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Ein langer Abstieg / 31.1.2026


Heute habe ich mir wieder eine neue Streckenwanderung vorgenommen. Vom Pyhrnpass (Landesgrenze) bis nach Liezen möchte ich gehen und mir dabei die Weißenbacher Mauern etwas genauer ansehen.

Zuerst steige ich durch den schattigen Lexgraben zur sonnigen Hintereggeralm auf. Obwohl ich erst 1¼ Stunden unterwegs bin, mache ich bei einer der ersten Hütten eine kurze Pause. Angelehnt an die warme Hüttenwand genieße ich den herrlichen Ausblick.

Anschließend gehe ich leicht ansteigend am Weg 217 in Richtung Westen weiter und quere dann zu einer tiefer liegenden Forststraße. Spätestens jetzt bin ich froh, dass ich die Schneeschuhe mitgenommen habe.

Ein Blick auf die Karte bestätigt mir, dass es ab hier bis ins Tal bergab geht. Das ist auch gut so, denn trotz der Schneeschuhe sinke ich immer wieder ein. Bergaufgehen stelle ich mir hier etwas mühsam vor.

Je tiefer ich komme, desto öfter ergeben sich schöne Ausblicke zu den Weißenbacher Mauern. Besonders der untere Teil mit den fast senkrechten Wänden beeindruckt mich. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass hier der Loasteig zum Kosennspitz hinaufführt.

Beim sogenannten "Sensenschmid" endet der lange Abstieg von der Alm und es beginnt die asphaltierte Straße hinaus ins Ennstal. Es sind jetzt noch 5 km bis zum Bahnhof in Liezen, für die ich genau eine Stunde benötige.

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Erkundungstour / 11.1.2026

Spät aber doch hat der Winter ein Lebenszeichen von sich gegeben. Sogar im Flachland ist es weiß. Aber wie sieht es auf den Bergen aus? Um das zu erkunden mache ich mich auf den Weg in die Obersteiermark.

Hier die Eckdaten der beabsichtigte Rundtour:
Ardning - Moaralm - Auboden - Ardning Alm Hütte - Tal

Bis zum Winterparkplatz gehe ich "normal", dann kommen bereits die Schneeschuhe zum Einsatz. Ich folge einer frischen Schispur durch den Wald, kürze dabei eine Kehre der Forststraße ab, und komme so zur Moaralm. Nach der ersten Teepause gehe ich in Richtung Auboden weiter.

Der höchste und gleichzeitig kälteste Punkt des Tages befindet sich etwas westlich vom Schwarzkogel. In Anbetracht des eisigen Windes halte ich mich hier nicht lange auf und beginne mit dem Abstieg.

Auch hier sinke ich immer wieder ein, manchmal bis zum Boden. Mit Schi wäre das Abfahren vielleicht etwas weniger anstrengend, sofern man den unvermeidbaren Steinkontakt in Kauf nimmt.

Bei der Ardning Alm Hütte wechsle ich von den Schneeschuhen auf die Grödel, eine gute Entscheidung, da die Straße ins Tal stellenweise etwas vereist ist.

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Kabelbinder / 15.2.2025

Gestern hat es ein wenig geschneit, für eine Schitour aber vermutlich zu wenig. Ich stelle mich also auf eine Winterwanderung ein. Die Schneeschuhe nehme ich aber trotzdem mit, man kann ja nie wissen wie es weiter oben aussieht.

Beim Aussteigen in Ardning ist es stark bewölkt. Das sollte sich aber im Laufe des Tages ändern, hoffentlich. Vom Winter ist im Tal wenig zu sehen. Das Bild ändert sich erst weiter oben im Bereich der Moaralm. Hier liegt tatsächlich frischer Pulverschnee, zwar nicht sehr viel aber genug, um die Schneeschuhe anzuschnallen.

Am Ende der Ochsenschlagalm biege ich in den schmalen Steig zur Hollingalm ab. Hier sind die Schneeschuhe fehl am Platz und ich steige auf Grödel um. Beim Weitergehen bricht plötzlich der Wanderstock unterhalb vom Griff ab. Das hat mir gerade noch gefehlt. Der erste Reparaturversuch mit Leukoplast scheitert. Dann versuche ich es mit drei Kabelbinder und tatsächlich ist die Verbindung einigermaßen stabil. Belasten sollte ich den Stock aber nicht.

Vorsichtig gehe ich zur Hollingalm weiter und von dort - wieder mit den Schneeschuhen - bis zum Ende der Forststraße. Hier beginnt der einzige anspruchvolle Abschnitt, die Querung des Sautals.

Vorsichtig steige ich mit den Grödel am kaum erkennbaren Steig zu einem kleinen Bach ab. Wenn ich den Weg von früheren Wanderungen nicht kennen würde, wäre spätestens hier mein Umkehrpunkt. So aber schaffe ich ohne Probleme die Querung. Bald ist der Steig wieder besser zu erkennen und mündet in die Forststraße zum Rossfeldboden.

Auf 1500 m Höhe befindet sich heute mein Gipfel. Hier sieht es richtig winterlich aus. Spontan errichte ich ein provisorisches Kreuz und mache das obligate Gipfelfoto. Dann gehe ich mit großen Schritten zur Ardningalm hinunter und von dort auf der stellenweise eisigen Straße ins Tal.

Erst unten wird mir klar, dass der provisorisch reparierte Stock trotz gelegentlicher Belastung gehalten hat. Kabelbinder sind wirklich eine gute Erfindung, sofern man sie dabei hat.

