Wintersonnenwende / 21.12.2021
Hochschwung / 18.12.2021
Erste kurze Rast auf 1800 m schon oberhalb der Baumgrenze. Hier ist es fast windstill und ruhig. Wir sind die einzigen Tourengeher, was mich doch etwas wundert. Aber uns kann das nur recht sein.
Der folgende lange Aufstieg zum Übergang Hochschwung - Schattnerzinken fällt mir heute ungewöhnlich leicht. Vorerst freue ich mich noch über meine gute Kondition. Bald stelle ich aber fest, dass es der starke Rückenwind war, der mich hier kräftig unterstützt hat.
Mit einigen langen Kehren überwinden wir die letzte Steigung und nähern uns dem Gipfel. Auf Grund des extrem starken Windes ist an eine Gipfelrast nicht zu denken. Im Gegenteil. Wir halten uns nur ganz kurz am höchsten Punkt auf, nicht einmal die Felle ziehen wir ab. Das erledigen wir weiter unten in einer Mulde, wo es fast windstill ist.
Nun beginnt die Abfahrt. Die Bedingungen sind weit besser als erwartet. Der Schnee ist zwar hart, aber kaum windgepresst. Weiter unten sogar etwas pulvrig, und auf der anschließenden Forststraße herrschen fast pistenähnliche Verhältnisse. Eher mühsam ist dann das seitliche Abrutschen im steilen Schlag, den wir beim Aufstieg weiträumig umgangen haben.
Und heute ist endlich wieder eine Tournachbesprechung möglich. Der Almwirt hat nach dem Lockdown den ersten Tag offen. Ich bekomme sogar ganz frische Kasnocken, die extra für mich zubereitet werden. Hier ist man als Gast wirklich willkommen.
Pistengeher/ 14.12.2021
Ich bin zwar kein Freund dieser Art von Schitour, doch heute ist das eine gute Wahl. Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Parkplatzproblem, eine präparierte Piste für die Abfahrt und keine Lawinengefahr.
Die erste Hürde - 2G Kontrolle - überspringe ich problemlos. Obwohl es noch keinen Liftbetrieb gibt, wird dennoch genau kontrolliert. Die zweite Hürde - Bankomatzahlung - ist heute auf Grund eines Defektes nicht zu schaffen. Hier fällt mir der alte Spruch ein: "Nur Bares ist Wahres."
Aber dann steht dem Aufstieg nichts mehr entgegen. Der Lärm des Pistengerätes verstummt bald und ich gehe teilweise in weiten Kehren auf der breiten Piste zur Wurzeralm hinauf.
Nach einem kurzen flachen Abschnitt erreiche ich die Frauenkarabfahrt, die ebenfalls frisch präpariert ist. Auch hier habe ich viel Platz und kann die gesamte Pistenbreite für den Aufstieg nutzen.
Die Bergstation ist gleichzeitig Raststation und "Gipfel" meiner Tour. An der warmen Hüttenwand angelehnt genieße ich das herrliche Panorama und freue mich schon auf die Abfahrt.
Auf der griffigen, aber doch etwas harten Naturschneepiste schwinge ich die 450 hm zur Wurzeralm hinunter. Dort felle ich nochmals an und steige 200 hm zur Gameringabfahrt auf.
Die liegt im Gegensatz zur anderen Abfahrt auch am Nachmittag noch in der Sonne. Und da geht sich sogar noch eine lange Rast bei der Kreuzbauernalm aus. Eine Stunde sitze ich hier in der Sonne und betrachte das Wolkenspiel am Himmel.
Bevor mich die sich langsam nähernde Schlechtwetterfront erreicht, fahre ich durch den Gipsgraben ins Tal ab.
Unter der Waldgrenze / 10.12.2021
Meine Wahl fällt auf den Wasserklotz im Nationalpark Kalkalpen. Diesen eher unscheinbaren Berg habe ich am 31.12.1992 das bisher einzige mal mit Schi bestiegen. Zeit für eine Wiederholung.
Am Vortag hat es geschneit. Der Parkplatz "Zickerreith" ist dennoch vorbildlich geräumt. Das Anziehen der harten Schuhe geht allerdings noch nicht so locker von der Hand. Irgendwie kommen mir die Plastikschuhe heute besonders hart und eng vor.
Gegenüber vom Parkplatz beginnt die frische Aufstiegsspur und bereits nach wenigen Metern stellt sich das bekannte Schitourengefühl wieder ein. Von den harten Schuhen spüre ich nichts mehr, wohl aber vom Wind, der hier schon die ersten Lebenszeichen von sich gibt.
Der Aufstieg zum Wasserklotz führt in einem weiten Bogen an der Nordseite des Berges hinauf. Dort im Windschatten ist es nicht nur windstill sondern auch schattig. Beides ändert sich beim Erreichen des breiten Rückens.
Nach einem fast ebenen Abschnitt komme ich zum steilen Gipfelaufbau. Hier wird es etwas mühsam, besonders im oberen Teil sind die Schier eher hinderlich. Zehn Meter unterhalb vom Gipfel schnalle ich sie ab und stapfe durch den teilweise knietiefen Schnee zum höchsten Punkt.
Wie erwartet ist es hier sehr windig. An eine längere Rast ist nicht zu denken, was mir aber gar nicht so ungelegen kommt. Genau südlich sehe ich die Tannschwärze, auch so ein Gipfel unterhalb der Waldgrenze. Die Luftlinie beträgt lediglich 2,5 km. Und so wie vor 29 Jahren möchte ich auch diesen Berg noch besteigen.
Vorher komme ich aber noch in den Genuss einer herrlichen Pulverschneeabfahrt mit anschließender Forststraßenschussfahrt (mit kurzen Gegensteigungen und Schiebestrecken).
Bei der Passhöhe felle ich wieder auf und beginne den Aufstieg zur Tannschwärze. Obwohl es nur 550 hm sind, benötige ich fast 1½ Stunden bis zum Gipfel. Jetzt spüre ich langsam die Müdigkeit in den Beinen. In Anbetracht der heranziehenden und auch so angekündigten Wolken verzichte ich auch hier auf eine Pause. Die werde ich nach der Abfahrt bei der Spitzenbergeralm nachholen.
Im Gegensatz zum Wasserklotz ist von einem unverspurten Hang hier nicht mehr viel zu sehen. Dennoch gelingen mir einige schöne Schwünge, nicht schlecht für die erste Tour in diesem Winter.
Zweiter Versuch / 20.11.2021
Bei der Igelsfeldalm mache ich eine kurze Pause. Ein schöner Platz, hier könnte man lange sitzen. Da mich aber noch fast 900 hm vom Gipfel trennen, halte ich mich nicht lange auf.
