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Fünf auf einen Streich / 15.9.2025

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren war ich im Höllengebirge unterwegs. Heute gehe ich mit Gernot die fast idente Runde, allerdings mit einer Ausnahme. Auf den langen Abstieg zu den Adlerspitzen verzichten wir, dafür besteigen wir beim Abstieg einen fünften Gipfel. Für mich sogar eine Erstbesteigung.

Die Tour in Stichworten:

  • Parkplatz Taferlklause - Aufstieg im Aurachkar zum Hochleckenkogel (Gipfel 1)
  • Weiter zum Brunnkogel (Gipfel 2)
  • Nach der Mittagsrast weiter zum Mathiaskogel (Gipfel 3)
  • Von dort zu dem schon in Sichtweite befindlichen Jagerköpfl (Gipfel 4)
  • Hungrig und durstig zum Hochleckenhaus und nach einer letzten Rast Abstieg ins Aurachkar zum Jausenkogel (Gipfel 5)

Letzterer ist eigentlich kein richtiger Gipfel, sondern mehr ein riesiger Felsen mitten am Weg. Und obwohl nur wenige Meter bis zum Kreuz zu bewältigen sind, ist das der technisch anspruchvollste Gipfel von allen fünf.

Nach der kurzen Klettereinlage steigen wir zum Taferlklaussee ab, wo wir die 5-Gipfel-Runde nach 12 km beenden.

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Brunnkogel / 13.10.2022

Ich bin der einzige Fahrgast, der bei der Haltestelle Großalm aus dem Bus steigt. Und praktischerweise beginnt hier gleich der Wanderweg, besser geht es wirklich nicht mehr.

Wie erwartet befinde ich mich noch unter einer Hochnebeldecke, die auch beim Aufstieg zum Sattel Lueg nicht dünner wird. Beim folgenden kurzen Abstieg zum Langbathsee wird mir bald klar, dass es mit dem erhofften Foto vom sonnigen See und dem verfärbten Laub heute nichts wird. Dafür gibt es eine fast mystische Stimmung mit dem nebelverhangenen Schafluckensteig.

Der Zustieg zum Steig wurde auf Grund eines Felssturzes vor einigen Jahren etwas nach links verlegt. In Unkenntnis gehe ich wie vor fünf Jahren rechts und komme so in den Genuss eines kleinen Umweges.

Ab dem Einstieg ist der Weg wieder der Alte, gut gesichert aber heute etwas nass. Ich gehe daher sehr konzentriert und verzichte auf die sonst üblichen Fotoexperimente.

Kurze Rast beim Schafalm Unterstand. Den schwierigsten Teil habe ich hinter mir. Entsprechend entspannt gehe ich weiter und treffe 100 Höhenmeter später auf die ersten Sonnenstrahlen. Über mir kann ich auch schon das Blau des Himmels erkennen und kurz darauf stehe ich in der Sonne. Das hat heute lange gedauert, aber umso größer ist jetzt die Freude.

Das mächtige Gipfelkreuz, es ist das größte der Ostalpen, kann ich bereits erkennen. Aber der Schein trügt, denn ich brauche noch fast eine Stunde bis zum Gipfel.

Die Rast fällt diesmal etwas kurz aus, zumal noch ein weiter Weg vor mir liegt. Zügig gehe ich zum Hochleckenhaus weiter, wo ich um 14.00 ankomme. Statt der angegeben Zeit von 5½ Stunden von der Großalm habe ich nur 4 Stunden benötigt. Da geht sich jetzt auf jeden Fall ein Erfrischungsgetränk mit Hopfengeschmack aus.

Der alte Wegweiser bei der Hütte weist 2½ Stunden als Abstiegszeit nach Steinbach aus, zehn Minuten später steht aber 2¾ Stunden auf der gelben (neuen) Tafel. Die Wahrheit liegt aber nicht in der Mitte, wie man vermuten könnte. Tatsächlich sind es sogar etwas unter 2½ Stunden.

Meine Wanderung endet dann direkt beim See. Nach einigen Minuten kommt auch schon mein Bus, der mich rasch zum Zug bringt. Noch rascher, nämlich mit 200 km/h geht's im Railjet nach Linz weiter.

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Höllengebirge - Der Abstieg / 30.10.2021

Die Nacht hat sich dann doch etwas gezogen. Nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Stille. So eine absolute Ruhe bin ich nicht gewohnt. Jedes Geräusch wird wahrgenommen und der Körper reagiert mit besonderer Wachsamkeit, vermutlich ein Urinstinkt. Schließlich sind sich aber doch einige Stunden Schlaf ausgegangen, zwar mit Unterbrechungen, aber es hat gereicht.