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Erstbesteigung / 22.1.2025

Pyhrn/Kalkofen/Landesgrenze, so heißt die Bushaltestelle 1,5 km südlich der Passhöhe. Bei Aussteigen wünscht mir der freundliche Fahrer noch einen schönen Tag und setzt die Fahrt mit dem fast leeren Bus nach Liezen fort. Ich aber schlage den Weg durch den schattigen Lexgraben ein. Mein Ziel ist der Hirschriedel, eine unbedeutende Erhebung südlich der Hintereggeralm.

Anfangs gehe ich auf der Rodelbahn fast 3 Kilometer bis zu deren Ende, dann schnalle ich mir die Schneeschuhe an und stapfe auf einem breiten Rücken weiter. Eine alte Spur zeigt mir, dass ich hier nicht so falsch liege. Diese verliert sich aber etwas später im Wald.

Nach einem etwas steileren Anstieg komme ich zu einer Lichtung. Um zum Gipfel zu gelangen, muss ich wieder ein Stück zu einer Forststraße absteigen. Hier treffe ich auf eine Schneeschuhspur, die von der Hintereggeralm in einem weiten Bogen in Richtung Hirschriedel hinaufführt.

Der höchste Punkt ist nicht genau zu eruieren. Ich stelle mein provisorisches Kreuz dort auf, wo nach der Karte der Gipfel sein müsste. Die Aussicht ist sehr überschaubar, trotzdem gefällt mir diese ruhige Ort. Wieder eine Erstbesteigung geschafft.

Nach kurzer Rast steige ich wieder ab und folge jetzt der Spur zur Hintereggeralm. Da ich mich nach dem Busfahrplan zu richten habe, geht sich heute nur eine kurze Erkundung der schön gelegenen Alm aus. Dann steige ich zum Lexgraben ab, treffe bald auf die Rodelbahn und gehe zum Ausgangspunkt zurück.

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Gesäuseblick / 25.2.2024

Endstation Selzthal. Der Wanderweg auf das Dürrenschöberl beginnt gleich hinter dem Bahnhof. Es ist noch nebelig, man könnte die Stimmung als herbstlich bezeichnen. Vom Winter ist momentan noch wenig zu sehen.

Nach einer Stunde mündet der bisher steile Wanderweg in eine Forststraße. Hier ist es richtig winterlich. Ich schnalle mir die Schneeschuhe an und folge einer frischen Spur. Die Steigung ist jetzt sehr moderat was aber den Nachteil hat, dass ich kaum Höhe gewinne. Dafür habe ich eine 180°-Aussicht vom Grimming über das Tote Gebirge bis zum Gr. Pyhrgas.

Mittlerweile kann ich auch schon den Gipfel des Dürrenschöberls sehen. Aber wie so oft täuscht der Eindruck. Der Weg dorthin ist noch sehr weit und mit zunehmender Höhe wird das Gehen im tiefen Schnee immer anstrengender. Mit Schiern wäre der Aufstieg jetzt einfacher.

Nach 4¼ Stunden erreiche ich den Gipfel. Es ist etwas windig aber die Aussicht entschädigt für die Mühen des langen Aufstiegs. Einige Meter abseits des Kreuzes befindet sich unter der Schneedecke eine Orientierungsplatte sowie ein Wegweiser mit der Aufschrift "Dürrenschöberl - Gesäuseblick (1.737 m)".

Ich mache einige Fotos und suche mir dann für eine kurze Mittagsrast einen windgeschützten Platz unterhalb des Gipfels. Hier könnte man lange sitzen, wäre da nicht der lange Abstieg ins Tal.

Fast 3 Stunden benötige ich für den Rückweg, den ich durch eine zusätzliche Schleife auf der Forststraße auch noch verlängere. Rückblickend kann ich sagen, dass ich ohne der vorhandenen Aufstiegsspur heute den Gipfel nicht erreicht hätte. Und es hat sich wieder bewahrheitet, dass das Gehen mit den Schneeschuhen sehr anstrengend sein kann.

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Bosruck / 28.12.2023

Den Bosruck im Winter zu besteigen, das klingt abenteuerlich, zumal dieser Berg auch ohne Schnee kein Spaziergang ist. Allerdings gibt es in unmittelbarer Nähe noch einen Bosruck, und zwar den kleinen Bosruck östlich vom Arlingsattel. Der ist um einiges niedriger, dafür nehme ich aber den langen Anstieg von Ardning.

Die erste Stunde trage ich die Schneeschuhe noch am Rucksack. Auf 1000 Meter Höhe wird es aber schlagartig winterlich. Auf der vereisten Straße wären sogar Grödel kein Fehler. Die zu montieren, zahlt sich aber nicht aus, da ich ohnehin bald auf die Schneeschuhe umsteige.

Vor mir liegt nun der etwas steilere Aufstieg zum Arlingsattel, den ich ohne Ausrutscher bewältige. Nun ist es nicht mehr weit zum Gipfel, der eigentlich eine Mulde ist. Absturzgefahr besteht hier definitiv keine.

Auf die Besteigung des schon in Sichtweite befindlichen Karleck verzichte ich, dafür umrunde ich den Berg im Uhrzeigersinn. Beim Pyhrgasgatterl überschreite ich wieder die Landesgrenze und komme bald zur Bacheralm, wo ich eine letzte Pause mache. Wunderbar ist es hier in der Sonne sitzend das Panorama zu betrachten.

Nach einem leichten Gegenanstieg geht es bergab bis ins Tal, wo ich überpünktlich den Bahnhof erreiche. Rückblickend hätte ich noch länger bei der Bacheralm bleiben können.

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Laglsberg / 22.3.2023

Derzeit ist es überdurchschnittlich warm, angeblich liegt die Temperatur um 10° über dem für die Jahreszeit üblichen Wert. Ich kann das zwar nicht überprüfen, aber nach meinem subjektiven Empfinden könnte des schon stimmen.

