Erste Aschachrunde / 8.3.2025

Eigentlich wollte ich ja nach Passau fahren. Und wie wenn ich es geahnt hätte schaue ich am Vortag wegen einer möglichen Sperre im Netz nach. Tatsächlich ist im Bereich der Schlögener Schlinge eine Unterbrechung. Also starte ich etwas später und radle vorerst nach Aschach.

Es ist ungewöhnlich warm für die Jahreszeit, ein Umstand, den ich für eine lange Mittagspause am Donauufer nutze. Heute sind schon einige Radler unterwegs und ganz Verwegene sogar in kurzer Hose. Das wäre mir eindeutig zu kalt.

Für die Rückfahrt nehme ich den Eferdinger Landl-Weg R18, allerdings mit einigen Abweichungen. So komme ich gleich zu Beginn nach Deinham, wo ich einen schon länger beabsichtigten Halt beim Kriegerfriedhof Hartkirchen mache. Heute nehme ich mir die Zeit und gehe durch das gesamte Areal mit seinen vielen, teilweise auch namenlosen Grabsteinen.

Dann lasse ich die Vergangenheit hinter mir und radle wieder zurück in die Gegenwart nach Hinzenbach, wo ich den nächsten kurzen Halt bei der Sprungschanze einlege. Hier herunter zu springen verlangt schon eine große Portion Mut und Können. Ich bleibe lieber erdverbunden und radle nach Eferding weiter.

Hier verlasse ich den R18 und trete die moderate Steigung nach Unterscharten hinauf. Über Forst, Axberg und Schauersfreiling komme ich nach 67 km zum Ausgangspunkt meiner Ausfahrt zurück.

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Glück im Unglück / 5.3.2025


Es ist kurz vor halb sieben. Ich öffne das Fenster und lasse die kühle Gebirgsluft ins Zimmer. Es ist ein schöner Anblick, wenn die Sonne langsam im Osten aufgeht.

Nach einem langen Frühstück zahle ich meine Rechnung, packe den Rucksack und bereite mich für die Abfahrt vor. Mein erstes Ziel ist das Oberfeld und von dort möchte ich zum Heilbronner Kreuz wandern. Dann zurück zur Piste und auf dieser ins Tal ..... soweit der Plan.

Um 9:30 fahre ich los. Nach 100 Meter habe ich das Gefühl, dass die Bindung nicht ganz zu ist und bleibe stehen. Ich schaue hinunter auf die Schi und traue meinen Augen nicht. Der linke Hinterbacken ist in zwei Teile gebrochen. Nach einer Schreckminute überlege ich, welche Optionen ich jetzt habe. Zurück zur Simonyhütte und Bindung reparieren scheidet mangels Ersatzteil aus. Die Bergrettung anrufen würde ich nur im Notfall. Also bleibt nur die Variante "Schiwanderung zum Oberfeld" mit offener Bindung übrig.

Eine neue Erfahrung: im Aufstiegsmodus einen steilen leicht vereisten Hang abzurutschen ist kein Vergnügen. Dann wird es flacher, der Puls normalisiert sich und ich erreiche sturzfrei die breite Skidoospur. Die größte Schwierigkeit liegt nun hinter mir, denn der Schiweg zum Oberfeld ist ohnehin mehr eine Wanderung als Abfahrt. Hier gleich mit den Fellen zu gehen ist kein großer Nachteil.

Gegen Mittag habe ich es geschafft, die Talstation der Sektion III liegt vor mir. Auf den Abstecher zum Heilbronner Kreuz verzichte ich natürlich. Stattdessen gönne ich mir eine lange Pause. Dann fahre ich mit der Seilbahn auf den Krippenstein, gehe zum Aussichtspunkt mit der Welterbespirale an und schwebe anschließend zur Talstation hinunter.

Rückblickend betrachtet gibt es wesentlich ungünstigere Orte und Augenblicke für einen Bindungsbruch. So gesehen war es die beste unter den schlechten Möglichkeiten.

Mittlerweile funktioniert die Bindung wieder. Ein großes Dankeschön an Herrn Dietmar Klammer vom bergwerk Mountain Store.