Eine Stunde später komme ich zum Roßfeldboden. Hier endet der gemütliche Aufstieg, denn ab jetzt wird es zunehmend steiler. Beim Blick nach oben kommt wie zuletzt eine gewisse Skepsis auf, ob ich hier wirklich hinaufgehen soll. Nach kurzer Überlegung gehe ich los. Umkehren kann ich ja immer noch. Bestärkt werde ich auch von einem anderen Bergsteiger, der weit vor mir scheinbar mühelos zum Gipfel aufsteigt.
Und tatsächlich ist der Steig dann doch einfacher als erwartet/befürchtet. Das Gelände ist zwar steil, der Weg gespickt mit losen Steinen, aber trotzdem nicht besonders schwierig. Dazu kommt, das es heute staubtrocken ist, was die Rutschgefahr minimiert. Konzentriert bewältige ich die 400 hm vom Roßfeldboden bis zum Kitzstein in unter einer Stunde. Kurz vor Mittag stehe ich dann beim Kreuz am Bosruckgrat. Geschafft - im zweiten Versuch!
Ich mache einige Fotos und beobachte die Bergsteiger am Übergang zum Bosruck. Vor 21 Jahren bin ich das einzige mal am Bosruck gewesen. Jetzt traue ich mir den ausgesetzten Grat nicht mehr zu. Mir reicht schon der Kitzstein, von dem ich jetzt noch absteigen muss.
Ich vermeide Tiefblicke und schaue nur auf die nächsten Schritte. Nach einer Stunde habe ich es geschafft und hole endlich die Mittagsrast am Roßfeldboden nach.
Vergleichsweise gemütlich, aber lang ist dann der Rückweg nach Ardning. Der Umweg zur Ederhütte (die man vom Roßfeldboden so gut sieht) bringt mich anschließend zur Hollingalm und von dort auf einigen Forststraßenkilometern ins Tal.
Retroexpress / 11.11.2021
Die Wanderung auf den Zwillingskogel, um die geht es heute, hat für mich den wesentlichen Vorteil, dass ich gleich bei der Bahnstation den Aufstieg beginnen kann.
Ich gehe im Nebel. Es herrscht eine mystische Stimmung im Wald. Manchmal schimmert es etwas heller zwischen den Bäumen hindurch, doch kurz darauf ist es wieder grau in grau. Kaum zu glauben, dass über der Nebeldecke die Sonne scheint. Aber wo ist die Grenze? Ich hoffe weit unter der Gipfelhöhe.
Und plötzlich wird das Licht bläulich und nur wenige Meter später stehe ich in der Sonne. Der Höhenmesser zeigt 800 m an.
Aber es ist nicht nur sonnig, sondern für die Jahreszeit sehr warm. Ein Thermometer am Gipfel zeigt 12° im Schatten an. Eine lange Gipfelrast ist die logische Folge. Damit ändert sich aber auch mein Plan, da mir die Stunde Pause natürlich irgendwo fehlt. Konkret wäre das ungefähr die Aufstiegszeit vom Durchgang auf das Steineck gewesen. Auf diesen Gipfel muss ich heute aber verzichten.
Vom Durchgang steige ich in 1½ Stunden zur Haltestelle Kothmühle ab. Der Temperaturabfall ist richtig spürbar und schließlich bin ich froh, wieder in den alten Retroexpress einsteigen zu können. Der hat nämlich noch keine Klimaanlage, sondern eine richtige Heizung. Ich schließe die Augen und verlasse dösend das Almtal.
Braunberg / 9.11.2021
Nach dem Besuch der Kirche (neuer Vorplatz!) gehe ich zum Schloss Weinberg, wo ich wie immer das gleiche Foto mache. Vielleicht sollte ich dieses Motiv einmal von einer anderen Perspektive betrachten.
Beim Studium der Landkarte stelle ich fest, dass ich bis zum Braunberg am E8 gehe. Ob dieser Fernwanderweg jemals durchgehend begehbar sein wird, bezweifle ich aber. Derzeit endet er an der polnisch-ukrainischen Grenze. Mir reicht jedenfalls der kurze, dafür sehr schönen Abschnitt bis zur geschlossenen Braunberghütte.
Freundlicherweise hat der Hüttenwirt noch einige Bänke stehen lassen. In Kombination mit der Mittagssonne ergibt sich so ein perfekter Rastplatz. Die Berge vom Ötscher bis zum Traunstein sind, obwohl es etwas diesig ist, gut zu erkennen. Und langsam lichten sich jetzt auch die Nebel im Flachland.
Mit viel Zeitreserve im Gepäck gehe ich nach Lasberg weiter. Auf halbem Weg verleitet mich eine windgeschützte Rastbank zu einer kurzen Pause. Ein Landwirt zieht mit einem Gülletankanhänger vor mir seine Runden. Doch der Wind steht günstig. Bis auf einige kurze Brisen bleibe ich verschont.
In Lasberg ist um diese Zeit nicht viel los, so wie in jeder kleinen Gemeinde. Auf den Straßen verkehren vorwiegend Lastwagen, anscheinend wird hier viel gebaut. Gelegentlich auch noch ein Autobus, der die verstreuten Ortschaften in der Gegend abklappert.
Bei meinem Eintreffen ist die kleine Bahnstation Lasberg - St. Oswald verwaist. Ich bin wieder einmal der einzige Fahrgast, der hier einsteigt. Kurz darauf tönt aus dem Lautsprecher die Stimme von Chris Lohner, die das baldige Einfahren des Zuges ankündigt. Eine skurrile Situation.
Höllengebirge - Der Abstieg / 30.10.2021
Höllengebirge - Die Überschreitung / 29.10.2021
Ich lasse mir viel Zeit und überlege, wie ich den Tag möglichst sinnvoll nutzen könnte. Der ursprüngliche Plan A sieht vor, dass ich die Eiblgupfrunde mache und dabei auch noch das am Weg liegende Hochhirn besteige. Abstieg dann nach Langwies. Plan B ist schon etwas ambitionierter. Überquerung zum Hochleckenhaus und Abstieg entweder zur Taferlklause oder nach Seefeld/Attersee. Und dann geistert auch noch Plan C im Hinterkopf herum. Dazu komme ich später. Auf Grund des herrlichen Wetters entscheide ich mich für vorerst für Plan B.
Kurz nach dem Aufbruch stehe ich auch schon am ersten Gipfel des Tages. Es ist der Mittlere Kesselgupf und liegt direkt am Weg zum Eiblgupf. Sozusagen ein Berg zum Aufwärmen. Gipfel Nr. 2 ist ebenfalls keine besondere Herausforderung. Den Eiblgupf habe ich vor vielen Jahren schon einmal besucht, die Erinnerung ist allerdings schon verblasst. Erwähnenswert ist jedenfalls die herrliche Aussicht nach allen Richtungen.
