wir gerufen komme ich wenig später zu einer Wegkreuzung mit einer Bank. Ich bin vorerst noch skeptisch, ob es hier an der Straße wirklich so gemütlich ist. Nach einer halben Stunde steht aber fest: hier ist wirklich nichts los, kein Auto, kein Traktor, nur drei Radfahrer. Stille.

Ausgerastet und gestärkt gehe ich weiter. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es wird warm. Ein kurzes Waldstück spendet etwas Schatten.

Je weiter ich nun nach Westen komme, desto dichter ist das Gebiet besiedelt, was sich auch optisch (nicht immer zum Vorteil) bemerkbar macht. Interessant ist es aber dennoch zu sehen, wo und wie die Menschen hier leben und arbeiteten. Aber zum Glück verläuft der Weg nicht durch die von Weitem sichtbaren Anlagen des Ennshafens, sondern abseits nach Ennsdorf.

Ennsbrücke. So einfach kann ich hier von einem Bundesland in ein anderes wechseln, das war nicht immer so. Und dass diese Freiheit nicht so selbstverständlich ist, wurde uns aus einem anderen Grund in den letzten Wochen klar.

Langsam gehe ich die steile Straße zum Stadtplatz hinauf. Für einen Rundgang durch die älteste Stadt von Österreich fehlt mir nach 25 km die Motivation, auch auf den geplanten kurzen Abschnitt bis nach Asten verzichte ich und ziehe dafür einen Bahnhofskaffee vor.

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Von Asten nach Traun / 1.5.2019

Nach längerer Zeit hat mich wieder der Jakobswegvirus erwischt. Die letzte Etappe liegt schon Jahre zurück und hat mich bis nach Salzburg geführt. Heute möchte ich aber die nähere Heimat gehend erkunden. Mit dem Zug fahre ich um günstige € 1,20 von Linz nach Asten, wo ich kurz nach 10 Uhr die Wanderung beginne.

Das nicht besonders attraktive Siedlungsgebiet lasse ich schnell hinter mir, die heute wenig befahrene B1 ebenfalls. Gleich nach der Autobahnunterführung rückt das imposante Paneum ins Blickfeld, ein futuristisch wirkender Bau mit einem wohl sehenswerten Inhalt. Ein Ausstellungsbesuch läuft allerdings unter dem Motto "Schlechtwetterprogramm", genauso wie der des Freilichtmuseums "Sumerauerhof", zu dem ich nach Passieren eines dazwischen liegenden riesigen Möbelhauslager komme.

Pünktlich zu den Mittagsglocken erreiche ich St. Florian, wo ich mir gleich an der Stiftspforte meinen Pilgerpass abstempeln lasse. Natürlich besuche ich auch noch die prächtige Basilika, ehe ich etwas abseits "Am Ölberg" Mittagsrast mache.

Vom nun folgenden Abschnitt bis nach Ansfelden erwarte ich mir landschaftlich nicht besonders viel, werde aber positiv überrascht. Abwechslungsreich geht es hier durch Wald und zwischen Feldern leicht bergauf und bergab, dann wieder auf wenig befahrenen Landstraßen einige Kilometer dahin. Ab Ansfelden ist es mit der Beschaulichkeit aber vorbei. Den permanenten Autobahnlärm empfinde ich als Belastung, und von einer ansprechenden Landschaft kann auf Grund der dichten Bebauung auch nicht mehr die Rede sein. Auch Haid macht hier keine Ausnahme.

So ab Kilometer 20 wird das Gehen etwas mühsam, die Geschwindigkeit nimmt ab und der Hunger nimmt zu. Da kommt mir eine letzte Rast beim Kraftwerk Pucking gerade recht. Füße hochlagern, Augen schließen ... nach einer viertel Stunde gehe ich in Richtung Traun zur Endstation der Straßenbahnlinie 4 weiter, jetzt aber nicht mehr am Jakobsweg (denn der verläuft ab hier stromaufwärts nach Wels).

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Lückenschluß / 8.5.2018

Strahlender Sonnenschein und gute Fernsicht, der Tag beginnt wunschgemäß. Beim Gasthaus Kaiserbuche hole ich mir noch schnell einen Weitwanderstempel und biege dann auf den Panoramaweg ein. Bald komme ich zum weithin sichtbaren Radarturm der Austro Control und verlasse wenig später die Forststraße. In wenigen Minuten stehe ich am aussichtslosen Gipfel des Haunsberg.

Den besseren Ausblick habe ich wenig später bei einer großen Lichtung, wo ich gleich die erste kurze Pause einlege. Der markante Untersberg ist gut zu sehen, oben noch mit mit einigen Schneeflecken verziert. Die Überschreitung (Etappe 13 und 14) habe ich schon im Vorjahr gemacht, daher schließe ich heute die Lücke nach Salzburg.

Bei Adelsberg verlasse ich den Haunsbergwald und gehe immer der guten Markierung folgend weiter. Dennoch schaffe ich es an einer Kreuzung falsch abzubiegen, was sich aber wenig später als Glücksfall erweisen sollte. In Anzfelden komme ich nämlich gerade noch rechtzeitig zu einem Bauernhof, wo eine fahrende Bäckerin ihre köstlichen Waren verkauft. Wäre ich richtig über Mühlbach gegangen, hätte ich wohl bis Bergheim hungern müssen.

Mittagsrast beim Raggingersee. Einer der schönsten Plätze der mir bisher am Rupertiweg untergekommen ist. Auf der Wiese im Schatten sitzend kann ich entspannt die Füße ausstrecken. Die Dauerbelastung macht sich jetzt immer mehr bemerkbar. Und es war auch keine so gute Idee mit den weichen Sportschuhen zu gehen. Besser wären die mit einer guten Dämpfung versehenen Bergschuhe gewesen.

Beim Ende des Sees kommt dann erstmals die Kirche von Maria Plain ins Blickfeld. Schaut natürlich viel näher aus, als es dann schließlich ist. Hintergitzen, Schwabgitzen und Dexgitzen sind die weiteren sehr ruhigen Ansiedlungen die ich passiere, ehe ich bei Lengfelden eine stark befahrene Straße überqueren muss. Nach dem stundenlangen Gehen in der Abgeschiedenheit fast schon eine kleine Herausforderung.

Da ich mich nun bereits den zweiten Tag im Bundesland Salzburg befinde wird es endlich Zeit, auch einmal ein regionales Bier zu verkosten. Gelegenheit dazu gibt's gleich neben der imposanten Wallfahrtskirche von Maria Plain, die ich nach kurzem Anstieg erreiche. Bei einer kleinen Jause genieße ich die herrliche Aussicht auf die Stadt Salzburg und ein wohlverdientes Stiegl.

Die letzten Kilometer bis zum Bahnhof kenne ich schon von meiner Wanderung am Jakobsweg. Hier hat sich wenig verändert, auch der Stau in der Innenstadt ist - wenig überraschend - immer noch alltäglich.

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