Nach dem bescheidenen Frühstück bringe ich die Unterkunft wieder in Ordnung und gehe kurz nach 8 Uhr los. Die Berge weit im Süden liegen schon in der Sonne, ein sonniger Tag kündigt sich an. Davon haben die Bewohner rund um den Attersee vorerst aber nichts, denn der liegt noch unter einer dichten Nebeldecke.

Heute habe ich kaum Höhenmeter zu bewältigen, also kann ich mir die Zeit für den einen oder anderen Abstecher erlauben. Zum Beispiel auf die Brennerin, ein schöner Aussichtsgipfel hoch über dem Attersee. Oder zur nahegelegenen Bergrettungshütte. Zu meiner Überraschung sind die Fensterläden und die Eingangstüre offen. Vorsichtig klopfe ich an und wenig später sitze ich auch schon beim Tisch. Ein Bergretter hat mich spontan auf eine Suppe eingeladen, was mir in Anbetracht des dürftigen Frühstücks sehr entgegen kommt.

Nach einer Stunde setze ich meine Wanderung zum zweiten Gipfel des Tages fort. Der Dachsteinblick, nur eine viertel Stunde entfernt, bietet was der Name verspricht. Da es mittlerweile ziemlich windig geworden ist, halte ich mich hier nur kurz auf. Sehr aussichtsreich führt nun der Weg zum Mahdlgupf hinunter. Hier bleibe ich aber nicht einmal stehen, da das Gipfelkreuz richtiggehend belagert wird. Liegt wahrscheinlich daran, dass der vom Attersee hier heraufführende Klettersteig hier endet. Ohne Gipfelfoto gehe ich zum Schoberstein weiter.

Auch dieser Gipfel ist sehr gut besucht. Allerdings verteilen sich hier die Menschen auf eine größerer Fläche. Da ich genug Zeit habe, bleibe ich lange sitzen. Die Aussicht ist wirklich wunderbar und das Wetter spielt auch mit. Ende Oktober kurzärmlig am Berg sitzen, das muss man ausnutzen.

Jetzt habe ich nicht mehr weit zum Endpunkt meiner Wanderung. Der Ort Weissenbach ist schon zu sehen. Langsam steige ich vom sonnigen Gipfel zum bereits im Schatten liegenden See ab, wo meine Überschreitung des Höllengebirges bei der Busstation endet. Bequem fahre ich nach Vöcklabruck und anschließend mit dem Railjet nach Linz.

Tourdaten: 2650 hm und 37 km verteilt auf drei Tage.

Höllengebirge - Die Überschreitung / 29.10.2021

Gut ausgeschlafen gehe ich in die gemütliche Stube, wo das Frühstücksbuffet schon hergerichtet ist. Was für ein Luxus um lediglich 35,- Euro zusammen mit dem vorzüglichen Abendessen (3 Gänge). Der Platz im Lager kostet 12,- Euro für AV-Mitglieder. Hüttenpächter:innen werden so wohl kaum reich werden.

Ich lasse mir viel Zeit und überlege, wie ich den Tag möglichst sinnvoll nutzen könnte. Der ursprüngliche Plan A sieht vor, dass ich die Eiblgupfrunde mache und dabei auch noch das am Weg liegende Hochhirn besteige. Abstieg dann nach Langwies. Plan B ist schon etwas ambitionierter. Überquerung zum Hochleckenhaus und Abstieg entweder zur Taferlklause oder nach Seefeld/Attersee. Und dann geistert auch noch Plan C im Hinterkopf herum. Dazu komme ich später. Auf Grund des herrlichen Wetters entscheide ich mich für vorerst für Plan B.

Kurz nach dem Aufbruch stehe ich auch schon am ersten Gipfel des Tages. Es ist der Mittlere Kesselgupf und liegt direkt am Weg zum Eiblgupf. Sozusagen ein Berg zum Aufwärmen. Gipfel Nr. 2 ist ebenfalls keine besondere Herausforderung. Den Eiblgupf habe ich vor vielen Jahren schon einmal besucht, die Erinnerung ist allerdings schon verblasst. Erwähnenswert ist jedenfalls die herrliche Aussicht nach allen Richtungen.