Wie letztes Jahr beginne ich die Wanderung wieder bei der Busstation "Mitterhauser". Ich muss hier lediglich die Straße überqueren und stehe am Beginn des Wanderweges, besser geht es wirklich nicht.

Es ist bereits sehr warm und ich trage mich mit dem Gedanken, die ohnehin sehr dünne Jacke auszuziehen und kurzärmelig zu gehen. Doch bald stoße ich auf die ersten Schneereste und es wird von unten her kühler.

Erste Rast nach 2¼ Stunden bei der Zellerhütte. Hier liegt bedeutend mehr Schnee als erwartet. Es ist Zeit, die Schneeschuhe anzuschnallen. Ich folge einer alten Spur, die fast schnurgerade, also sehr steil zum Schallerkogel hinaufführt. Mit den Schi würde ich hier einige Spitzkehren machen, das wäre bedeutend einfacher und kraftsparender.

Dann wird das Gelände etwas flacher und der Laglsberg liegt bald vor mir. Ich nehme aber nicht den direkten Anstieg zum Gipfel, sondern gehe noch ein kurzes Stück in Richtung Warscheneck und steige anschließend von der Nordseite zum Kreuz hinauf. Das ist zwar ein kleiner Umweg, aber dafür ist es weniger steil.

Nach 3¾ Stunden Gehzeit mache ich es mir neben dem Kreuz bequem und genieße die Aussicht. Im Loigistal kann ich zwei Schifahrer erkennen, die scheinbar mühelos hinunter schwingen. Allerdings werden sie weiter unten die Schi tragen müssen. Das bleibt mir zum Glück erspart.

Nach der ausgiebigen Rast steige ich ab. Das steile Stück unterhalb vom Schallerkogel ist auch im Abstieg unangenehm. Bei der Zellerhütte kommen die Schneeschuhe wieder auf den Rucksack und die Spikes auf die Schuhe. Es ist zwar nicht eisig, beim Bergabgehen habe ich aber einen viel besseren Halt.

Letzte Rast beim großteils noch zugefrorenen Schafferteich. Aus dem Wald ist das Geräusch einer Motorsäge zuhören, sonst ist es hier ruhig. Ich gehe durch den Hammerlgraben weiter und komme bald nach Vorderstoder, wo ich nach kurzer Wartezeit den Bus zum Zug besteige.

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Erkundungstour / 16.3.2023

Wie schaut aktuell die Schneelage aus? Um das herauszufinden, fahre ich mit dem Zug nach Ardning. Beim Aussteigen wünscht mir der freundliche Zugbegleiter (früher hat man Schaffner gesagt) noch einen schönen Tag und ich gehe los.

Es ist sonnig aber noch etwas frisch, die Wiesen sind leicht "angezuckert". Aber nach einer Stunde ändert sich das Bild. Ich stapfe auf einer winterlichen Straße zur Ardningalm, wo ich eine lange Kaffeepause einlege. Hier könnte man stundenlang auf der Hüttenbank sitzen und so wie die Ziegen einen schönen Tag verbringen. Mein nächstes Ziel ist aber die Bacheralm. Also gehe ich weiter, nun bereits mit angeschnallten Schneeschuhen.

Bald sehe ich vor mir den Arlingsattel und einige frische Schispuren. Vielleicht hätte ich doch die Schi nehmen sollen. Aber der Eindruck trügt ein wenig. Die Schneedecke ist südseitig sehr dünn und der Schnee weich.

Gegen Mittag komme ich zur Bacheralm. Wieder so ein herrlicher Rastplatz. Diesmal fällt die Pause aber etwas kürzer aus, da ich noch einen weiten Weg vor mir habe.

Bei Pyhrgasgatterl überschreite ich die Landesgrenze und komme nach wenigen Minuten zum Rohrauerhaus. Hier stellt sich nun die Frage, welchen Weg ich jetzt nehmen soll. Entweder folge ich der ausgetretenen Spur zur Bosruckhütte (eher fad), oder ich versuche spurlos zur Hofalm zu gehen (interessant). Da ich genug Zeit habe und den Wegverlauf kenne, entscheide ich mich für die zweite Variante.

Mit den Schneeschuhen ist das Gehen jetzt sehr angenehm, es geht nämlich bis zur Abzweigung "Hofalm" leicht bergab. Aber auch der folgende Anstieg bis zum Lugsattel ist heute keine besondere Herausforderung. Lediglich die letzten Meter sind auf Grund der Steilheit etwas knifflig. Ich mache einige Fotos mit Selbstauslöser und gehe zur Hofalm weiter.

Letzte Rast auf der Sonnenterrasse vor der geschlossenen Hütte. Da es hier so wunderbar ist, verschiebe ich die Rückfahrt um einen Zug und bleibe noch länger sitzen.

Mit ausreichend Zeitreserve steige ich dann nach Spital am Pyhrn ab, immer noch mit den Schneeschuhen. Erst weiter unten schnalle ich sie wieder an den Rucksack. Fast übergangslos endet dann der Winter und ich befinde mich zumindest temperaturmäßig wieder im Frühling.

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Erster / 1.1.2022

In den letzten Tagen hat es bis in höher Lagen geregnet und dem Schnee arg zugesetzt. Dazu kommt noch eine für die Jahreszeit völlig unpassende Temperatur von über 10°, die bei mir keine besondere Begeisterung für eine Schitour aufkommen lässt. Eine Alternative ist aber schnell gefunden.

Wie schon öfter beginne ich die Tour beim Parkplatz Teufelskirche. Vom Winter ist hier nichts zu sehen. Trotzdem schnalle ich die Schneeschuhe auf den Rucksack in Erinnerung an den mühsamen Aufstieg im letzten Winter.