In einem weiten Bogen komme ich wieder zum Hauptweg (E4, 04, 06). Den Brunnkogel (nicht jener mit dem imposanten Kreuz) umgehe ich nördlich und komme nun zur Schlüsselstelle der Tour. Es ist eine etwa 20 - 30 Meter lange Querung. Obwohl technisch keinesfalls anspruchsvoll wäre hier ein Stolpern oder Ausrutschen fatal. Rechts geht es nämlich ziemlich steil in den Abgrund. Aber das sieht man zum Glück nicht. Erst aus der Ferne kann man diese kurze Stelle besser beurteilen.
Kurz danach komme ich zur einzigen Quelle des Tages. Nur spärlich tröpfelt hier das Wasser aus einem Rohr. Aber mit etwas Geduld kann ich doch meine beiden Behälter füllen.
Gipfel Nr. 3 ist der Grünalmkogel. Der Aufstieg sind sehr mühsam. Das Gelände ist zerfurcht von Gräben. Hier einen normalen Gehrhytmus zu finden, ist kaum möglich. Eine Stunde benötige ich bis zum Gipfel, den ein eigenartiges "Kreuz" ziert. Erst im Nachhinein wird mir der Sinn etwas klarer.
Es folgt der Abstieg in den Pfaffengraben und der Aufstieg (knapp 300 Höhenmeter) zum Fuße des Jagerköpfl. Diesen Gipfel erspare ich mir aber heute, zumal ich im September schon oben war.
Zum geschlossenen Hochleckenhaus komme ich kurz nach 15 Uhr. Mein erster Weg führt zum angeblich immer offenen Winterraum. Und tatsächlich ist die Türe nicht versperrt. Der kleine Raum wirkt sehr aufgeräumt, Bier und Brennholz sind vorhanden. Damit tritt nun Plan C in Kraft. Ich werde hier nächtigen und morgen meinen Weg nach Weissenbach fortsetzen.
Völlig entspannt gönne ich mir ein Bier. Die Zeit auf der sonnigen Terrasse vergeht dabei wie im Flug. Die vier Bergsteiger:innen, mit denen ich mich gut unterhalten habe, treten am späten Nachmittag den Abstieg an. Nun bin ich auf mich alleine gestellt.
Ich mache mich nun ans Einheizen, was mangels Hacke kein einfaches Unterfangen ist. Mit dem Taschenmesser schneide ich ein paar Späne von den dicken Buchenscheitern ab und versuche diese zu entzünden. Der erste Versuch misslingt, doch dann kommt mir eine zündende Idee. Mit dem Brennstoff vom Esbitkocher müsste es gehen.
Wenig später knistert es im Ofen. So ein Trockenbrennstoff ist Goldes wert. Innerhalb einer Stunde steigt die Raumtemperatur von 9 auf 15 Grad an.
Das anschließende Abendprogramm ist sehr überschaubar: Sonnenuntergang ansehen, Suppe kochen, Holz nachlegen. Um 20:30 ist Hüttenruhe.
Höllengebirge - Der Aufstieg / 28.10.2021
Zuletzt bin ich vor 10 Jahren auf diesem Weg auf den Feuerkogel gegangen. Damals war ich ziemlich entsetzt, wie brutal hier die Landschaft im Zuge des Pistenbaus umgebaut wurde. Entsprechend gering war daher meine Erwartungshaltung.
Zu meiner Überraschung hat sich die Natur etwas von dem Eingriff erholt und langsam wächst wieder Gras auf der Piste. Das bestätigt wieder einmal meine Meinung, dass die Natur auf lange Sicht überleben wird, notfalls auch ohne Menschen.
Nach drei Stunden Aufstieg komme ich zur Kranabethhütte. Die Terrasse ist leer, doch der erste Eindruck täuscht. Der Betrieb geht noch bis 31.10. (so wie auch auf der Riederhütte). Das kommt mir natürlich sehr entgegen, denn Hunger und Durst machen sich schon bemerkbar.
Aus der eher kurz beabsichtigten Mittagsrast wird dann eine Stunde. Da ich den anstrengenden Teil des Tages bereits hinter mir habe, spielt das aber keine Rolle.
Mit vollem Magen beginne ich moderat und besteige den nahen Langwandkogel, der mit einer wirklich schönen Aussicht aufwarten kann. Dann kommt der Alberfeldkogel an die Reihe, der aussichtsmäßig schon eine Klasse höher angesiedelt ist.
Aber es sollte noch besser kommen. Um den dritten Gipfel des Tages zu erreichen, muss ich zuerst wieder ein Stück absteigen. Bald erreiche ich den Hauptweg (E4, 04, 06) dem ich bis zum Sattel westlich vom Totengrabengupf folge. Vor mir liegt jetzt der Gr. Höllkogel. Den lasse ich mir natürlich nicht entgehen.
Im schönsten Licht des späten Nachmittags erreiche ich das etwas schief stehende Kreuz auf 1862 m Höhe. Es ist etwas windig, aber nicht kalt. Wie erwartet bin ich hier alleine. Mit dem Selbstauslöser versuche ich ein halbwegs brauchbares Gipfelfoto zu machen.
Nördlich vom Höllkogel liegt die Riederhütte, zu der ich in einer halben Stunde absteige. ich werde bereits erwartet und namentlich begrüßt, was bei der überschaubaren Gästeanzahl (6) auch nicht überrascht. Trotzdem ist es eine Freude, wenn man so empfangen wird.
Als Vorspeise gibt es einen Sonnenuntergang vom Feinsten, den ich mir auf einem nahen Hügel in aller Ruhe anschaue. Aber sobald die Sonne im Westen hinter den Bergen verschwindet, wird es rasch kalt. In so einer Situation ist es schon sehr angenehm, wenn man anschließend ein 3-gängiges Abendessen in der urigen Stube genießen kann (natürlich mit einem dunklen Rieder-Hefeweizen).
Hongar / 24.10.2021
Die wesentlichen Eckdaten lauten:
- Bahnstation Pinsdorf
- Hongar
- Alpenberg
- Gahberg
- Häfelberg
- Bahnstation Kammer-Schörfling
Vom Spering in die Teufelskirche / 20.10.2021
Wie immer beginne ich beim Schranken in der Nähe vom Speringbauer. Hier ist es noch schattig. Das ändert sich aber rasch, und nach einer halben Stunde steige ich bereits in der Sonne zum Lackerboden hinauf. Über den alten Almweg bzw. Jagdsteig gelange ich in einer guten Stunde zum Speringgipfel. Lange sitze ich in der Sonne genieße die Aussicht.
