Bruderkogel / 20.7.2026

Eine Erstbesteigung in den Rottenmanner Tauern. Wir beginnen beim Parkplatz in Pölsen auf rund 1200 m Höhe. Die Luft ist frisch und rein, eine Wohltat nach den letzten heißen Wochen.

Den Gipfel können wir bereits bei der Anfahrt sehen und wie so oft täuscht der erste Eindruck. Obwohl nur etwas über 1000 Höhenmeter zu überwinden sind, ist der Weg zum Gipfel lang. Besonders die letzten 200 Höhenmeter, wo das Gipfelkreuz schon zum Greifen nahe erscheint, ziehen sich. Aber vielleicht liegt es auch an meiner altersbedingt schwindenden Kondition.

Nach 3 Stunden stehe ich am Gipfel. Die Sicht könnte besser sein und sobald eine tiefhängende Wolke den Gipfel berührt, wird es rasch kalt. Trotzdem ergeben sich zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge.

Im Gipfelbereich fällt mir ein am Boden liegender Wegweiser mit der Aufschrift "2½ Stunden nach St. Johann" auf. Das wäre eine Alternative um nicht am Aufstiegsweg wieder absteigen zu müssen. Mein Begleiter ist von der Idee wenig begeistert bietet mir aber an, mich im Tal beim Gasthaus Bruckenhauser abzuholen. Ich überlege kurz und entscheide mich für den Abstieg ins Unbekannte.

Der Weg ist nicht zu verfehlen, zumal der Verlauf gut zu sehen ist. Zuerst geht es am breiten Kamm leicht bergab zum Korbachkogel (2255 m), von dort zum Steinermandl (2192 m) und dann vorwiegend bergab zur Abzweigung hinunter zur Klacklalm.

Der weitere Weg auf der 5 km langen Forststraße scheint nicht zu enden. Die einzige Abwechslung sind die dort weidenden Kühe, die mich als Eindringling skeptisch beobachten. Mir ist die Situation nicht geheuer, ich gehe schneller, kürze eine Kehre ab und bin froh, endlich das Gatter zu erreichen.

Nach genau 2½ Stunden komme ich zum vereinbarten Treffpunkt, zufällig zeitgleich mit meinem Fahrer, eine Punktlandung.

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