Wie im letzten Jahr beginne ich mit einer kurzen Abfahrt zur Talstation der Sektion Krippenstein III, ein Genuss auf der frisch präparierten Piste. Dann beginnt der Aufstieg, oder besser gesagt die Schiwanderung zur Simonyhütte. Da ich viel Zeit habe, nehme ich den Umweg über das Wiesberghaus.
Unterhalb der Ochsenwieshöhe mache ich die erste Pause. Es ist fast windstill und angenehm warm. Auf einem Felsen sitzend betrachte ich die Landschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Steine und Latschen zu sehen. Dann gehe ich weiter.
Weiter oben verlasse ich die pistenartige Spur und biege in Richtung Hoher Trog ab. Ich kenne das Gelände vom Vorjahr und könnte in einer ¾ Stunde den Gipfel erreichen. Beim Aufstieg werde ich aber immer skeptischer ob hier eine sichere Abfahrt überhaupt möglich ist. Immer wieder trete ich auf größere Steine unter der dünnen Schneedecke. Etwa 200 Meter unter dem Gipfel drehe ich um. Das Sturzrisiko bei der Abfahrt ist mir zu groß.
Eine Stunde später erreiche ich mein Tagesziel, die Simonyhütte. Und ich habe Glück, denn es geht sich gerade noch ein Bier auf der Sonnenterrasse aus. Aber sobald die Sonne hinter dem Hohen Kreuz verschwindet, wird es schlagartig kalt. Die Zeit bis zum Abendessen um 18 Uhr verbringe ich lesend in meinem kleinen Zimmer, das ich für mich alleine habe.