Ein langer Abstieg / 31.1.2026


Heute habe ich mir wieder eine neue Streckenwanderung vorgenommen. Vom Pyhrnpass (Landesgrenze) bis nach Liezen möchte ich gehen und mir dabei die Weißenbacher Mauern etwas genauer ansehen.

Zuerst steige ich durch den schattigen Lexgraben zur sonnigen Hintereggeralm auf. Obwohl ich erst 1¼ Stunden unterwegs bin, mache ich bei einer der ersten Hütten eine kurze Pause. Angelehnt an die warme Hüttenwand genieße ich den herrlichen Ausblick.

Anschließend gehe ich leicht ansteigend am Weg 217 in Richtung Westen weiter und quere dann zu einer tiefer liegenden Forststraße. Spätestens jetzt bin ich froh, dass ich die Schneeschuhe mitgenommen habe.

Ein Blick auf die Karte bestätigt mir, dass es ab hier bis ins Tal bergab geht. Das ist auch gut so, denn trotz der Schneeschuhe sinke ich immer wieder ein. Bergaufgehen stelle ich mir hier etwas mühsam vor.

Je tiefer ich komme, desto öfter ergeben sich schöne Ausblicke zu den Weißenbacher Mauern. Besonders der untere Teil mit den fast senkrechten Wänden beeindruckt mich. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass hier der Loasteig zum Kosennspitz hinaufführt.

Beim sogenannten "Sensenschmid" endet der lange Abstieg von der Alm und es beginnt die asphaltierte Straße hinaus ins Ennstal. Es sind jetzt noch 5 km bis zum Bahnhof in Liezen, für die ich genau eine Stunde benötige.

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Neuland / 27.1.2026


Heute betrete ich im doppelten Sinne "Neuland". Zum einen ist es das mir bisher kaum bekannte Wandergebiet zwischen Gallneukirchen und Neumarkt, zum anderen der Umstand, dass ich mich erstmals der Wandergruppe des AV-Linz anschließe. Eine neue Erfahrung.

Ohne Anmeldung, also völlig unbürokratisch, komme ich zum Treffpunkt beim Busterminal in Linz. Nach einer kurzen Einführung "wir sind alle per du" bringt uns der Linienbus zum Ausgangspunkt der Tageswanderung. Um die Wegfindung muss ich mir ab hier keine Gedanken mehr machen.

Gallneukirchen - Almesberg - Alberndorf (Mittagessen) - Neumarkt, eine Strecke von rund 17 km, das sind die wesentlichen Eckdaten. Das Gehtempo ist angenehm, ich habe genug Zeit zum Fotografieren und fühle mich als Neuling von Anfang an sehr wohl.

Dank der guten Planung durch den Wanderbegleiter erreichen wir pünktlich den Bus kurz vor 16 Uhr in Neumarkt.

Fazit: sich um nichts kümmern zu müssen ist zur Abwechslung auch sehr angenehm. Beim Gehen in der Gruppe vergehen auch eintönige Straßenabschnitte sehr schnell. Fortsetzung folgt.

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Übers Kirchfeld zur Sumperalm / 22.1.2026


Ich habe wieder eine angenehme Nacht im gut beheizten Zimmer Nr. 2 verbracht, unterbrochen nur durch einen kurzen Fototermin. Den nächtlichen Blick aus dem Fenster zu den Sternen musste ich einfach im Bild festhalten.

Ursprünglich wollte ich heute den Kleinmölbing besteigen. Da aber der schöne Gipfelhang schon einige apere Stellen aufweist, habe ich mich bereits gestern für eine Schiwanderung übers Kirchfeld zur Sumperalm entschieden.

Nach dem Frühstück gehe ich los, diesmal von Beginn an in der Sonne. Auch der Wind hält sich heute vornehm zurück, was sich auf der baumlosen Hochfläche des Kirchfeldes angenehm bemerkbar macht. Trotzdem gehe ich nicht hinauf bis zum Windloch, sondern biege an einer günstigen Stelle links in Richtung Südwesten ab.

Mit einem wunderbarer Ausblick nach allen Richtungen gleite ich leicht bergab zur Sumperalm, ein idealer Platz für die Mittagsrast. Die anschließende Querung zur Hochmölbinghütte habe ich mir allerdings einfacher vorgestellt.

Anfangs ist der Hang ein wenig vereist und unangenehm zu queren. Später im Wald ist es dann etwas besser, aber immer noch mühsam. Vielleicht hätte ich diese Passage doch mit fixierter Bindung und ohne Felle befahren sollen. Aber ich wollte mir das nochmalige Auffellen beim Gegenanstieg zum "Gottseidank Bankerl" ersparen. Rückblickend war das ein Sparen am falschen Ort.