Bis zum Lackerboden ist es heute eine Herbstwanderung, sonnig und warm. Das Laub raschelt unter den Schuhen, sonst ist es ungewöhnlich ruhig. Aber dann zeigen sich doch die ersten größeren Schneeflecken und plötzlich bin ich wieder im Winter angekommen.

Beim Sender schnalle ich mir die Schneeschuhe an und stapfe weiter. Es ist nur eine alte Spur zu sehen. Ich bin heute offenbar der Erste, der zum Schillereck aufsteigt. Der Schnee ist weich und manchmal sinke ich trotz der breiten Teller etwas ein. Ohne Schneeschuhe wäre es heute unmöglich hier zu gehen.

Kurz vorm Gipfel komme ich zur einzigen heiklen Stelle. Es sind nur wenige Meter am Grat, die bei Eis unangenehm sein könnten. Heute ist der kurze Übergang aber problemlos.

Nach 3½ Stunden erreiche ich den Gipfel als Erster im Jahr 2022. Der Berg gehört mit alleine, weit und breit ist niemand zu sehen. Ich blättere im Gipfelbuch. Der letzte Eintrag ist vom November. Aber vermutlich tragen sich nicht alle ein, denn so alt dürften die Spuren nicht sein.

Auf Grund des unangenehmen Windes verlege ich die Mittagsrast nach weiter unten. Bald finde ich eine windgschützte Stelle mit schöner Aussicht zum Toten Gebirge. Unglaublich, dass ich hier zu Neujahr mit der dünnen Jacke in der Sonne sitzen kann.

Der südseitige Abstieg ist einerseits sehr angenehm (wegen der Sonne), aber auch etwas mühsam (wegen des tiefen Schnees unterhalb vom Sender). Bald sind die Schneeschuhe mehr Hindernis als Vorteil. Kurz vorm Lackerboden wechsle ich wieder auf mein normales Schuhwerk und steige gemütlich ins Tal ab.

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Drei auf einen Streich / 6.3.2021

Der Parkplatz an der B 145 in Langwies ist leer. Anscheinend ist niemand außer mir auf die Idee gekommen, von hier aus eine Höllengebirgswanderung zu unternehmen. Liegt wohl an der Seilbahn in Ebensee, die einen mühelosen Aufstieg auf das Plateau ermöglicht.

Ich überlege kurz, ob ich die Schneeschuhe überhaupt mitnehmen soll. Aus der schlechten Erfahrung am Schillereck habe ich aber gelernt, und trage das Zusatzgewicht heute mit. Eine gut Entscheidung, denn bereits nach 100 Höhenmetern treffe ich auf den ersten Schnee.

Manchmal etwas mühsam steige ich im Aritzgraben hoch, der Schnee wird mehr, die Aussicht besser. Auf 1300 m Höhe schnalle ich die Schneeschuhe an und gehe erleichtert weiter.

Nach fast drei Stunden erreiche ich die Vordere Spitzalm. Keine Meisterleistung, aber das Spuren hat etwas Zeit gekostet. Dafür benötige ich nur 10 Minuten um den ersten Gipfel zu besteigen. Ein schiefer Hochstand markiert den höchsten Punkt des Schneekogel mit bescheidenen 1403 m Höhe.

Nun gehe ich in Richtung Haselwaldgasse weiter, was sich aber bald als sehr anstrengend herausstellt. Im frischen Neuschnee sinke ich trotz der Schneeschuhe immer wieder ein, auch das Gelände wird jetzt steiler. Jetzt wären Tourenschi die bessere Ausrüstung.

Ich bleibe stehen und betrachte die unberührte Landschaft. Weit hinten kann ich den Großen Höllkogel sehen, heute für mich unerreichbar. Etwas näher liegt der  Grillkopf, mit 1621 m Höhe nur 70 Meter niedriger als der Traunstein, aber dafür absolut ungefährlich. Auf Anhieb finde ich den richtigen "Weg" durch die nur teilweise vom Schnee bedeckten Latschen.

Der Gipfel ist flach und aussichtsreich nach allen Richtungen. Vermutlich wird er selten bestiegen. Nach dem obligaten Gipfelbeweisfoto mit Selbstauslöser gehe  ich entlang der überwechteten Geländekante in Richtung Ofenhöhe weiter. Hier befindet sich ein altes Vermessungszeichen am höchsten Punkt. Die Sicht ins Ofental ist durch heraufziehende Nebelschwaden eingeschränkt. Es dürfte aber ziemlich steil abfallend sein.

Die schon längst überfällige Mittagsrast verlege ich etwas nach unten. An windgeschützter Stelle lasse ich mir wieder meine Suppe schmecken und ziehe eine kurze Bilanz. Drei mir bislang unbekannte Gipfel habe ich heute bestiegen. Keine Modeberge und daher kaum besucht. Im Sommer auf Grund der vielen Latschen vermutlich mühsam bis unmöglich zu besteigen. Aber im Winter ein besonderes Erlebnis.

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Laglsberg / 2.3.2021

Momentan ist einfach zu wenig Schnee um vom Tal weg eine Schitour zu unternehmen. Und eine Stunde Schitragen ist für mich keine Option. Also ziehe ich heute wieder die Wanderschuhe an und beginne beim gebührenpflichtigen Parkplatz Schafferteich meine Tour.

Mein erstes Zwischenziel kann ich schon vom Tal aus sehen, es ist die Zellerhütte. Zum Aufwärmen geht es mäßig ansteigend bis zur Materialseilbahn, wo ich erstmals eine geschlossene Schneedecke vorfinde. Um nicht am ausgetretenen Weg zu rutschen, schnalle ich hier die leichten Steigeisen auf die Schuhe. Eine geniale Erfindung. Wie auf Schienen stapfe ich mühelos zur Hütte hinauf, wo ich auf der sonnigen Bank eine kurze Rast einlege.