In einem weiten Bogen komme ich wieder zum Hauptweg (E4, 04, 06). Den Brunnkogel (nicht jener mit dem imposanten Kreuz) umgehe ich nördlich und komme nun zur Schlüsselstelle der Tour. Es ist eine etwa 20 - 30 Meter lange Querung. Obwohl technisch keinesfalls anspruchsvoll wäre hier ein Stolpern oder Ausrutschen fatal. Rechts geht es nämlich ziemlich steil in den Abgrund. Aber das sieht man zum Glück nicht. Erst aus der Ferne kann man diese kurze Stelle besser beurteilen.

Kurz danach komme ich zur einzigen Quelle des Tages. Nur spärlich tröpfelt hier das Wasser aus einem Rohr. Aber mit etwas Geduld kann ich doch meine beiden Behälter füllen.

Gipfel Nr. 3 ist der Grünalmkogel. Der Aufstieg sind sehr mühsam. Das Gelände ist zerfurcht von Gräben. Hier einen normalen Gehrhytmus zu finden, ist kaum möglich. Eine Stunde benötige ich bis zum Gipfel, den ein eigenartiges "Kreuz" ziert. Erst im Nachhinein wird mir der Sinn etwas klarer.

Es folgt der Abstieg in den Pfaffengraben und der Aufstieg (knapp 300 Höhenmeter) zum Fuße des Jagerköpfl. Diesen Gipfel erspare ich mir aber heute, zumal ich im September schon oben war.

Zum geschlossenen Hochleckenhaus komme ich kurz nach 15 Uhr. Mein erster Weg führt zum angeblich immer offenen Winterraum. Und tatsächlich ist die Türe nicht versperrt. Der kleine Raum wirkt sehr aufgeräumt, Bier und Brennholz sind vorhanden. Damit tritt nun Plan C in Kraft. Ich werde hier nächtigen und morgen meinen Weg nach Weissenbach fortsetzen.

Völlig entspannt gönne ich mir ein Bier. Die Zeit auf der sonnigen Terrasse vergeht dabei wie im Flug. Die vier Bergsteiger:innen, mit denen ich mich gut unterhalten habe, treten am späten Nachmittag den Abstieg an. Nun bin ich auf mich alleine gestellt.

Ich mache mich nun ans Einheizen, was mangels Hacke kein einfaches Unterfangen ist. Mit dem Taschenmesser schneide ich ein paar Späne von den dicken Buchenscheitern ab und versuche diese zu entzünden. Der erste Versuch misslingt, doch dann kommt mir eine zündende Idee. Mit dem Brennstoff vom Esbitkocher müsste es gehen.

Wenig später knistert es im Ofen. So ein Trockenbrennstoff ist Goldes wert. Innerhalb einer Stunde steigt die Raumtemperatur von 9 auf 15 Grad an.

Das anschließende Abendprogramm ist sehr überschaubar: Sonnenuntergang ansehen, Suppe kochen, Holz nachlegen. Um 20:30 ist Hüttenruhe.

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Höllengebirge - Der Aufstieg / 28.10.2021

Mit einem groben Plan im Kopf steige ich in Ebensee aus dem Zug. Fix ist jedenfalls die Übernachtung auf der Riederhütte. Den Schlafplatz habe ich bereits gebucht. Mit dem warmen Daunenschlafsack im Rucksack gehe ich los (Hüttenschlafsack ist coronabedingt nicht mehr erlaubt). Sicherheitshalber habe ich auch noch den kleinen Esbitkocher eingepackt.

Zuletzt bin ich vor 10 Jahren auf diesem Weg auf den Feuerkogel gegangen. Damals war ich ziemlich entsetzt, wie brutal hier die Landschaft im Zuge des Pistenbaus umgebaut wurde. Entsprechend gering war daher meine Erwartungshaltung.

Zu meiner Überraschung hat sich die Natur etwas von dem Eingriff erholt und langsam wächst wieder Gras auf der Piste. Das bestätigt wieder einmal meine Meinung, dass die Natur auf lange Sicht überleben wird, notfalls auch ohne Menschen.

Nach drei Stunden Aufstieg komme ich zur Kranabethhütte. Die Terrasse ist leer, doch der erste Eindruck täuscht. Der Betrieb geht noch bis 31.10. (so wie auch auf der Riederhütte). Das kommt mir natürlich sehr entgegen, denn Hunger und Durst machen sich schon bemerkbar.

Aus der eher kurz beabsichtigten Mittagsrast wird dann eine Stunde. Da ich den anstrengenden Teil des Tages bereits hinter mir habe, spielt das aber keine Rolle.

Mit vollem Magen beginne ich moderat und besteige den nahen Langwandkogel, der mit einer wirklich schönen Aussicht aufwarten kann. Dann kommt der Alberfeldkogel an die Reihe, der aussichtsmäßig schon eine Klasse höher angesiedelt ist. 