Zurück gehe ich am üblichen nordseitigen Weg zuerst zum Sender und anschließend wieder südseitig ins Tal.
Heute mache ich noch einen kurzen Abstecher zur Teufelskirche. Im schattigen Graben ist es bereits ziemlich frisch, die Stimmung ist sehr herbstlich. Dazu passen auch die dunklen Felsen der Teufelskirche. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Steinbogen, von dessen Größe ich etwas überrascht bin. Den werde ich mir bei besseren Lichtverhältnissen (eventuell im Frühjahr) einmal genauer ansehen.
Endstation Pettenbach / 17.10.2021
Mit etwas Verspätung beginne ich die Wanderung bei der Bahnstation Scharnstein. Ich überquere die Alm und gehe leicht bergauf ins Tießenbachtal. Die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen den Nebel und bald stehe ich in der Sonne. Damit habe ich eigentlich nicht gerechnet.
Den Hochsalm erreiche ich nach 2½ Stunden. Ein schöner, leicht erreichbarer Aussichtsberg.
Für den Abstieg nehme ich einen Umweg der anfangs sehr aussichtsreich in östliche Richtung führt. Bei etwa 1200 m schwenke ich nach Süden und steige zur Enzenbachmühle ab. Jetzt im Herbst ist so ein südseitiger sonniger Abstieg sehr angenehm.
Bis zur Bahnstation folge ich nun dem Grünaubach, der nach etwa 3 km direkt im Ort in die Alm mündet. Die Rückfahrt klappt dann wie gewohnt ohne Verspätung.
Hainzen / 9.10.2021
Nach 10 Minuten komme ich schon zum Beginn des Weges 898, der nun meist steil ins Katergebirge hinaufführt. Vorbei an der alten Schießstätte gewinne ich rasch an Höhe.
Zweieinhalb Stunden später sitze ich auf der sonnigen Hüttenbank bei der Katrinalm. Für die Mittagspause ist es noch zu früh, aber für einen Vormittagskaffee ist es der perfekte Zeitpunkt. Noch dazu bei dieser herrlichen Aussicht.
Langsam kommen jetzt mehr Ausflügler, die in 15 Minuten mit der alten Seilbahn herauffahren können. Ich mache Platz für die neuen Gäste und gehe in Richtung Katrin weiter. Nach einer kurzen Steilstufe wird es flacher. Auf den kurzen Abstecher zum Katrinkreuz verzichte ich.
Mein erster richtiger Gipfel ist der Elferkogel, bei dem ich aber nur vorbeigehe. Nach etwa einer halben Stunde komme ich zum Hainzen. Hier ist schon bedeutend weniger los. Ich gehe aber noch ein Stück weiter um den Steig zur Karalm zu erkunden. Den Einstieg finde ich auf Anhieb, dann wird es aber mühsam. Zwischen den Latschen sind die Steigspuren schlecht zu erkennen. Da ich nicht genau weiß, was mich weiter unten noch erwartet, gehe ich wieder zurück.
Nach einer ausgiebigen Rast am Hainzen gehe ich wieder zur Katrinalm zurück, diesmal aber am südlichen Rundweg. Der anschließende Abstieg nach Bad Ischl verläuft großteils auf der jetzt schon schattigen Schipiste. Ziemlich rasch "vernichte" ich die 900 Höhenmeter (oder sind es beim Abstieg Tiefenmeter?). Egal, ich komme jedenfalls noch in den Genuss der warmen Nachmittagssonne.
Ohne Eile gehe ich zum Bahnhof. Ich bin froh, dass ich jetzt nicht mit dem Auto die Heimreise antreten muss.
Ein neues Gipfelkreuz / 2.10.2021
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich interessante Wanderungen realisieren. So beispielsweise auf den Seespitz oberhalb vom Gleinkersee. Auf den ersten Blick scheint man hier ohne Auto kaum eine sinnvolle Tour machen zu können, aber das täuscht.
Wir schon mehrmals reise ich sehr bequem ins südliche Oberösterreich. Mein Ziel ist die Bahnstation Spital am Pyhrn. Beim Aussteigen ist es noch ziemlich frisch, zumal die Sonne noch nicht den Weg hierher gefunden hat. Das sollte sich aber bald ändern.
Ich beginne am örtlichen Wanderweg 3, überquere bald die Autobahn und gehe am Weg 1 in Richtung Gleinkersee weiter. Nach etwa 1½ Stunden heißt es genau schauen, um nicht die Abzweigung links zum unmarkierten Steig zu übersehen. Ich habe heute aber nicht gut aufgepasst und "darf" daher eine zusätzliche Kehre der Forststraße ausgehen.
Schließlich finde ich den richtigen Steig, den ich im Vorjahr schon begangen habe. Rasch gewinne ich nun an Höhe, der Lärm von der Autobahn ist bald nicht mehr zu hören.
Um 11:30 komme ich zum Gipfel. Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Aussicht heute ungetrübt. Und sogar ein neues Kreuz wurde vor einem Monat errichtet. Jetzt noch ganz neu, wird es bald die ersten Spuren der Verwitterung tragen.
Nach der halbstündigen Mittagsrast gehe ich zur Weierbaueralm weiter. Dort müsste irgendwo die Abzweigung zur Stubwiesalm sein. Und tatsächlich finde ich am südlichen Ende der Alm den unmarkierten Pfad, auf dem ich gemütlich weitergehe.
Nach der Stubwiesalm geht es bergauf zum Halssattel, dann kurz bergab und schließlich wieder leicht bergauf zur Dümlerhütte. Um die voll besetzte Terrasse mache ich ein Bogen und raste erst weiter unten bei der Roßleithenreith, alleine, was derzeit ja kein Fehler ist.
Obwohl ich hier gerne noch länger sitzen würde, breche ich bald wieder auf. Der Fahrplan ist leider unbarmherzig, ein Nachteil bei Touren mit Öffis. Den Bus in Roßleithen erreiche ich aber locker, beim Umsteigen in den Zug wird es aber etwas knapp. Aber es geht sich aus.
Zu Hause erfahre ich, dass es wegen einer Autobahnsperre einen erheblichen Stau gegeben hat. Den habe ich mir heute erspart.
Hoch Kalmberg / 25.9.2021
Bei herrlichem Wetter steige ich bei der Haltestelle Jodschwefelbad aus dem Zug. Mein Ziel kann ich bereits erkennen. Allerdings liegen noch einige Stunden und Höhenmeter vor mir.