Anschließend steige ich durch den lichten Lärchenwald zum Schallerkogel auf. Obwohl hier schon mehr Schnee liegt, verzichte ich vorerst auf die Schneeschuhe. Nach drei Stunden Gehzeit (ohne Pause) erreiche ich den Laglsberg. Es ist ein Gipfel ganz nach meinem Geschmack. Aussichtsreich, sonnig, viel Platz und kein Absturzgelände. Und abermals bewährt sich mein kleiner Gaskocher. Eine heiße Suppe ist schon etwas Feines, noch dazu bei diesem Panorama.

Da es die Zeit zulässt, steige ich mit den Schneeschuhen noch ein Stück in Richtung Warscheneck auf. Das mächtige Gipfelkreuz ist schon von Weitem zu sehen, ich werde es aber heute nicht mehr erreichen. Als Zeitlimit habe ich mir 13:30 Uhr gesetzt, dann kehre ich um. Der sich so ergebende Umkehrpunkt liegt auf einer Höhe von 2170 m. Ein schöner, windstiller Platz mit Blick ins untere Loigistal.

Für den Abstieg zur Zellerhütte brauche ich weniger lang als kalkuliert. Das hat den Vorteil, dass ich auf der Terrasse noch ausgiebig die Nachmittagssonne genießen kann. Und freundlicherweise hat die Hüttenwirtin im Winterraum Getränke deponiert, das ist wahrer Luxus.

Bevor die Sonne hinter der Spitzmauer versinkt, mache ich mich auf den Weg ins Tal. Wieder mit den "Schneeketten" an den Schuhen geht das flott und ohne Ausrutscher.

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Mein Winterbeginn / 14.12.2020

So einfach ist das mit dem Winterbeginn gar nicht zu beantworten. Der meteorologische oder auch klimatologische Winteranfang ist immer der 1. Dezember. Der kalendarische oder auch astronomische Winteranfang richtet sich nach dem Stand der Erde zur Sonne. Der beginnt heuer am 21.12. um 14:30 Uhr.

Und da gibt es noch meinen persönlichen Winterbeginn. Und der findet für mich diesmal am 14.12. statt. Der Tag, an dem ich erstmals wieder mit den Schneeschuhen unterwegs bin.

Von Brunnental aus beginne ich die ersten 1¼ Stunden meiner Wanderung durch den Katzengraben. Und jedes mal denke ich mir, dass der Graben an Trostlosigkeit kaum zu überbieten ist. Schattig, keine Aussicht, eintönig. Aber dann der Augenblick, wo nach dem letzten Waldstück der Blick frei wird zum nahen Roßschopf und linker Hand zum Toten Gebirge. So schnell sind die ersten Kilometer vergessen.

Mittlerweile habe ich die Schneeschuhe angeschnallt, zwar noch nicht unbedingt notwendig, aber doch eine Erleichterung. Und tragen muss ich sie sowieso, entweder am Rücken, oder an den Beinen.

Nach einer kurzen Rast bei der leider geschlossenen Steyrerhütte gehe ich weiter. Eine schwache Spur ist vorhanden, die endet aber am Beginn des Almbodens. Ich bin also der Erste, der die unberührte Landschaft betreten darf. Die Schönheit hat aber einen Haken. Das Gehen im tiefen Schnee ist sehr mühsam. Und zusätzlich liegt noch ein Latschenlabyrinth vor mir. Den Gipfel habe ich gedanklich schon abgeschrieben, aber ein Stück möchte ich doch noch aufsteigen.

Ich halte mich eher rechts und finde zu meiner Überraschung einen Weg durch die Latschen. Da es die Zeit zulässt, gehe ich weiter. Es wird steiler, aber ich komme ganz gut vorwärts. Von meinen bisherigen Besteigungen weiß ich, dass man nach links queren muss, um dort eine Laschengasse für den Ausstieg zu finden. Im steilen Gelände ist das aber nicht so einfach, und das Stapfen im teilweise tiefen Schnee kostet viel Kraft. Aufgeben will ich aber jetzt auch nicht mehr.

Schließlich nimmt die Steilheit ab, ein untrügliches Zeichen, dass die größten Schwierigkeiten hinter mir liegen. Und den richtigen Weg durch die Latschen habe ich auch gefunden.

Vor mir liegt jetzt nur mehr der unverspurte Gipfelhang. Langsam setzte ich hier einen Schritt vor dem anderen bis ich nach 4½ Stunden reiner Gehzeit neben dem Gipfelkreuz stehe. Eine herrliche Aussicht, fast kein Wind und zarte Plusgrade sind der Lohn der Mühe.

In Anbetracht des langen Rückweges halte ich mich nur kurz auf und steige entlang des Aufstiegsweges vorsichtig wieder ab.

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Der Sonne entgegen / 14.1.2020

Brunnental und Katzengraben = kalt und schattig

Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Und trotzdem komme ich immer wieder gerne hier her. Das gemeine bei diesem Aufstieg zur Steyrerhütte ist der Umstand, dass man zwar die Sonne sehen kann, aber trotzdem über eine Stunde im Schatten gehen muss. Dafür ist die Freude dann umso größer, wenn man endlich das Schattendasein beendet hat und in der strarlenden Sonne steht.

Knapp über zwei Stunden benötige ich bis zur Steyrerhütte, die heute ausnahmsweise geöffnet ist. Eine großangelegte Lawinenübung mit über 50 Bergrettern, Soldaten und drei Hubschraubern ist für den Nachmittag/Abend geplant. So gesehen bin ich heute auf der sicheren Seite unterwegs.