Eine Abfahrt am Grazer Steig ist wie erwartet kaum möglich. Hier ist der Schneemangel offensichtlich und stellenweise ist sogar Schitragen die einfachere Art der Fortbewegung. Besser wird es erst ab der Langpoltenalm, wo ich auf die Forststraße treffe und auf dieser bis zum Parkplatz ohne Steinkontakt abfahren kann.

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Die erste Spur / 21.1.2026

Nach einer ruhigen Nacht (kein Wunder, ich bin ja der einzige Gast) und einem ausgiebigen Frühstück verlasse ich die warme Hütte. Es ist klirrend kalt und ich beginne mit einer halbstündigen Schattenwanderung zur Liezenerhütte, wo ich endlich in den Genuss der ersten Sonnenstrahlen komme. Jetzt kann ich mich auch von einem Paar der Handschuhe trennen, die doppelte Schicht hat leider wenig genutzt.

Als Entschädigung für die bisherige Kältetherapie gehe ich windgschützt durch das wunderbare Goldbachtal bis ich feststelle, dass ich einen Rechtsbogen machen sollte. Mein anvisierter Gipfel liegt nämlich östlich ziemlich "abseits vom Schuss".

Den Wörschacher Schafberg kann man nicht als Modeberg bezeichnen, schon gar nicht im Winter. Und genau dort will ich hin. Aber was ist so besonders auf diesem Gipfel? Eigentlich nichts, abgesehen vom langen Zustieg, der Abgeschiedenheit und dem Fehlen einer Abfahrt. Dass diese Attribute kaum jemand ansprechen, wird mir beim Aufstieg bald klar. Weit und breit ist keine Spur zu sehen. Vermutlich bin ich heuer der Erste, der hier eine Spur legt und im Winter am Gipfel steht.

Mit etwas Glück gelingt mir ein Selbstauslöserfoto mit Hilfe eines Ministativs (befestigt am Schistock), der Beweis meiner Anwesenheit, denn das Gipfelbuch grabe ich nicht aus.

Für die Mittagsrast suche ich mir aber einen besseren, vor allem windgeschützten Platz. Der befindet sich bei der 100 Meter tiefer liegenden Steinfeldalm, ein unbeschreiblich schöner Ort. Hier ist es windstill und fast ruhig, würde nicht ein Flieger (Eurofighter?) gelegentlich die Ruhe stören. Diese "Störung" relativiert sich aber beim Gedanken, dass viele Menschen froh wären, wenn sie nur einmal am Tag ein übendes Kampfflugzeug hören würden.

Beim Rückweg folge ich meist meiner Spur vom Vormittag, nur beim Goldbach halte ich mich genau an die Wintermarkierung. Zum Abschluss mache ich noch eine kleine Runde am weiten Kirchfeld, das mir um diese Zeit alleine gehört. Die Gegend werde ich mir am nächsten Tag noch etwas genauer ansehen.

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Wörschacher Raidling / 20.1.2026

Ein stabiles Hochdruckgebiet hat sich über Österreich festgesetzt. Das passt gut zu meinem Plan, die Gegend um die Hochmölbinghütte im Winter zu erkunden.

Die immer noch sehr dürftige Schneelage hat zumindest einen Vorteil. Die Auffahrt auf der schmalen und stellenweise steilen Straße zum Winterparkplatz auf dem Wörschachberg ist ohne Ketten möglich. Aber am Ende der geräumten Straße sollte sich das Bild rasch ändern. Eine wunderbare Winterlandschaft breitet sich vor mir aus.

Eine Zeitlang dominiert nun der Hochtausing das Bild, zuerst die sonnenbeschienene Südseite, später die schattige Nordseite. Schattig ist auch der Abschnitt bis zum Langpoltner Klamml, wo ich auf den schmalen Grazer Steig treffe.

Ich kenne die jetzt folgende Querung und seine Tücken und montiere gleich am Beginn die Harscheisen an die Schi. Eine gute Entscheidung, denn so kann ich die wenigen vereisten Stellen wie auf Schienen bewältigen. Zur Klarstellung: der Steig ist nicht ausgesetzt und auch nicht besonders steil, aber Ausrutschen kann trotzdem unangenehm sein.

Beim "Gottseidank Bankerl" macht der Steig eine scharfe Rechtskurve und führt ab nun leicht bergab bis zur Hochmölbinghütte. Ich bleibe aber am breiten Rücken und gehe noch zum Gipfel des Raidling hinauf.

