Neuer Versuch / 29.12.2025

Heute nehme ich mir wieder einmal vor, den alten Steig von der Stalleckhütte zur Ederhütte aufzuspüren. Meine bisherigen Versuche waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Diesmal gehe ich aber von der oberösterreichischen Seite los, vielleicht ist es hier einfacher.

Da der Bus nur bis zum Parkplatz der Wurzeralmbahn fährt, muss ich zuerst zur Passhöhe hinauf gehen. Dafür nehme ich den direkten Aufstieg durch den Graben rechts von der Straße. Der anschließende Wanderweg zur Fuchsalm ist mir schon bekannt, erst oberhalb der beiden Hütten betrete ich wieder "Neuland" in Form einer Forststraße, auf der ich in Richtung Stalleckhütte gehe. Dabei kürze ich einmal eine Kehre ab, was aber keinen Zeitgewinn bringt.

Nach gut zwei Stunden erreiche ich die alte Jagdhütte, oder besser gesagt was davon noch übrig ist. Es ist ein trauriger Anblick und erinnert mich an die verfallene Jagdhütte beim Lackerboden im Sengsengebirge. Ich mache einige Fotos und gehe dann auf dem anfangs noch gut erkennbaren Ziehweg weiter, der kurz darauf bei einem Hochsitz in einen verwachsenen Steig übergeht und schließlich im ersten Graben endet.

Ab hier ist kein Weg mehr erkennbar, und ich steige an einer mir günstig erscheinenden Stelle zum Rand des Grabens auf. Anfangs geht das ganz gut, nur oben ist das Durchkommen auf Grund der Sträucher mühsam.

Dann gehe ich zum zweiten Graben weiter und stoße wieder auf den alten Weg. Vorsichtig steige ich hinunter und am Gegenhang ziemlich direkt hinauf. Hier gelingt mir der Ausstieg besser als beim ersten Graben und ich erreiche problemlos einen Weidezaun, der die Alm begrenzt. Zehn Minuten später sitze ich bei der Ederhütte und genieße die wunderbare Aussicht.

Da ich noch genug Zeit habe, nehme ich nicht den direkten Abstieg nach Ardning, sondern den sonnigen Umweg über die Aubodenhütte und Moaralm.

Fazit: der alte Steig ist nur mehr in Fragmenten vorhanden und wird im Laufe der Zeit immer mehr verfallen. Die Begehung ist nur etwas für Einsamkeitsfanatiker mit Orientierungssinn. 

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Zwillingskogel / 28.12.2025

Ich nehme den direkten Zug von Linz nach Grünau. Der fährt zwar einige Minuten länger, dafür erspare ich mir das Umsteigen in Wels. Und wie so oft sind nur wenige Fahrgäste im Zug, ich glaube es sind zwei oder drei .... aber bei dieser Anzahl verliere ich schnell den Überblick.

Kurz vor 9 Uhr hält der Zug im Endbahnhof. Ich steige aus und sehe schon am Bahnsteig den unteren Teil des Zwillingskogels, der von der Morgensonne angestrahlt wird. Kaum zu glauben, denn seit Wochen hält sich hartnäckiger Nebel über dem Zentralraum. Und die Sonne wird mich heute den ganzen Tag begleiten, denn ich werde auch beim Rückweg - entgegen meiner Gewohnheit - den sonnigen Aufstiegsweg nehmen.

Nach 2¼ Stunden stehe ich am Gipfel. Es ist relativ warm und der Wind ist kaum zu spüren. Ich bleibe lange sitzen und genieße die wunderbare Aussicht ins Tote Gebirge. Auch dort auf den höheren Bergen liegt kaum Schnee. Von einem richtigen Winter ist derzeit leider noch nichts zu bemerken.

Bei schon tief stehender Sonne steige ich langsam wieder ins Tal zur Bahnstation ab.

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Tamberg - Mittelgipfel / 18.12.2025


Nach meiner letzten Wanderung auf den Tamberg habe ich mir vorgenommen, beim Abstieg eine andere Variante zu wählen. Ob das gelingt, wird sich im Laufe des Tages zeigen.

Ich steige wieder bei der Filzmoserkapelle aus dem Bus und gehe wie im Vorjahr zum Waldrand, wo der "Pfarrer-Weg" beginnt. Bald komme ich zur Abzweigung zum Spitzmäuerl, ein alleinstehender Felsen, dem ich einen kurzen Besuch abstatte. Gemütlich gehe ich dann zum Tamberg weiter, ein schöner Platz für eine ausgedehnte Gipfelrast. Es ist ungewöhnlich warm und der Boden staubtrocken.

Da ich nicht am Aufstiegsweg zurück gehen möchte, steige ich auf der anderen Seite, also westlich, ab. Gleich zu Beginn komme ich zur Schlüsselstelle, eine kurze Felsstufe, wo ein Seil zum Anhalten hängt. Dann führt der unmarkierte Steig in eine Senke hinunter und nach einem kurzen Windwurfslalom wieder hinauf zum Tamberg Mittelgipfel. Hier steht ein kleines Kreuz und eine einfache Sitzbank gibt es auch.

Nach einer kurzen Fotopause gehe ich weiter. Nun wird es etwas unübersichtlich. Ein kurzer, aber steiler Abstieg im felsdurchsetzten Gelände gespickt mit umgestürzten Bäumen liegt vor mir. Ich steige vorsichtig einige Meter ab immer auf der Suche nach einem Stoamandl, leider Fehlanzeige. Dann versuche ich mein Glück etwas weiter rechts und wechsel auf die schattige Nordseite, wo ich wieder auf Steigspuren und eine Steinmarkierung treffe. Erleichtert gehe ich weiter.