Der Anstieg über die Jochwand ist Neuland für mich. Sehr schön sind die Ausblicke zum Hallstättersee und zum Ramsaugebirge. Bald komme ich zur Jochwandwarte. Im Wissen, dass der Weg noch weit ist, halte ich mich hier aber nur kurz auf.
Der nächste markante Punkt ist die Pramesbergerrast, ebenfalls ein sehr schöner Aussichtsplatz, nur schon etwas höher. Anschließend geht es weniger steil weiter.
Bis jetzt habe ich die Mittagspause hinausgezögert, da ich wie schon öfters einen besonders schönen Rastplatz suche. Und den finde ich dann auch auf bei der Schartenalm. Der Ausblick vom Gamsfeld bis zum Rinnkogel könnte auch in einem Fremdenverkehrsprospekt zu finden sein.
Die Goiserer Hütte lasse ich links liegen und gehe in einer halben Stunde auf den Hoch Kalmberg. Eine gute Entscheidung, denn der Gipfel ist noch nicht überlaufen. Gemütlich sitze ich lange im Berggras, ehe ich mit dem Abstieg beginne.
Wie schon im Jahr 2018 besuche ich noch kurz die Kalmooskirche. Diesmal dringe ich noch ein kleines Stück weiter in den Berg. Es soll hier auch eine Verbindung auf die andere Seite des Berges geben, also in Richtung Gosau. Für derartige Erkundungen bin ich aber weder ausgerüstet, noch habe ich die Erfahrung.
Ich bleibe lieber auf der sicheren Seite und steige langsam entlang des markierten Wanderwegs nach Bad Goisern ab. Anschließend mit dem IC in 1½ Stunden nach Linz.
Vier auf einen Streich / 14.9.2021
Selten bekommt man die Gelegenheit gleich vier Gipfel bei einer Tagestour zu besuchen. Doch im Höllengebirge ist das relativ einfach möglich.
Ich beginne meine Rundwanderung bei der Taferlklause. Durch das schattige Aurachkar steige ich bis zur Abzweigung auf etwa 1300 m Höhe auf. Hier gabelt sich der Weg. Rechts zum Hochleckenhaus, links zum Hochleckenkogel, mein erster Gipfel. Nach 2½ Stunden stehe ich oben und mache das obligate Gipfelfoto.
Es folgt ein kurzer Abstieg und schon nähere ich mich dem imposanten Kreuz am Brunnkogel. Knapp 3 Stunden Aufstieg liegen hinter mir, also Zeit für eine längere Pause. Es ist etwas diesig, aber angenehm warm.
Der nächste Gipfel liegt jetzt schon in Sichtweite und befindet sich nur wenige Meter neben dem markierten Abstiegsweg. Ein kurze Abstecher der sich lohnt. Nach dem obligaten Gipfelfoto gehe ich weiter.
Leicht bergab, dann fast flach gehe ich weiter und kann bald das Jagerköpfl vor mir sehen. Bei der Abzweigung zur Riederhütte führt ein unmarkierter Steig in wenigen Minuten zum Gipfel hinauf. Nur wenige "verirren" sich auf diesen schönen Aussichtsberg.
Da ich gut in der Zeit liege, wähle ich für den Abstieg einen Umweg. Statt im schattigen Aurachkar steige ich westlich bei den markanten Adlerspitzen ab. Schwindelfrei Spezialisten könnten hier den fünften Gipfel erreichen. Ich bleibe aber lieber am Normalweg, den auch die Kühe beim Almabtrieb schaffen.
Am Valerieweg gehe ich dann in einem weiten Bogen zur Taferlklause zurück. Dabei streife ich auch das kleinen Skigebiet, wo ich vor Jahrzehnten auch einmal gefahren bin. Nach 8 Stunden schließt sich der Kreis beim Parkplatz.
Die Abreise / 9.9.2021
Für die kurze Abfahrt nach Wildalpen ziehe ich alle warmen Sachen an. Eine gute Entscheidung. Im Schatten ist es empfindlich kalt und ich will mir gar nicht vorstellen, wie es hier im Winter ist. Aber das Schattendasein hat nach 6 km ein Ende.
Flußabwärts radle ich nun entlang der Salza. Kurze Steigungen, dann wieder bergab, so nähere ich mich der ersten richtigen Bergwertung kurz nach Gams. Der Anstieg ist zwar relativ kurz, aber trotzdem gilt es hier einige Höhenmeter zu bewältigen.
Bei der anschließenden Abfahrt fällt es mir schwer mich auf die Straße zu konzentrieren. Die Landschaft ist hier ein Traum, schönes Wetter vorausgesetzt.
Bei Mooslandl treffe ich auf die Enns und radle nun flußaufwärts nach Hieflau weiter. Der Verkehr wir nun mehr, Radwege dafür weniger. Da setzt sich leider auch im Gesäuse so fort. Zusätzlich gibt es hier noch einige Tunnels, in denen man sich als Radfahrer wie auf der Flucht fühlt: nur schnell weg von hier. Negativer Höhepunkt ist, wenn einem dann auch noch ein LKW im Nacken sitzt.
So bin ich dann - trotz der grandiosen Landschaft - ganz froh, als ich beim sogenannten Gesäuseeingang die Hauptstraße verlassen kann. Jetzt beginnt ein gemütlicher Abschnitt am Ennsradweg. Kein Verkehr, kein Lärm, so hab ich es gern.
Admont erreiche ich am frühen Nachmittag. Mein Plan ist, dass ich weiter bis nach Selzthal radle und dort den Zug nach Linz nehme. Der Ennsradweg verläuft jetzt auf einer Nebenstraße südlich der Enns. Hier ist wirklich kaum ein Verkehr, was mich auf Grund der teilweise schlechten Fahrbahn auch nicht wundert.
Selzthal, ein Bahnkontenpunkt. Mein Zug steht schon da, allerdings wird er ohne mich die Fahrt antreten müssen. Das schöne Wetter und der noch vorhandene Strom "zwingen" mich zu einer spontanen Planänderung. Über den Pyhrnpass nach Spital, das sollte zu schaffen sein.
Zügig radle ich weiter nach Liezen. Den eher schmucklosen Ort lasse ich schnell hinter mir und beginne die lange Auffahrt. Hoffentlich habe ich mir da nicht zu viel vorgenommen. Hier gilt es, Stromverbrauch, Zeit und Puls irgendwie ins richtige Verhältnis zu bringen. Nach einigen Kilometern habe ich das ganz gut im Griff und schaffe auch noch die verbleibenden Kilometer bis zur Passhöhe.
Ich bin erleichtert. Jetzt geht es nur mehr bergab. Allerdings muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell werde. Das schwere Rad macht nämlich ordentlich Tempo, und der Bremsweg ist trotz Scheibenbremsen sehr lang.