Nach kurzer Pause gehe ich mit den Schneeschuhen weiter. Zuerst flach bis zur Halterhütte, dann zuerst langsam ansteigend und später immer steiler werdend in Richtung Gipfel. Kurz vorm Latschengürtel befindet sich die steilste Stelle, was nach meiner Einschätzung auch die Grenze für noch sinnvolles Schneeschuhgehen ist. Aber es wird gleich wieder flacher und bald stehe ich am Kasberg.

Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch ist es heute weder windig noch besonders kalt. Und wieder kann ich die außerordentlich gute Fernsicht genießen.

Nach einer halben Stunde steige ich wieder ab, wobei das Hinuntergehen mit den Schneeschuhen im Steilhang alles andere als ein Vergnügen ist. Dafür kann man hier maximal etwas abrutschen, da der Hang unten flach ausläuft. Und dort unten mache ich dann meine Mittagspause in einer Mulde unter einem Baum. Es ist windstill, sonnig und warm, besser geht's nicht.

Den Nachmittagskaffee bekomme ich bei der Steyrerhütte, wo ich der einzige Freizeitgast bin. Die anderen Anwesenden sind von Polizei und Bundesheer, die sich auf den Einsatz vorbereiten. Ich hingegen gehe gemütlich ins Tal zurück, wo nichts außer den drei Hubschraubern an den gerade laufenden Übungseinsatz hinweist.

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Winterwandern / 12.1.2020

Das Winterbergwandern erfreut sich zunehmender Beliebtheit, hab ich gehört. Vielleicht liegt das am Schneemangel oder den teuren Liftkarten. Manche suchen auch die Ruhe und weichen den oft überlaufenen Schitourenzielen einfach aus, so wie ich. Wandern im Winter ist jedenfalls unproblematisch aber mindestens so anstrengend wie eine Schitour.

Beim Parkplatz überlege ich noch, ob ich die Schneeschuhe mitnehmen soll, zumal es südseitig ziemlich aper ausschaut. Ich fixiere sie schließlich doch am Rucksack und mache mich auf den Weg zum Schillereck.

Bis zum Lackerboden herrscht eine angenehme Herbststimmung, es ist sonnig und warm, der Weg trocken. Doch dann änderst sich die Situation ziemlich schnell und ich befinde mich plötzlich in einer verschneiten Winterlandschaft. Jetzt bin ich froh, dass ich die Schneeschuhe mitgenommen habe.

Langsam ziehe ich eine frische Spur in den immer steiler werdenden Hang. Das Gehen in der Falllinie ist sehr anstrengend. Mit Schi könnte man jetzt ein zwei Kehren machen und so das Steilstück entschärfen, mit dem Schneeschuhen geht das aber nicht so einfach.

Am Sattel, dort wo der Höhenweg verläuft, treffe ich auf eine frische Spur, was den weiteren Aufstieg erheblich erleichtert. Immer am Kamm steige ich nun dem Gipfel entgegen, den ich nach dreidreiviertel Stunden erreiche. Die Mühe hat sich gelohnt. So wie zuletzt am Almkogel ist auch heute wieder eine sehr gute Fernsicht gegeben.

Jetzt einen heißen Kaffee. Nicht am Gipfel, sondern bei der Sendestation. Dort gibt es eine beheizte Notschlafstelle und einen Wasserkocher. Kaffee und Tasse hab ich vorsorglich mitgenommen. Mit so wenig kann man zufrieden sein.

Hinunter geht es natürlich viel schneller, was auch gut ist. Denn bald beginnt es zu dämmern, und da möchte ich nicht mehr im dunklen Wald herumirren.

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Die erste Spur zum Wieser / 6.1.2020

Ferienende und schönes Wetter. Da sind auf den Hauptrouten Staus vorprogrammiert. Aber es gibt noch Alternativen.
Zum Beispiel eine Winterwanderung auf den Almkogel. Vorsichtshalber nehme ich auch die Schneeschuhe mit, da ich bei guten Verhältnissen wieder einmal die schöne Kammwanderung zum Wieser machen möchte.

Der schwierigste Teil ist die Auffahrt zum Parkplatz Bamacher am Ende des Oberplaißabaches. Die Straße ist schmal und teilweise vereist, zum Glück kommt mir niemand entgegen.

Leicht angezuckert präsentiert sich hier der Wald, was sich in der nächsten Stunde aber rasch ändert. Ab etwa 1000 m Höhe beginnt der Winter, was man beim Blick nach Norden auch gut erkennen kann. Unter ist es grün, oben weiß.

Das erste Gipfelfoto kann ich bei der heute geöffneten Ennser Hütte machen. Verlockend wäre auch eine kurze Einkehr, aber die verschiebe ich auf den Nachmittag.

In der Nacht hat es geschneit und der starke Wind hat hier eine wunderbare Winterlandschaft geschaffen. Besonders im Kammbereich zwischen Brunnbacheck und Almkogel wachsen bizarre Eisbaumskulpturen in den Himmel.

Am Almkogel kann ich dann einen Blick in südlicher Richtung zum Wieser werfen. Keine Spur ist zu sehen, offenbar hat in letzter Zeit niemand den einsamen Weg dorthin auf sich genommen. Jetzt kommen die bisher am Rucksack getragenen Schneeschuhe zum Einsatz. Langsam steige ich vom Gipfel ab und hinterlasse hier die vermutlich erste Spuren in diesem Jahrzehnt. Dann geht es immer am Kamm entlang leicht ansteigend weiter. Schließlich erreiche ich nach dem Überqueren eine baumlosen Fläche den unscheinbaren Gipfel des Wieser.

