Finale / 30.12.2024

Für die letzte Tour des Jahres haben wir uns die Kremsmauer ausgesucht. Der südseitiger Aufstieg von Steyrling verspricht viel Sonne und wenig Schnee. Daher sind wir etwas überrascht, als wir auf der Forststraße zur Kaltau eine Schispur sehen. Im schattigen Graben hält sich anscheinend doch länger der Schnee und wir kommen nur langsam vorwärts.

Mit zunehmender Höhe ändert sich aber das Bild. Der Weg ist stellenweise trocken und aper wie im Herbst. Erst weiter oben treffen wir wieder auf mehr Schnee, besonders schattseitig im felsigen Gelände. Hier bietet aber ein Stahlseil ausreichend Sicherheit und Halt.

Nach drei Stunden erreichen wir den Gipfel, besser gesagt die Pyramide auf 1599 m Höhe. Hier empfängt uns ein kalter Wind, nicht besonders einladend für eine längere Pause. Mit der Daunenjacke lässt es sich aber gut aushalte.

Beim Abstieg ist noch einmal Konzentration gefragt, zumal an manchen Stellen glatte Steine unter der dünnen Schneedecke lauern. Auf so einen sprichwörtlich "Guten Rutsch" können wir gerne verzichten, auch wenn der Jahreswechsel kurz bevor steht.

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Almwanderung / 28.12.2024

In der Annahme, dass der Winter noch nicht so richtig begonnen hat, fahre ich mit normaler Wanderausrüstung nach Ardning. Gleich beim Aussteigen aus dem Zug werde ich aber eines Besseren belehrt. Hier liegt bereits bei der Bahnstation etwas Schnee und nur 20 Minuten später gehe ich auf der geräumten Straße zur Ardningalm.

Auf der sonnigen Hüttenbank gönne ich mir einen Vormittagskaffee und gehe dann in Richtung Rossfeldboden weiter. Die Hüttenwirtin hat zwar gemeint, dass ich es ohne Schneeschuhe kaum schaffen werde, ich versuche es aber trotzdem.

Der anfangs noch ausgetretene Weg endet aber bald und geht in eine Schispur über. Ich sinke jetzt immer tiefer ein was Zeit und Kraft kostet. Oberhalb der Igelsfeldalm beende ich das sinnlose Unterfangen und kehre um.

Als Ersatzziel wähle ich Warteckalm, die zwei wesentliche Vorteile bietet. Erstens ist der Weg dorthin ausgetreten, und zweitens liegt sie in der Sonne. Trotzdem ist besonders das letzte Stück bis zu den Hütten sehr mühsam.

Nach einer langen Rast gehe ich zur Bahnstation Ardning zurück.

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Cruz del Siglo / 3.12.2024

Endlich habe ich ein brauchbares Verzeichnis der Wanderrouten auf Gran Canaria gefunden. Manche der Wege habe ich in den letzten Jahren teilweise begangen. Neben den überlaufenen Touren (z.B. zum Roque Nublo) gibt es aber auch etwas ruhigere Touren. Eine davon führt von Aguimes nach San Bartholomé, es ist der S40. Im April 2023 bin ich bis Temisas gewandert. Heute steht der zweite Teil am Programm, allerdings in entgegengesetzter Richtung.

Ich beginne in San Bartholomé. Schon die Anreise mit dem Linienbus auf der kurvigen Bergstraße ist ein Erlebnis. Wer allerdings mit den gelegentlichen Tiefblicken über die Leitplanken wenig Freude hat, sollte im Bus keinen Fensterplatz wählen.

Nach einem schnellen Espresso beginne ich die Wanderung. Bald habe ich das Ortsende erreicht und folge nun ein Stück der asphaltierten Straße nach Rosiana. Nach 20 Minuten biege ich in einer Linkskurve auf einen Wanderweg ab. Ungewohnt ist hier der Anblick auf die vielen Palmen sowie das Fehlen einer wie bei uns in den Bergen regelmäßigen Markierung.

Und prompt übersehe ich in Rosiana Alta eine Abzweigung. Erst zwei Kilometer später in Santa Lucía treffe ich wieder auf einen Wegweiser. Ich mache eine kurze Pause und gehe nach El Valle weiter, ein sehenswerter kleiner Ort, der vom Tourismus anscheinend bisher verschont oder übersehen wurde.

Nach den letzten Häusern gehe ich noch ein Stück auf einer Schotterstraße, dann beginnt der kurze Aufstieg zum 964 m hohen Cruz del Siglo. Auf dem schön angelegten Steig überwinde ich in einigen Serpentinen die Steilstufe ohne Probleme. Von unten hat das nicht so einfach ausgesehen.

Am felsigen Gipfel steht ein etwas überdimensioniertes Kreuz mit LED-Lämpchen. Ist das schon die Weihnachtsbeleuchtung? Jedenfalls ist die Aussicht für diesen relativ niedrigen Berg überraschend gut. Damit habe ich nicht gerechnet. Nach einer kurzen Pause an windgeschützter Stelle setze ich die Wanderung fort.

Der folgende Abschnitt führt über eine baumlose, dem Wind sehr ausgesetzte hochplateauähnliche Fläche. Hin und wieder zeugen alte Steinmauern von einer früheren Nutzung. Heute ist davon aber nichts mehr zu sehen. Dann geht es bergab zum kleinen Ort Temisas, wo ich die Wanderung nach 12 km bei der Bushaltestelle beende.

Fazit: den S40 könnte man auch an einem Tag begehen, sofern man den Frühbus nach San Bartholomé nimmt. Von Aguimes fahren im Gegensatz zu Temisas (letzter Bus um etwa 15 Uhr) auch später noch Busse an die Küste.

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