Am richtigen Gipfel / 24.4.2026


Bis vor Kurzem war ich der Meinung, dass ich im Jänner 2025 am Hirschriedel war. Von einer verlässlichen Quelle habe ich aber erfahren, dass ich vermutlich am falschen Gipfel gestanden bin, wobei von einem Gipfel ohnehin nicht die Rede sein kann, denn ein Riedel ist eigentlich ein schmaler, langgestreckter, flacher Geländerücken zwischen zwei Tälern. Trotzdem mache ich mich nochmals auf den Weg um den richtigen Hirschriedel zu besteigen.

Ich starte wieder bei der Haltestelle Kalkofen/Landesgrenze und gehe - diesmal bei frühlingshaften Temperaturen - durch den Lexgraben zur Hintereggeralm. Und wie immer mache ich dort die erste Pause und wie immer bin ich von der herrlichen Aussicht beeindruckt. Hier könnte man lange sitzen und "nur" in die Gegend schauen.

Schauen muss ich aber jetzt woanders hin, und zwar in den Wald um die rund 200 Höhenmeter von der Alm zum Gipfel zu überwinden. Einen Weg/Steig kann ich nicht erkennen. Das Gelände ist aber halbwegs übersichtlich, was den weglosen Aufstieg erleichtert.

Weiter oben treffe ich auf eine Forststraße. Theoretisch könnte man mit dem Rad fast bis zum Gipfel fahren, praktisch aber nicht (Fahrverbot). Von hier sind es nur mehr wenige Meter bis zum richtigen Hirschriedel, eine felsige Erhebung etwa 300 Meter südwestlich vom falschen Hirschriedel. Nach drei Stunden stehe ich neben dem schlichten Kreuz und bewundere die herrliche Aussicht zum Grimming, Dachstein und ins Ennstal.

Da noch ein weiter Weg vor mir liegt, fällt die Gipfelrast heute etwas kurz aus. Mein nächstes Ziel ist die Rote Wand, dann der unscheinbare Sonnwendstein, weiter über das Liezener Eck zur Großen- u. Kleinen Schale und von dort hinunter nach Weißenbach.

Fast schon erholsam ist dann der letzte Abschnitt am schönen Marienwaldweg nach Liezen zur Bahnstation, ein dichtes Programm. Aber mittlerweile kann ich die Gehzeiten ganz gut abschätzen, sodass ich ohne Probleme den Zug nach Selzthal/Linz erreiche.

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