Dort steht das alte Kreuz immer noch etwas schief im Schnee, lediglich das Gipfelbuch wurde vor einigen Jahren erneuert. Ein Blick hinein bestätigt meine Vermutung, dass hier selten jemand vorbeikommt. Der letzte Eintrag stammt vom Dezember.

In einer windgeschützten Mulde esse ich meine Jause, dann gehe ich zum Almkogel zurück. Dort verstaue ich wieder die Schneeschuhe und steige zur Ennser Hütte ab, wo ich den letzten Bauernkrapfen bekomme. Glück gehabt. Im Freien sitzend genieße ich die Nachmittagssonne und den heißen Kaffee. Dann gehe ich gemütlich zum Ausgangspunkt zurück.

Fazit: eine feine Winterwanderung, das Jahr fängt gut an.

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Wo bleibt der Winter? / 16.12.2019

Eine gute Frage. Im Flachland ist vom Schnee jedenfalls nichts zu sehen. Wie es weiter oben aussieht will ich mir heute ansehen. Sicherheitshalber nehme ich auch die Schneeschuhe mit, rückblickend eine gute Entscheidung.

Bereits die Auffahrt auf der teilweise vereisten Straße nach Muttling lässt erste winterliche Gefühle aufkommen. Beim kleinen Parkplatz auf 941 m Höhe wechsle ich von Motor auf Muskelkraft und beginne zügig meine Wanderung. Bald werde ich aber vom Schnee etwas eingebremst. Hier hat es in letzter Zeit doch etwas geschneit und das Gehen wird mühsam.

Haslersgatter. Schneeschuhanlegeplatz. Kurze Rast, dann gehe ich weiter. Der Schnee wird jetzt immer mehr, auch die Sonne kommt langsam durch und bei der Mayralm stapfe ich über eine geschlossene Schneedecke. Der Schein trügt allerdings, wie ich wenig später beim steilen Aufstieg zum Mayrwipfl feststellen kann. Der Schnee hat nämlich die Latschen gerade soviel bedeckt und niedergedrückt, dass der Weg nur mehr schwer zu erkennen ist. Aber zum Glück gibt es eine Spur durch dieses Latschenlabyrinth, was mir den Aufstieg erheblich erleichtert.

Die schöne Aussicht am Gipfel ist dann die gerechte Belohnung für die Mühen auf den letzten hundert Höhenmetern. Im Osten kann ich den über 100 km entfernten Hochschneeberg erkennen, südöstlich die nahen Gesäuseberge. Alle weiß angezuckert, aber zum Schifahren noch zu wenig.

Zurück geht's dann - wenig überraschend - etwas schneller. Trotzdem ist das Gehen mit den etwas sperrigen Schneeschuhen anstrengend. Mit den Schiern geht das alles viel kraftsparender.

Die Tage sind jetzt schon sehr kurz, eine Pause beim alten Jagdhaus geht sich aber trotzdem aus. Vorm Weggehen werfe ich noch einen Blick durchs Fenster auf eine längst vergangene Zeit, dann steige ich ins Tal ab.

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Wer suchet der findet / 25.5.2019

Mein Missgeschick vom letzten Samstag geht mir nicht aus dem Kopf. An Hand von Fotos und aus der Erinnerung versuche ich den Ort des Ausrutschens näher einzugrenzen. Es bleibt schließlich ein etwa 50 Meter langer und 10 Meter breiter Abschnitt über. Obwohl die Erfolgsaussichten sehr gering sind, will ich doch einen Versuch unternehmen.

Wieder parke ich im Rettenbachtal, wieder überwinde ich den Windwurf und wieder steige ich im Budergraben zügig auf. Der Regen in den letzten Tagen hat der Schneedecke stark zugesetzt, die ersten Flecken beginnen weiter oben und sind auch schon merkbar kleiner.

Auf etwas 1450 Meter beginne dann mit der Suche. Konzentriert halte ich beim langsamen Aufstieg Ausschau nach irgendwelchen Anhaltspunkten im Schnee. Nichts. Spuren von letzter Woche sind keine mehr vorhanden, die hat der Regen weggewaschen. Und falls das Gerät noch unter dem Schnee liegt, ist ein Auffinden praktisch ausgeschlossen. Und auf die Schneeschmelze zu warten ist ebenfalls sinnlos, da unter der 1,5 Meter dicken Schneedecke Latschen sind (der Sommerweg verläuft hier weiter östlich).

Während ich so überlege, ob ich etwas weiter rechts gehen sollte, blicke ich zufällig etwas nach links und traue meinen Augen nicht. Da liegt es, mein Garmin, wie nur kurz hingelegt. Unglaublich. Damit habe ich nicht gerechnet.

Erleichtert gehe ich weiter, wieder auf den Hagler, diesmal aber mit einer langen Gipfelrast. Dort lege ich die Reservebatterien ins Gerät und zeichne wieder den gesamten Rückweg auf, so wie wenn nichts gewesen wäre.

Fundort: N47° 46,430' E14° 19,178' 
Nach dem Verlust hat das Gerät noch 13 Stunden aufgezeichnet, dann war die Batterie leer.

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Erkundungstour /18.5.2019

Bei guter Sicht kann ich von zu Hause die schneebedeckten Berge sehen. Aber wie schaut es vor Ort aus? Davon will ich mir im Sengsengebirge ein Bild machen.

Ich beginne wieder einmal im Rettenbachtal. Kurzärmelig steige ich zügig im Budergraben auf, werde aber bald durch Windwurf etwas eingebremst. Den kann ich aber relativ einfach umgehen, unangenehm ist es aber dennoch.