Kurz ist dafür die Abfahrt nach Spital/Pyhrn, zumindest ist das mein subjektiver Eindruck. Locker und fast schon entspannt komme ich - sogar noch mit Zeit- u. Stromreserve - bei der Bahnstation an. Zufrieden steige ich vom Rad, kaufe mir zwei Karten (eine für mich, eine für mein zuverlässiges Rad) und steige in den schon wartenden Zug, der mich bequem und nach Linz bringt.
Gr. Geiger / 8.9.2021
Um 8:45 gehe ich los. Bis Lichtenegg (eine kleine Alm mit drei oder vier Hütten) steigt die Straße nur gering an. An deren Ende beginnt dann der markierte Weg zur Eisenerzerhöhe, die ich nach zwei Stunden erreiche.
Hier zweigt rechts der Weg zum Gr. Geiger ab. Die Markierung wird jetzt etwas dürftiger, die Orientierung ist aber dennoch kein Problem. Schwierige Stellen gibt es keine, es ist ein fast unbeschwertes Gehen durch eine scheinbar unberührte Landschaft. Nur das letzte Stück zum Gipfel ist etwas felsdurchsetzt.
Um 12 Uhr stehe ich beim Kreuz. Es ist sehr windig, was die Freude über den herrlichen Ausblick aber nicht schmälert. An einer etwas geschützten Stelle lasse ich mir meine Jause schmecken. Dabei komme ich mit drei Burschen ins Gespräch, die so wie ich, den unmarkierten Steig zur Winterhöhe gehen möchten. Sie bestätigen mir, dass der Weg gut ausgetreten ist und auch keine ausgesetzten Stellen vorhanden sind.
Beruhigt gehe ich nach der ausgiebigen Rast weiter. Zwischen Latschen, später durch lichten Wald steige ich etwa 300 hm bis zur Winterhöhe ab. Es folgt ein kurzer Aufstieg zur weiten Hemmermoseralm, die sich für eine kurze Trinkpause ideal eignet. Hier könnte man natürlich auch stundenlang sitzen, wenn man nicht noch einen Gipfel besteigen möchte.
Den Buchberg kann ich von hier schon sehen, die Luftlinie beträgt nur 1,6 km. Tatsächlich ist der Weg dorthin aber doch länger als erwartet. Als Entschädigung für die Mühen gibt's hier eine Gipfelbank mit herrlicher Aussicht vom Hochschwab bis zu den Gesäusebergen.
Da heute keine Heimreise mehr vor mir liegt, kann ich mir viel Zeit lassen. Lange sitze ich in der Nachmittagssonne und blicke durch das Fernglas. Erst um 15:45 mache ich mich auf den Rückweg.
Bis zur Lurghöhe geht es verhältnismäßig flach dahin, ich verliere gerade einmal 150 Höhenmeter. Ein Blick aus mein GPS bestätigt mir aber, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe.
Auf der Goss mache ich noch eine kurze Trink- u. Fotopause. Ein interessanter Ort, irgendwie ein Kraftplatz (wenn man es sich lange genug einredet). Die Aussicht ist jedenfalls sehr schön.
Dann geht es endlich bergab und bald komme ich zu einer Forststraße. Jetzt sind es nur noch drei Kilometer bis zum verdienten Durstlöscher.
Nach 23 km und 1240 hm schließt sich der Kreis.
Die Anreise / 7.9.2021
Ich entscheide ich mich für eine etwas andere, unübliche Anreise.
Bequem fahre ich samt Fahrrad mit der Bahn nach Waidhofen/Ybbs. Das zweimalige Umsteigen (St. Valentin und Amstetten) ist einfach. Stufenloses Ein- u. Aussteigen ohne Bahnsteigwechsel.
Um 9:30 komme ich an. Zuerst radle ich langsam durch die sehenswerte Stadt. Anschließend weiter am vorbildlich beschilderten Ybbstalradweg, den ich im Vorjahr in Gegenrichtung befahren habe. Auf der ehemaligen Bahntrasse ist das Radfahren ein echtes Vergnügen. Spürbare Steigungen sind nicht vorhanden und mit dem Straßenverkehr gibt es auch kaum Berührungspunkte.
In Hollenstein mache ich eine kurze Pause und nehme mir die Zeit, den Zeitreisewaggon in aller Ruhe zu besuchen. Es schon interessant hier mehr über den Alltag auf der Ybbstal von Zeitzeuge zu erfahren.
Am frühen Nachmittag komme ich nach Göstling, wo ich leider den Radweg gegen eine zum Glück wenig befahrene Bundesstraße tauschen muss. Mein Ziel ist das Salzatal. Zügig radle ich die moderate Steigung entlang des Göstlingbaches nach Lassing hinauf, und anschließend entlang des Mendlingbaches wieder hinunter. Zwischendurch überfahre ich die Landesgrenze und befinde mich ab sofort in der Steiermark.
Bei Erzhalden treffe ich auf den R16 (Salzatalradweg). Da auch hier wenig Verkehr herrscht, ist das Fehlen eines gesonderten Radweges zu verkraften. Am Wochenende schaut es hier vermutlich aber anders aus (Stichwort: Motorradfahrer).
Der nächste Ort ist Wildalpen, der in seiner Beschaulichkeit (um nicht zu sagen Abgeschiedenheit) nur mehr von Hinterwildalpen übertroffen wird. Eine teilweise steile Straße führt 6 km zu der kleinen Ansiedlung hinauf. Am Ortsbeginn weitet sich dann das Tal und eine kleine Hochebene breitet sich vor mir aus ... wie in einem kitschigen Heimatfilm. Und da wäre auch noch das Gasthaus zum Krug, wo ich schon erwartet werde. Begrüßung, 3G-Nachweis und das erste Bier steht schon am Tisch.
Köstliche Kasnocken bringen mir dann die notwendige Kalorienzufuhr. Das deftige Essen hat aber den kleinen Nachteil, dass ich keine Nachspeise mehr zu mir nehmen kann.
Im einfachen Zimmer (kein TV, kein WLAN, kein Handyempfang) schlafe ich beim Rauschen des Lurgbaches bald ein.
Bergwertung / 5.9.2021
Bahnstation Windischgarsten. Um 10,50 Euro hat mich und mein Rad der Zug hierher befördert. Ein günstiges Vergnügen für 82 km entspanntes Fahren.