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Schöberl / 4.3.2025

Ich denke dabei nicht an die Suppeneinlage, sondern an den markanten Berg bei der Simonyhütte. Besonders spektakulär präsentiert sich das Schöberl bei Sonnenaufgang. Dass ich dafür eine Stunde vor dem Frühstück das warme Bett verlassen muss, ist aber der einzige Nachteil. Umso besser schmeckt dann der heiße Kaffee in der gemütlichen Gaststube.

Kurz vor 9 Uhr gehe ich los. Ich möchte heute zur Seethalerhütte aufsteigen. Da ich mich alleine auf einem Gletscher bewege ist es sehr angenehm auf einer sicheren Ratracspur gehen zu können.

Gegen Mittag komme ich zur Hütte. Der Pächter ist gerade mit der Wasserversorgung beschäftigt, aber sonst ist es ruhig. Mit Blick zur imposanten Dachsteinsüdwand genieße ich mein Jausenbrot und den mittlerweile nur mehr lauwarmen Tee. Ich freue mich schon auf die Abfahrt auf der frisch präparierten "Piste" über den Hallstätter Gletscher.

Die folgenden drei Kilometer Abfahrtsgenuss vergehen leider viel zu schnell. Da hilft nur mehr eines: Felle aufziehen und nochmals aufsteigen. Bis zur Seethalerhütte ist es mir aber zu weit. Etwas näher liegt die Steinerscharte, ein lohnender Abstecher, der nur zum Schluss etwas steiler und im freien Gelände verläuft. Der Lohn für die Mühe ist ein herrlicher Blick auf den Gosaugletscher und eine kurze Pulverschneeabfahrt bis zur "Piste".

Vergleichsweise gemütlich geht es dann bis zum Schöberl hinunter, wo ich wie beim Aufstieg die Schi abschnalle um eine kurzes felsiges Stück belagschonend zu passieren.

Kurz vor 16 Uhr bin ich wieder beim Ausgangspunkt. Gerade noch rechtzeitig um die Dachsteinkapelle im Nachmittagslicht fotografieren zu können. Um 18 Uhr wird das Abendessen für uns (5 Gäste) serviert. Und obwohl heute Faschingsdienstag ist, herrscht eine angenehme Ruhe in der Unterkunft. Lediglich das Pfeifen des Windes ist manchmal zu hören.

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15 Minuten / 3.3.2025

So lange dauert etwa die Seilbahnfahrt auf den Krippenstein. Und der Kontrast könnte wirklich nicht größer sein. Frühlingshaft im Tal, Winter am Berg, allerdings mit einem Schönheitsfehler. Die Schneehöhe ist nämlich äußerst gering.

Wie im letzten Jahr beginne ich mit einer kurzen Abfahrt zur Talstation der Sektion Krippenstein III, ein Genuss auf der frisch präparierten Piste. Dann beginnt der Aufstieg, oder besser gesagt die Schiwanderung zur Simonyhütte. Da ich viel Zeit habe, nehme ich den Umweg über das Wiesberghaus.

Unterhalb der Ochsenwieshöhe mache ich die erste Pause. Es ist fast windstill und angenehm warm. Auf einem Felsen sitzend betrachte ich die Landschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Steine und Latschen zu sehen. Dann gehe ich weiter.

Weiter oben verlasse ich die pistenartige Spur und biege in Richtung Hoher Trog ab. Ich kenne das Gelände vom Vorjahr und könnte in einer ¾ Stunde den Gipfel erreichen. Beim Aufstieg werde ich aber immer skeptischer ob hier eine sichere Abfahrt überhaupt möglich ist. Immer wieder trete ich auf größere Steine unter der dünnen Schneedecke. Etwa 200 Meter unter dem Gipfel drehe ich um. Das Sturzrisiko bei der Abfahrt ist mir zu groß.

Eine Stunde später erreiche ich mein Tagesziel, die Simonyhütte. Und ich habe Glück, denn es geht sich gerade noch ein Bier auf der Sonnenterrasse aus. Aber sobald die Sonne hinter dem Hohen Kreuz verschwindet, wird es schlagartig kalt. Die Zeit bis zum Abendessen um 18 Uhr verbringe ich lesend in meinem kleinen Zimmer, das ich für mich alleine habe.

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