Auf einer Höhe von 1350 m treffe ich auf die ersten Schneeflecken, die bald in eine geschlossene Schneedecke übergehen. Jetzt ist es Zeit in die Schneeschuhe zu steigen. Das tiefe Einsinken hat nun ein Ende, doch wesentlich leichter wird es auch nicht. Besonders wenn es etwas steiler wird, kommt man schnell an die Grenzen. Queren geht fast nicht, also bleibt nur der Aufstieg in der Falllinie über. Mit Schi wäre das alles viel einfacher.

Am Ende des Budergrabens erwartet mich nicht nur eine unberührte Winterlandschaft, sondern auch flacheres Gelände. Hier bin ich ich mit den Schneeschuhen wieder klar im Vorteil. Eine halbe Stunde später stehe ich am Hagler, wo mich ein unangenehmer Wind empfängt. Schnell ein paar Fotos, dann mache ich mich wieder auf den Rückweg.

Bergab geht es dann flott den Budergraben hinunter und wie sich erst später herausstellen wird, zu flott. Bei einem kleinen Ausrutscher verliere ich nämlich mein Garmin GPS, was ich aber erst weiter unten bemerke. Ein neuerlicher Aufstieg kommt nicht mehr in Frage, außerdem ist die Chance es zu finden verschwindend gering. Schade um das zuverlässige Gerät.

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Im Grenzgebiet / 21.1.2019

Wolken im südlichen Bergland, Sonne im Norden. Die Entscheidung fällt mir heute leicht. Bei -15° knirscht es unter den breiten Schneeschuhen als ich meine Wanderung beim Sportplatz in Reichenthal beginne. Ich orientiere mich am 10 Mühlenwanderweg, von dem auf Grund der geschlossenen Schneedecke nichts zu sehen ist. Aber mit GPS-Unterstützung fällt die Orientierung leicht.

Bis zur Graslmühle gehe ich teilweise im Schatten, was sich aber nach einem kurzen Aufstieg zum Glück ändert. Mit den breiten Schneeschuhen kann ich problemlos querfeldein dahin marschieren. Hin und wieder treffe ich auf Traktorspuren die meine Gehrichtung durchkreuzen.

Bei Allhut befindet sich ein schöner Rastplatz, den ich mir natürlich nicht entgehen lassen kann, zumal solche trockene Sitzplätze im Winter rar sind. Genüsslich sitze ich auf dem Holzstoß und lasse mir die Jause schmecken. Ich befinde mich nun schon in Grenznähe, was mir beim weiteren Weg durch ein Hinweisschild bewusst wird.

Besonders schön ist der nun folgende Abschnitt hart an der Staatsgrenze. Bevor es wieder leicht bergab geht ändere ich die Richtung und erreiche bald das alte Zollhaus, wo ich abermals einen Schwenk nach rechts einlege. Vor mir liegt nun ein weites, leicht ansteigendes Gelände, an dessen Ende ein Wald den Horizont begrenzt. Dort befindet sich die Waldkapelle und ein weiterer schöner Rastplatz, der mir eine einstündige Pause ermöglicht.

Mittlerweile wirft die tiefstehende Sonne lange Schatten, es wird Zeit die Wanderung zu beenden. Noch einmal gehe ich über verschneite Wiesen und Felder zum Ausgangspunkt zurück.

Der Umweg ist das Ziel /18.12.2018

Der 4766 m lange Bosrucktunnel ermöglicht eine Zugfahrt in nur neun Minuten von Spital am Pyhrn nach Arndning, wo ich wieder einmal als einziger Fahrgast aussteige. Verwunderlich ist das aber nicht, zumal an einem Wochentag ohnehin kaum Ausflügler unterwegs sind und von den wenigen niemand zu Fuß von Ardning nach Spital geht ... schon gar nicht im Winter. Aber sie wissen nicht, was ihnen dabei entgeht.

Anfangs überwiegt die hochnebelartige Bewölkung, die aber bei der Angeralm die ersten Löcher bekommt. Auch über den Haller Mauern schimmert es bald blau durch die Wolken.

Am Ende der geräumten Straße ist es dann Zeit, die Schneeschuhe anzuziehen. Es liegt hier mehr Schnee als ich erwartet habe und auch eine Schitour wäre problemlos möglich, wie mir einige Aufstiegsspuren bestätigen.

Mittlerweile haben sich die Wolken aufgelöst und ein teifblauer Himmel hat sich über den winterlichen Bosruck und die Frauenmauer gelegt, ein herrlicher Anblick. Dank einer alten Spur komme ich gut weiter und gelange ohne nennenswerte Anstiege zur Bacheralm, ein Rastplatz wie aus dem Bilderbuch. Windgeschützt lasse ich mir die Jause auf der sonnigen Hüttenbank schmecken.

Nun folgt ein kurzer etwas steilerer Anstieg zum Pyhrgasgatterl, wo ich die Landesgrenze überschreite. Nun bin ich wieder in OÖ und gehe vorerst leicht bergab über die weite Fläche der Brandneralm. Spuren sind hier keine mehr sichtbar aber mit GPS-Unterstützung finde ich (nach einem kurzen Abstecher in die Latschen) den richtigen Weg zum Sattel beim Lugkogel. Ein schöner Rastplatz, etwas windig aber dafür mit herrlicher Aussicht vom Gesäuse bis zum Sengsengebirge. Noch schnell zwei Fotos mit Selbstauslöser, dann steige ich zügig zur Hofalm ab. Auch hier sind keine Spuren sichtbar, erst bei der Hofalmhütte sind Schuhabdrücke im Schnee zu erkennen.

Den nun folgenden Abschnitt hinunter nach Spital bringe ich schnell hinter mich, den Zug um 15:40 erreiche ich trotzdem nicht. Macht aber nichts, dann der nächste Zug steht schon lange vor der Abfahrt gut geheizt in der Bahnstation bereit, wo mein geplanter Umweg zu Ende geht.

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