Doch ab nun muss ich für meine Fortbewegung selber sorgen. Meine grob geplante Route führt mich gleich einmal etwas länger bergauf zum Hengstpass. Natürlich könnte ich hier kräftige E-Motorunterstützung abrufen. Dann wird sich die geplante Tour bis nach Kirchdorf aber nicht ausgehen. Also trete ich lieber etwas kräftiger in die Pedale und schaffe auch so den Anstieg.
Die anschließende Abfahrt ist vor allem eines: saukalt. Eine Windjacke wäre hier schon etwas Feines, aber die liegt in der warmen Garage. Erst in Unterlaussa wird es temperaturmäßig wieder erträglicher. Besonders bei der steilen Auffahrt zur Mooshöhe wird mir wieder richtig warm. Als Belohnung für die bisherigen Mühen gönne ich mir eine kurze Kaffeepause.
Nun geht es wieder bergab, und zwar sehr lange. Ich radle durch das Hintergebirge von Süden nach Norden bis nach Reichraming. Mittlerweile habe ich meinen Plan etwas modifiziert. Der lange Anstieg auf die Ebenforstalm ist mir zu mühsam, insbesonders auch die Abfahrt auf der Schotterstraße in den Bodinggraben reizt mich nicht. Da bevorzuge ich lieber den Ennsradweg, auf dem ich bis nach Ternberg radle.
Bei einer kurzen Rast überlege ich wie es nun weitergeht. Folgende Optionen habe ich: weiter nach Steyr und von dort mit dem Zug nach Linz, oder ins Steyrtal (wieder mit einer Bergwertung) und weiter nach Rohr, wo ich ebenfalls eine gute Zugsverbindung habe. In Anbetracht des herrlichen Wetters wähle ich die zweite (längere) Variante.
Zügig überwinde ich den Höhenrücken, der das Ennstal vom Steyrtal trennt. Der höchste Punkt befindet sich bei der Sandner Linde, wo mich einige historische Traktoren einholen, die ebenfalls nach Steinbach an der Steyr fahren.
Nach einem kurzen Stück auf der B 140 biege ich nach Waldneukirchen ab (wieder eine kurze Bergwertung). Die anschließende Fahrt nach Rohr hat dafür wieder einige Bergabstücke, was sich auf den Stromverbrauch positiv auswirkt.
Etwa 25 Minuten vor dem Zug erreiche ich den Ort. Da mich das Warten aber nicht sonderlich interessiert beschließe ich bis nach Hause zu fahren. Der noch vorhandene Strom sollte dafür reichen, auch für die allerletzte Bergwertung auf den Gaumberg.
Nach 123 km und vielen Höhenmetern steige ich vom Rad. Auf der Anzeige scheint eine restliche Reichweite von nur mehr 5 km auf. Das war knapp.
Von der Kothmühle nach Ebensee / 21.8.2021
Wie schon öfters fahre ich mit dem Zug ins Almtal. Bei der Haltestelle Kothmühle steige ich aus. Außer mir verlässt niemand den Zug. Kein Wunder, denn auf den Katzenstein gibt es wesentlich kürzere Zustiege.
Ich folge nun ein kurzes Stück dem "Berge Seen Trail", biege aber bald auf den 417er ab. Den auf meiner Karte eingezeichneten Verbindungsweg zum Weg 413 finde ich allerdings nicht. Entweder existiert dieser nicht mehr, oder ich habe irgendwo die Abzweigung übersehen.
In der Schrattenau mache ich die erste Pause. Hier gibt es frisches Quellwasser direkt aus dem Berg (der Biertrinker würde sagen "vom Fass").
Angenehm geht es nun bis zum Laudachsee weiter, leicht bergab und schattig. Ich gehe östlich am See vorbei und nun liegt der steile Aufstieg zur Hohen Scharte vor mir. Der Steig ist stellenweise schmal, aber immer gut gesichert.
Vergleichsweise breit ist dann der Aufstieg zum Katzenstein, den ich nach vier Stunden erreiche. Der Gipfel ist wie immer gut besucht. Ich mache einige Fotos, steige dann ein Stück ab und gehe noch zum kl. Katzenstein. Dieser Gipfel wird seltener besucht und bietet auch kaum Platz für mehrere Personen. Die Aussicht ist trotzdem sehr schön, und einen Cache gibt es hier auch.
Abstieg zur Hohen Scharte, am Gassner Steig ins Lainautal und weiter zum GH Hoisn, so habe ich es geplant. Allerdings gibt es hier noch den kl. Schönberg, den ich zuletzt 1984 bestiegen habe. Ich mache eine schnelle Zeithochrechnung ... der Berg müsste sich auch noch ausgehen.
Zuerst auf der Forststraße (fad), dann auf einem teilweise luftigen Steig (spannend) komme ich zum aussichtsreichen Gipfel. Der Abstecher hat sich gelohnt. Die Aussicht ist hier viel besser als erwartet. Leider ist mein Zeitbudget schon fast aufgebraucht, auf eine Rast muss ich verzichten.
Der Abstieg zur Forststraße ist steil, geht dafür aber ziemlich schnell. So schnell, dass ich am Ostufer sogar noch ein Bad im See nehmen kann. Erfrischt gehe ich zum GH Hoisn weiter.
Dort besteige ich das 90 Jahre alte Motorschiff J. Ruston. Ich genieße die Fahrt mit dem kleinen Schiff, die für mich leider viel zu schnell beim Landungsplatz in Ebensee wieder endet. Wenige Minuten später fährt auch schon der Zug ein, der mich in nur einer Stunde nach Linz bringt (das wäre mit dem Auto nicht zu schaffen).
Mostvierteler Jakobsweg / 9.8.2021
Die Anreise nach Pöchlarn ist problemlos. Ich radle dann noch ein Stück stromabwärts und überquere kurz darauf die Donau. Dann wieder stromaufwärts bis nach Marbach, wo ich wieder auf die bekannte Markierung treffe.
Bald komme ich nach Persenbeug. Hier wechsel ich wieder die Seite und muss nun den Jakobsweg kurz verlassen. Ein steiles Waldstück ist nichts für Radfahrer. Wenig später treffe ich wieder auf den Jakobsweg und radle weiter.
Die Landschaft ist hier wunderbar, Verkehr ist kaum vorhanden. Und trotzdem fehlt mir etwas. Im Laufe des Tages stelle ich fest, dass es wohl die Langsamkeit ist, die beim Radfahren zu kurz kommt. Einerseits komme ich relativ rasch voran, andererseits sehe ich weniger. Die Ablenkung durch Schalten, Bremsen und Konzentration auf die Straße ist geht auf Kosten des Schauens. Auch Steigungen und Distanzen nehme ich weniger als solche wahr. Dieser Eindruck setzt sich bis Zeillern fort, wo ich den Jakobsweg wieder verlasse.
