Salberg / 15.12.2025


Folgende Zutaten benötige ich für eine interessante Wanderung (zufällige Reihenfolge):

a) Mit Bahn/Bus erreichbar
b) Rundtour oder Streckenwanderung
c) Schöne Aussicht
d) Kein Modeberg
e) Keine Absturzgefahr

Somit scheiden schon einige Berge aus (auch wenn ich sie hin und wieder doch gerne besteige). Übrig bleibt dann beispielsweise ein eher unbekannter Gipfel wie der Salberg bei Liezen.

Bei Nebel steige ich in Linz in den Zug und bei Nebel in Liezen aus. Kaum vorstellbar, dass es weiter oben sonnig sein soll. Ich gehe ein Stück durch den Ort und dann sehr steil zur Kalvarienbergkirche hinauf. Drei Kurven später schimmert es bläulich durch den Nebel und bald erreiche ich die Nebelgrenze.

Ab jetzt gehe ich bei strahlendem Sonnenschein am breiten Ostkamm zum Salberg hinauf. Der Weg ist unmarkiert, aber nicht zu verfehlen. Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Ausblicke. Besonders der Blick zum mächtigen Mons Styriae altissimus fasziniert mich.

Gegen Mittag erreiche ich den höchsten Punkt, der sich im Wald befindet. Folglich gibt es beim Kreuz auch keine Aussicht. Geht man aber nur einige Meter weiter, steht man plötzlich vor einer baumfreien Hochfläche mit einem wunderbaren Ausblick zum Hochanger im Norden und zu den Haller Mauern im Osten. Ich mache einige Fotos und folge einem Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt. Das ist der "Gesäuseblick" (meine Bezeichnung), der sich auch für die Mittagsrast perfekt eignet.

Für den Abstieg nehme ich des weit verzweigte Forststraßennetz in Anspruch. Außer einer Sendeanlage gibt es hier wenig zu sehen, abgesehen von den gelegentlichen Ausblicken ins Ennstal. Das Gehen auf solchen Straßen hat aber den Vorteil, dass man sich wegen der Orientierung kaum Gedanken machen muss.

Mein Ziel, die Bushaltestelle Göpperlhöhe, erreiche ich nach 12,5 km. Zum Glück liegt sie jetzt in der Sonne. Da der Fahrplan noch vereist ist, dürften erst vor kurzem die ersten Sonnenstrahlen den dichten Nebel durchdrungen haben.

Bilder