Der weitere Abstieg ist problemlos, es gibt keine ausgesetzten Stellen und die Wegfindung ist einfach. Im Bereich der Hotzenreith geht der Steig langsam in eine Forststraße über, der ich ein Stück folge. An geeignet erscheinenden Stellen kürze ich im Wald einige Kehren ab. Vielleicht gibt es eine bessere Möglichkeit hier abzusteigen, aber das werden wohl nur "Insider" wissen.

Rückblickend war meine Routenwahl ganz gut, da ich ohne Umweg rechtzeitig den Bus erreicht habe.

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Salberg / 15.12.2025


Folgende Zutaten benötige ich für eine interessante Wanderung (zufällige Reihenfolge):

a) Mit Bahn/Bus erreichbar
b) Rundtour oder Streckenwanderung
c) Schöne Aussicht
d) Kein Modeberg
e) Keine Absturzgefahr

Somit scheiden schon einige Berge aus (auch wenn ich sie hin und wieder doch gerne besteige). Übrig bleibt dann beispielsweise ein eher unbekannter Gipfel wie der Salberg bei Liezen.

Bei Nebel steige ich in Linz in den Zug und bei Nebel in Liezen aus. Kaum vorstellbar, dass es weiter oben sonnig sein soll. Ich gehe ein Stück durch den Ort und dann sehr steil zur Kalvarienbergkirche hinauf. Drei Kurven später schimmert es bläulich durch den Nebel und bald erreiche ich die Nebelgrenze.

Ab jetzt gehe ich bei strahlendem Sonnenschein am breiten Ostkamm zum Salberg hinauf. Der Weg ist unmarkiert, aber nicht zu verfehlen. Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Ausblicke. Besonders der Blick zum mächtigen Mons Styriae altissimus fasziniert mich.

Gegen Mittag erreiche ich den höchsten Punkt, der sich im Wald befindet. Folglich gibt es beim Kreuz auch keine Aussicht. Geht man aber nur einige Meter weiter, steht man plötzlich vor einer baumfreien Hochfläche mit einem wunderbaren Ausblick zum Hochanger im Norden und zu den Haller Mauern im Osten. Ich mache einige Fotos und folge einem Weg zu einem weiteren Aussichtspunkt. Das ist der "Gesäuseblick" (meine Bezeichnung), der sich auch für die Mittagsrast perfekt eignet.

Für den Abstieg nehme ich des weit verzweigte Forststraßennetz in Anspruch. Außer einer Sendeanlage gibt es hier wenig zu sehen, abgesehen von den gelegentlichen Ausblicken ins Ennstal. Das Gehen auf solchen Straßen hat aber den Vorteil, dass man sich wegen der Orientierung kaum Gedanken machen muss.

Mein Ziel, die Bushaltestelle Göpperlhöhe, erreiche ich nach 12,5 km. Zum Glück liegt sie jetzt in der Sonne. Da der Fahrplan noch vereist ist, dürften erst vor kurzem die ersten Sonnenstrahlen den dichten Nebel durchdrungen haben.

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Morro de la Cruz Grande / 2.12.2025


Eine Stunde benötigt der Bus für die kurvenreiche Strecke von San Fernando zur Haltestelle Cruz Grande. Das Ticket kostet nur 3,40 € und dafür bekommt man - neben dem Transport - einiges geboten. Zum Beispiel eine herrliche Panoramafahrt mit einem fast neuen Bus, der mühelos die über 1000 Höhenmeter bewältigt.
 
Mühelos beginnt auch die Wanderung beim Cruz Grande. Fast eben gehe ich zur ersten Hinweistafel, auf der einige Routen beschrieben sind. Meine geplante Wanderung scheint hier aber nicht auf, da ich wieder einmal "unmarkiert" unterwegs bin. Mit GPS-Hilfe sollte die Wegfindung aber kein Problem sein.
 
Der anfangs gut ausgetretene Weg geht bald in einen Steig über, der mit Stoamandl gut markiert ist. Abgesehen davon ist die Richtung durch das Gelände ziemlich klar vorgegeben. Nach einer kurzen Querung komme ich zu einem Aussichtspunkt mit einer eigenartigen Gesteinsformation. Das könnte eine Lavabombe sein. Ich mache einige Fotos und gehe weiter.
 
Nun wird es steiler und ich frage mich langsam, wo und wie ich hier den Gipfel erreichen kann. In den wenigen Beschreibungen ist nämlich immer von einer leichten Kletterei die Rede, die für mich aber nicht in Frage kommt. Das Steilstück endet schließlich bei einer Felswand.
 
Der Steig führt nun direkt unter den Felsen rechts weiter bis zu einer Rinne, durch die es anscheinend zum Gipfel hinaufgeht. Vorsichtig steige ich die etwa 5 Meter hohe Steilstufe hinauf. Hier gibt es ausreichend Tritte und auch genug Möglichkeiten zum Festhalten. Kurz darauf stehe ich am Gipfel und kann die herrliche Aussicht nach allen Richtungen genießen.
 
Nach einer kurzen Rast steige ich wieder ab und finde sogar eine einfachere Möglichkeit um zum Wandfuß zu gelangen. Dort setzte ich meine Wanderung in Richtung Degollada de Rosiana fort. Um zu diesem Übergang zu kommen, muss ich zuerst zu einer Schotterstraße absteigen. Der Weg dort hinunter ist mit Stoamadln gut markiert, auf Grund der vielen Kiefernadeln aber etwas rutschig.
 
Ohne Ausrutscher komme ich zur Straße, folge dieser ein kurzes Stück und biege dann links zur Degollada de Rosiana ab. Hier war ich 2022 schon einmal. Der weitere Abstiegsweg nach San Bartolomé ist mir daher vertraut. Zügig steige ich ab und erreiche knapp den Bus um 14 Uhr.