Da ich nicht mehr ins Tal abfahren muss, geht sich heute eine lange Gipfelrast aus. Ich genieße die schöne Aussicht, esse den letzten Rest meiner Jause und beginne nach einer Stunde mit der Abfahrt zur Hochmölbinghütte. Auf Grund der geringen Schneehöhe und der vielen Spuren hält sich das Abfahrtsvergnügen aber heute in Grenzen.

Um halb vier komme ich zur bereits im Schatten liegenden Hütte. Es ist empfindlich kalt und ich freue mich auf mein warmes Zimmer und einen ruhigen Abend.

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Probeabfahrt / 17.1.2026


Seit dem Bindungsbruch vom März 2025 habe ich keine Schitour mehr unternommen. Es ist also an der Zeit zu prüfen, ob nach der Reparatur die volle Funktion auch im Gelände wieder gegeben ist. Dabei wäre es natürlich günstig, dies nicht in der absoluten Einsamkeit bei einer Mehrtagestour zu machen. Also wähle ich diesmal einen gut besuchten Gipfel im Gebiet der Wurzeralm, den Gscheidriedel.

Ausgangspunkt ist wieder einmal die Busstation an der Landesgrenze. Bereits nach wenigen Metern beginnt die Aufstiegsspur zur Hintersteineralm, die um diese Tageszeit schon in der Sonne liegt. Das späte Weggehen hat auch Vorteile.

Gemütlich gehe ich zuerst über den flachen Almboden und anschließend mäßig ansteigend zur Hasneralm, ein guter Platz für die erste Trinkpause. Ab nun wird es zwar etwas steiler, der Höhengewinn bleibt aber dennoch überschaubar. Erst bei den letzten Metern zum Gipfel sollte man die Spitzkehrentechnik in Grundzügen beherrschen.

Nach einer kurzen Rast bereite ich mich fürs Abfahren vor. Ich schließe die Schuhe, hänge mir den Rucksack um und steige in die Bindung. Es macht kurz "Klick" und die Schuhe sind fest am Schi fixiert. So soll es sein.

Die anschließende Abfahrt über die Gameringalm und durch den vereisten Gipsgraben verläuft problemlos, ebenso wie die entspannte Rückfahrt mit Bus und Bahn nach Linz.

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Erkundungstour / 11.1.2026

Spät aber doch hat der Winter ein Lebenszeichen von sich gegeben. Sogar im Flachland ist es weiß. Aber wie sieht es auf den Bergen aus? Um das zu erkunden mache ich mich auf den Weg in die Obersteiermark.

Hier die Eckdaten der beabsichtigte Rundtour:
Ardning - Moaralm - Auboden - Ardning Alm Hütte - Tal

Bis zum Winterparkplatz gehe ich "normal", dann kommen bereits die Schneeschuhe zum Einsatz. Ich folge einer frischen Schispur durch den Wald, kürze dabei eine Kehre der Forststraße ab, und komme so zur Moaralm. Nach der ersten Teepause gehe ich in Richtung Auboden weiter.

Der höchste und gleichzeitig kälteste Punkt des Tages befindet sich etwas westlich vom Schwarzkogel. In Anbetracht des eisigen Windes halte ich mich hier nicht lange auf und beginne mit dem Abstieg.

Auch hier sinke ich immer wieder ein, manchmal bis zum Boden. Mit Schi wäre das Abfahren vielleicht etwas weniger anstrengend, sofern man den unvermeidbaren Steinkontakt in Kauf nimmt.

Bei der Ardning Alm Hütte wechsle ich von den Schneeschuhen auf die Grödel, eine gute Entscheidung, da die Straße ins Tal stellenweise etwas vereist ist.

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Weniger ist mehr / 1.1.2026

Neujahr - der Stichtag für Vorsätze aller Art. Meistens geht es dabei um einen gesünderen Lebensstil, wie z.B. mit dem Rauchen aufzuhören. Da ich nicht rauche, müsste ich aber zuerst mit dem Rauchen anfangen um dann wieder aufzuhören, keine so gute Idee.

Allerdings ist mir in den letzten Jahren aufgefallen, dass die Anzahl meiner Fotos ständig steigt, gleichzeitig aber der Informationsgehalt sinkt (zum Glück muss ich davon nicht leben).

Daher werde ich mich in Zukunft mehr auf das bewusste Erleben des Augenblicks konzentrieren, etwas seltener auf den Auslöser drücken und weniger Zeit für das Verfassen von Berichten über bereits mehrmals unternommene Touren aufwenden.

Also gibt es "nur" zwölf Fotos von meiner Neujahrswanderung auf den Hochsalm, die ich von einem Jahr schon einmal gemacht habe.

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