Vom Schneiderberg in die Röll / 27.5.2024

Gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus - wieder einmal bin ich der einzige Fahrgast - fällt mir auf, dass der große Parkplatz beim Seehaus seit kurzem nicht nur eingezäunt, sondern auch gebührenpflichtig ist. Da werden wohl einige Autofahrer murren. Mir ist das egal und ich beginne meine Wanderung auf der nur minimal ansteigenden Forststraße, die ich nach einem Kilometer links auf einen Waldweg verlasse.

Nach diesem Abschnitt zum Aufwärmen führt der unmarkierte Steig in zahlreichen Serpentinen zur Schneiderberghütte hinauf. Anschließend nimmt die Steigung etwas ab und nach 2½ Stunden Gehzeit (ohne Pause) stehe ich beim schlichten Kreuz.

Dahinter baut sich das etwa 350 m höhere Föhrengrabeneck auf, das ich bisher nur fast bestiegen habe. Daran ändert sich vorerst auch nichts, denn ich beginne nach einer Stunde wieder mit dem Abstieg.

Zwei Stunden später bin ich in der Röll bei der Abzweigung zum Grieskarsteig. Ich halte mich hier etwas links und steige weglos bis zum Wandfuß auf. Dort treffe ich auf meterhohe Reste von Lawinen aus dem Grieskar. Manchmal entsteht hier auf Grund der Schneeschmelze ein großer Eisbogen. Der ist aber vor einigen Tagen in sich zusammengestürzt. Dafür hat sich aber eine kleine Höhle gebildet, die ebenfalls ein schönes Fotomotiv abgibt.

Im warmen Nachmittagslicht gehe ich zum Almsee zurück, während sich hinter mir langsam mächtige Wolken aufbauen. Das sind die Vorboten der angekündigten Schlechtwetterfront.

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Kaiserin Sisi's Pinkelstein / 23.5.2024

In Anbetracht der etwas unsicheren Wetterlage nehme ich mir nicht allzu viel vor. Meine Standardrunde nach Aschach sollte sich aber ausgehen. Bei Sonnenschein radle ich los. Kurz nach dem Kraftwerk Ottensheim ziehen aber bereits die ersten Wolken auf. So schnell lasse ich mich aber nicht entmutigen.

Ich werfe am Handy einen Blick auf die Webcam von der Schlögener Schlinge. Und siehe da, dort scheint die Sonne. Also steht der weiteren Fahrt in Richtung Passau nichts im Wege.

Nach dem Kraftwerk Aschach wird das Donautal schmäler. Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel heraus eine kleine Tafel an einer Felswand. Ich bremse ab und schiebe einige Meter zurück. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Gedenktafel für hier verunglückte Seeleute oder Fischer, wie sie manchmal am Ufer zu finden ist. Beim Lesen des eingravierten Textes muss ich aber schmunzeln. Mit so einer "wichtigen" Information habe ich nicht gerechnet. Allerdings zweifle ich etwas an der Richtigkeit, zumal die zukünftige Kaiserin von Österreich damals nicht mit der Kutsche, sondern mit einem Dampfer nach Wien gefahren ist. Aber egal, was die Kaiserin seinerzeit angeblich erledigte hat, kann ich 170 Jahre später auch. Erleichtert radle ich weiter.

Mittlerweile haben sich die meisten Wolken aufgelöst und das Donautal präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Es ist immer wieder angenehm hier zu radeln, auch wenn ab Schlögen der Radweg meist neben der nicht stark befahrenen Bundesstraße verläuft.

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Pesenbacher Flügelaltar / 19.5.2024

Wenn man "Flügelaltar" hört, denkt man meist an den in Kefermarkt. Dass es aber auch in Pesenbach ein derartiges Kunstwerk gibt, war mir bisher nicht bekannt.

Mehr durch Zufall als geplant komme ich im Zuge meiner Radtour nach Pesenbach. Hier kann man nicht nur sehr gut essen, sondern auch die gleich neben dem Gasthaus befindliche römisch-katholische Filialkirche besuchen.

Anschließend radle ich nach Aschach weiter. Da ich heute etwas abseits der Donau zurückfahren möchte, nehme ich den Eferdinger Landlradweg R18, dem ich bis Pasching folge. Dort biege ich auf den mir bestens bekannten Bahnweg in Richtung Leonding ab.

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Perfektes Timing / 14.5.2024

So wie 2022 beginne ich die Wanderung bei der Bushaltestelle Mitterhauser. Das liegt nicht nur an der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sondern auch am Umstand, dass der Wanderweg gleich auf der anderen Straßenseite beginnt.

Zuerst gehe ich ein Stück im Wald, dann komme ich auf eine Wiese wo ich schon den Lagelsberg sehen kann. Der Gipfel liegt allerdings etwas hinter dem Bergrücken und ist von hier noch nicht zu erkennen. Was mir aber auffällt sind die hohen Wolken, die sich von Süden kommend über dem Warscheneck auftürmen. Hoffentlich bleiben sie dort oder lösen sich in Luft auf, beides wäre mir recht.

Nach etwas über 2 Stunden komme ich zur Zellerhütte. Die Wolken sind nach wie vor da, kommen aber nicht näher. Also gehe ich weiter in der Hoffnung, dass sie bis zum Gipfel dort bleiben wo sie jetzt sind.

