Um zum nächsten Ort zu gelangen, muss ich 200 Höhenmeter überwinden. Der gut beschilderte Weg führt zuerst auf Nebenstraßen, später auf einem Waldweg zu den ersten Häusern von Pfarrkirchen. Dort treffe ich zwei Radfahrer aus Bayern, die den Jakobsweg mit dem Fahrrad von Krumau nach Passau befahren. Wir unterhalten uns eine Zeitlang und tauschen Erfahrungen aus. Solche Treffen sind selten und ich kann mich nur an zwei weitere Begegnungen in den letzten Jahren erinnern. Auf den Hauptrouten in Spanien schaut das aber ganz anders aus.
Es folgt ein längeres Bergabstück zum Rannastausee. Mittlerweile stellt sich ein erstes Hungergefühl ein und ich halte Ausschau nach einem Rastplatz. Wenig später sitze ich in einer Hängematte und genieße die Pause. So ein Glück hat man selten! Ausgeruht gehe ich nach Neustift weiter und biege am Ortsende in den Wald ab.
Bald tauchen die ersten Grenzsteine auf. 54 hat es seinerzeit gegeben, wie ich auf einer Schautafel nachlesen kann. Dann komme ich zur Ruine Neujochenstein. Viel ist hier nicht mehr zu sehen, aber immerhin etwas mehr als von der Ruine Altjochenstein.
Den Jakobsweg habe ich mittlerweile verlassen, denn der führt oberhalb der Donau nach Gottsdorf weiter. Ich gehe aber aufgrund der besseren Verkehrsanbindung zum Kraftwerk hinunter, wo nach kurzer Wartezeit der Bus nach Linz kommt.