Erstbesteigung / 9.11.2014

IMG_7112Beim Jagdhaus “Tragl” dringt zaghaft die Sonne durch die Nebeldecke und wenig später stehe ich bereits in der Sonne. Was für ein Beginn. Gut gelaunt bringe ich den eher faden ersten Abschnitt bis zur Kaltau rasch hinter mich. Von hier kann ich bereits das Gipfelkreuz erkennen, die optische Nähe täuscht aber. Es sind doch noch 529 hm bis zum Gipfel.

Bei der Abzweigung zum Törl gibt es jetzt freie Sicht zum Kasberg, da einige Bäume geschlägert werden mussten (Käferbefall und Windwurf). Die Stämme wurden mit einer Seilbahn ins Tal gebracht, eine Schwerarbeit wie mir ein Jäger (oder war es ein Forstwirt) bei einem kurzen Gespräch erklärt.

Den Nebengipfel der Kremsmauer, die Pyramide erreiche ich kurz nach 11 Uhr, und so steht einer ausgiebigen Gipfelrast nichts im Wege. Auf den Hauptgipfel verzichte ich, zu ausgesetzt ist mir der kurze Übergang zum höchsten Punkt.

Beim Blick auf die umliegenden Gipfel fällt mir dann eine unscheinbare Erhebung südlich der Kaltau auf. Durchs Fernglas versuche ich mögliche Aufstiegswege zu erkennen. Bis etwas zur Hälfte verläuft ein Forstweg, weiter oben sollte der Aufstieg durch einen mehr oder weniger dichten Wald möglich sein. Aber das wird sich erst vor Ort herausstellen.

Zurück in der Kaltau überlege ich kurz, ob ich den schattigen Aufstieg noch versuchen soll. Da ich noch genug Zeit habe, gehe ich zügig los, zuerst auf der Forststraße wie geplant, anschließend durch lichten Wald, manchmal entlang einer Gemeindegrenze mit Sicherheitsabstand zum östlich am Waldrand befindlichen Abbruch. Weiter oben wird es etwas steiler, aber nur ein kurzes Stück, denn bald erreiche ich die Gipfelwiese, die jetzt noch in der Sonne liegt.

Mit GPS-Hilfe suche ich den höchsten Punkt und errichte dort ein provisorisches Kreuz. Ich stehe am Hochedl (1424 m), ein vermutlich selten bestiegener Gipfel. Bei der letzten Jausenpause auf einem Baumstamm sitzend genieße ich die wunderbare Aussicht zur Kremsmauer im Norden und zur Prielgruppe im Süden.

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