Aber es sollte noch besser kommen. Um den dritten Gipfel des Tages zu erreichen, muss ich zuerst wieder ein Stück absteigen. Bald erreiche ich den Hauptweg (E4, 04, 06) dem ich bis zum Sattel westlich vom Totengrabengupf folge. Vor mir liegt jetzt der Gr. Höllkogel. Den lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

Im schönsten Licht des späten Nachmittags erreiche ich das etwas schief stehende Kreuz auf 1862 m Höhe. Es ist etwas windig, aber nicht kalt. Wie erwartet bin ich hier alleine. Mit dem Selbstauslöser versuche ich ein halbwegs brauchbares Gipfelfoto zu machen.

Nördlich vom Höllkogel liegt die Riederhütte, zu der ich in einer halben Stunde absteige. ich werde bereits erwartet und namentlich begrüßt, was bei der überschaubaren Gästeanzahl (6) auch nicht überrascht. Trotzdem ist es eine Freude, wenn man so empfangen wird.

Als Vorspeise gibt es einen Sonnenuntergang vom Feinsten, den ich mir auf einem nahen Hügel in aller Ruhe anschaue. Aber sobald die Sonne im Westen hinter den Bergen verschwindet, wird es rasch kalt. In so einer Situation ist es schon sehr angenehm, wenn man anschließend ein 3-gängiges Abendessen in der urigen Stube genießen kann (natürlich mit einem dunklen Rieder-Hefeweizen).

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Drei auf einen Streich / 6.3.2021

Der Parkplatz an der B 145 in Langwies ist leer. Anscheinend ist niemand außer mir auf die Idee gekommen, von hier aus eine Höllengebirgswanderung zu unternehmen. Liegt wohl an der Seilbahn in Ebensee, die einen mühelosen Aufstieg auf das Plateau ermöglicht.

Ich überlege kurz, ob ich die Schneeschuhe überhaupt mitnehmen soll. Aus der schlechten Erfahrung am Schillereck habe ich aber gelernt, und trage das Zusatzgewicht heute mit. Eine gut Entscheidung, denn bereits nach 100 Höhenmetern treffe ich auf den ersten Schnee.

Manchmal etwas mühsam steige ich im Aritzgraben hoch, der Schnee wird mehr, die Aussicht besser. Auf 1300 m Höhe schnalle ich die Schneeschuhe an und gehe erleichtert weiter.

Nach fast drei Stunden erreiche ich die Vordere Spitzalm. Keine Meisterleistung, aber das Spuren hat etwas Zeit gekostet. Dafür benötige ich nur 10 Minuten um den ersten Gipfel zu besteigen. Ein schiefer Hochstand markiert den höchsten Punkt des Schneekogel mit bescheidenen 1403 m Höhe.

Nun gehe ich in Richtung Haselwaldgasse weiter, was sich aber bald als sehr anstrengend herausstellt. Im frischen Neuschnee sinke ich trotz der Schneeschuhe immer wieder ein, auch das Gelände wird jetzt steiler. Jetzt wären Tourenschi die bessere Ausrüstung.

Ich bleibe stehen und betrachte die unberührte Landschaft. Weit hinten kann ich den Großen Höllkogel sehen, heute für mich unerreichbar. Etwas näher liegt der  Grillkopf, mit 1621 m Höhe nur 70 Meter niedriger als der Traunstein, aber dafür absolut ungefährlich. Auf Anhieb finde ich den richtigen "Weg" durch die nur teilweise vom Schnee bedeckten Latschen.

Der Gipfel ist flach und aussichtsreich nach allen Richtungen. Vermutlich wird er selten bestiegen. Nach dem obligaten Gipfelbeweisfoto mit Selbstauslöser gehe  ich entlang der überwechteten Geländekante in Richtung Ofenhöhe weiter. Hier befindet sich ein altes Vermessungszeichen am höchsten Punkt. Die Sicht ins Ofental ist durch heraufziehende Nebelschwaden eingeschränkt. Es dürfte aber ziemlich steil abfallend sein.

Die schon längst überfällige Mittagsrast verlege ich etwas nach unten. An windgeschützter Stelle lasse ich mir wieder meine Suppe schmecken und ziehe eine kurze Bilanz. Drei mir bislang unbekannte Gipfel habe ich heute bestiegen. Keine Modeberge und daher kaum besucht. Im Sommer auf Grund der vielen Latschen vermutlich mühsam bis unmöglich zu besteigen. Aber im Winter ein besonderes Erlebnis.

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