Bald treffe ich auf die ersten Altschneeflecken. Da ich im Gegensatz zu 2022 mit den niedrigen Schuhen gehe bin ich froh, dass ich nur ganz vereinzelt tiefer einsinke. Trotzdem nimmt das Leder die Feuchtigkeit auf. Hier wären die klassischen Bergschuhe mit Gore-Tex-Membran im Vorteil, allerdings sind diese auch etwas schwerer.

Kurz nach 12 Uhr stehe ich am Gipfel. Es ist sehr windig und die Wolken schieben sich zeitweise vor die Sonne, es ist eine eher ungemütliche Stimmung. Ich mache einige Fotos, esse den Rest der Jause und steige dann zur Zellerhütte ab.

Eine ¾ Stunde später sitze ich halbwegs windgeschützt auf der Terrasse und lasse es mir gut gehen. Hier könnte man lange sitzen, allerdings würde dann der Bus ohne mich zur Bahnstation fahren.

Gestärkt beginne ich den Abstieg zum Schafferteich. Ich bin sehr flott unterwegs, was mir einen kleinen Zeitpolster verschafft. Den nutze ich für eine kurze Abkühlung im gar nicht so kalten Wasser des Teiches.

Die letzten Kilometer verläuft der Weg durch den Hammerlgraben und anschließend auf der Huttererseite direkt zur Pfarrkirche von Vorderstoder. Gleich daneben befindet sich die Haltestelle, wo ich nur 10 Minuten auf den Bus warten muss. Ein perfektes Timing.

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15.000 km / 11.5.2024

Ein "runder" Kilometerstand, der sich zufällig bei meiner heutigen Tour nach Passau ergeben hat. Etwa bei der Hälfte der Strecke kurz vor Schlögen hat der Zähler umgeschaltet.

Bisher hat mich mein Rad noch nie in Stich gelassen. Außer einem Glassplitter im Hinterreifen der ein Loch im Schlauch zur Folge hatte, gibt's keinen einzigen Defekt zu berichten. Der Akku zeigt auch noch keine Ermüdungserscheinungen, nur am Reifenprofil kann man die Laufleistung erahnen.

An Verschleißteilen habe ich in nicht ganz vier Jahren einige Bremsbeläge, zwei Bremsscheiben, zwei Ketten und die hinteren Ritzel getauscht.

Und das Wichtigste: kein Sturz oder Unfall seit ich dieses Rad fahre.

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Donausteig - Letzte Etappe? / 6.5.2024

Heute liegt die letzte Etappe am Donausteig vor mir. Ziel ist nochmals Grein, so wie zuletzt im November 2023. Damals habe ich aber noch nicht geahnt, dass ich heuer noch eine 57 km lange Ehrenrunde einlegen werde.

Dank der guten Öffianbindung steige ich bereits kurz nach 8 Uhr in Waldhausen aus dem Bus, kaufe mir noch eine Jause und gehe los. Natürlich darf ein kurzer Besuch der Stiftskirche nicht fehlen. Hier halte ich mich aber nicht lange auf, denn es liegen heute viele Kilometer vor mir.

Beim Betrachten des Höhenprofils fällt mir auf, dass ich bis Mittag zwei markante Anstiege zu bewältigen habe. Zuerst geht es von Waldhausen zum Dimbach hinunter, dort zum Grünberg hinauf, dann bergab zum Gießenbach und von dort wieder bergauf zum Wetzlstein. Etwas unterhalb befindet sich der Rastplatz Mondstein, der etwa die Hälfte der Etappe markiert.

Eine etwas längere Pause mache ich aber schon vorher bei Dörfl, wo ich einen wunderbaren Rastplatz mit herrlicher Aussicht zum Mostviertel und bis zum Ötscher finde. Der bisherige Wegverlauf ist außergewöhnlich schön, aussichtsreich und gut markiert. Und auch der folgende Abschnitt bis zur Burg Kreuzen ist abwechslungsreich und trotz der gelegentlichen Gegenanstiege ein Genuss.

Apropos Genuss. Nach der Turmbesteigung gönne ich mir in der Burgschenke als kleine Belohnung eine kühle Erfrischung, zumal die beiden längeren Anstiege jetzt hinter mir liegen. Und für die letzten sieben Kilometer sollten zwei Stunden reichen.

Direkt unter der Ziehbrücke beginne ich den Abstieg in die Wolfsschlucht, die mir wesentlich besser als die Stillensteinklamm gefällt. Vielleicht liegt es aber auch nur am besseren Licht zum Fotografieren. Jedenfalls benötige ich für diesen Abschnitt länger als gedacht. Trotzdem kann ich den folgenden letzten Abschnitt bis nach Grein ohne Eile genießen und erreiche 10 Minuten vor Abfahrt des Zuges die Bahnstation.

Fazit: jetzt bin ich also von Passau bis Grein fast 300 km am Donausteig gegangen, die erste Hälfte bis Wilhering südlich der Donau und anschließend ab Ottensheim nördlich der Donau. Ich kann daher auf eine durchgehende Begehung zurückblicken und das Projekt "Donausteig" zufrieden beenden .... oder gibt es noch eine Fortsetzung?

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