Ich radle nun nach Wallsee und ab dort am Donauradweg bis nach Linz zurück. Die Erkenntnis für mich ist klar: den Jakobsweg teilweise mit dem Rad zu bewältigen, ist keine gute Idee. Vielleicht hole ich die zwei Etappen zu Fuß noch nach.
Karleck / 7.8.2021
Beim Aufstieg zur Ardningalm muss ich leider die Straße nehmen. Dafür kann ich in Ruhe das langsame Aufsteigen der Nebelschwaden beobachten.
Die erste längere Rast mache ich bei der Bacheralm. Ich kenne diesen schönen Platz schon vom Winter. Jetzt im Sommer kommt neben der vorzüglichen Aussicht auch noch das Vorhandensein eines Brunnens dazu. Mit gefüllter Wasserflasche gehe ich weiter.
Den unmarkierten Aufstieg vom Pyhrgasgatterl zum Karleck bin ich schon in Gegenrichtung gegangen. Steil und rutschig ist er mir in der Erinnerung geblieben, was mit der Realität vollkommen übereinstimmt. Oben wird es dann flacher und mit dem Bosruck im Blick erreiche ich den Gipfel.
Dann steige ich zum Arlingsattel ab, was aber gar nicht so einfach ist. Der Weg ist stellenweise stark verwachsen und ebenfalls rutschig. Über die Alm gelange ich dann zur Ochsenwaldkapelle und nehme dort den (Um)weg vorbei an der Mausmayralm und Stiftsreith zum Klammbach hinunter. Besonders lohnend ist diese Variante nicht. Das nächste mal nehme ich wieder den Weg über die Hofalm.
Heindlbodensteig / 13.7.2021
Ich starte beim Bahnhof Hinterstoder und mache bei der Steyrbrücke den ersten Fehler. Statt auf der rechten Seite (Straße) gehe ich auf der linken Seite (Flötzersteig) der Steyr stromaufwärts. Nach einem Kilometer überquere ich die Steyr und gehe entlang der Leitplanke bis zur Mündung des Weißenbaches.
Ein Wegweiser bestätigt mir, dass hier der Heindlbodensteig beginnt. Aber gleich die erste Felsstufe beim Wasserfall stellt für mich ein unüberwindbares Hindernis dar. Der Steig scheint hier am nassen Fels hinaufzuführen, Ausrutschen verboten. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder zurückzugehen. Diesmal auf der richtigen Seite komme ich nach 20 Minuten zum wesentlich einfacheren Beginn des Steiges.
Auf einer breiten Forststraße gehe ich bis zum Heindlboden. Hier beginnt der Steig, zuerst noch flach, aber bald darauf ansteigend führt der schmale Pfad auf der rechten Seite des Weißenbaches ins Tal. Das Gelände ist manchmal sehr steil, Sicherungen gibt es nur wenige. An einigen Stellen sollte man nicht ausrutschen.
Ein Steigbuch gibt es hier auch. Es befindet sich nach gut der Hälfte des Steiges. Ab hier geht der Steig wieder vom Wasser weg und führt zu einer Forststraße. Nun liegen viele Straßenkilometer vor mir, unterbrochen von einer kurzen Rast am Haselbach, der später in die Steyrling mündet.
Ich gehe nun auf den Weitwanderwegen 04 / 06 / E4, also fast schon eine Wandererautobahn. Entgegen kommt mir allerdings niemand bis zum Bahnhof in Steyrling.
Erkenntnis: die Wanderung in der engen Schlucht ist ein Erlebnis, aber nicht zu unterschätzen. Der lange Rückweg auf nach Steyrling zieht sich.
Petergupf / 10.7.2021
Bahnfahren hat mehrere Vorteile. Einer davon ist, dass ich nicht zum Ausgangspunkt zurückgehen muss. Ich reise also bequem zur Bahnstation Langwies, wo ich schon öfters ausgestiegen bin.
Der Weg zur Brombergalm beginnt gleich bei der Station, ist gut beschildert und vor allem schattig. Bei der heutigen Hitze ein unschätzbarer Vorteil.
Nach zweieinhalb Stunden trete ich aus dem Wald. Eine herrliche Aussicht zum Höllengebirge und Traunsee entschädigt mich für den eher aussichtslosen Aufstieg im Wald. Die Alm hat aber auch noch etwas anderes zu bieten: einen Brunnen mit Trinkwasser.
Nach weiteren 40 Minuten stehe ich am Petergupf, nur 45 Meter niedriger als der wesentlich bekanntere Traunstein, aber viel seltener besucht. Mir kann das nur Recht sein. So habe ich den Gipfel für mich alleine.
Nach einer ausgiebigen Rast steige ich wieder zur Alm ab. So wie beim Aufstieg ist hier nach wie vor nichts los, und das an einem Samstag bei Prachtwetter. Vielleicht liegt es aber doch an der Hitze, die eher an ein Gewässer als auf eine Berg lockt.
Den Traunsee vor Augen nehme ich nun den Weg 210 für den Abstieg. Fast 1000 hm steige ich großteils im schattigen Wald zum Frauenweißenbach hinunter. Und würde dort unten kein Cache liegen, wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, bei der Brücke zum Bach abzusteigen.
Als Belohnung gibt es hier einen wunderbaren Naturbadeplatz mit Wasserfall. Dass das Wasser eher frisch ist (von 20° jedenfalls weit entfernt), stört mich nicht. Im Gegenteil: so werde ich den Schweiß auf elegante Art und Weise los, und kann wenig später mit einem frischen Leibchen in den klimatisierten Zug nach Linz steigen.
Feichtau - Sonntagsmauer / 8.7.2021
Bald steigt die Straße an und geht anschließend in einen steinigen Wanderweg über. Nach dem schattigen Aufstieg spüre ich am Beginn der Feichtaualm erstmals die sommerliche Hitze und freue mich schon auf ein erfrischendes Bad am Nachmittag in einem der beiden Bergseen.
Dazwischen liegt aber noch die Polzhütte, die heute bewirtschaftet ist. Da kann ich natürlich nicht vorbeigehen. Ich gönne mir eine kleine Jause und plaudere längere Zeit mit dem Halter. Nebenbei vergeht die Zeit wie im Flug und langsam zeigen sich die ersten angekündigten Wolken am Himmel. Aber einen Gipfel möchte ich doch besteigen. Da bietet sich die nur eine halbe Stunde entfernte Sonntagsmauer an.
Bei der kurzen Gipfelrast kann ich die jetzt mehr werdenden Wolken gut beobachten, was gleichzeitig auch die ersten Zweifel betreffend Bad im See aufkommen lässt. Zügig gehe ich zur Alm zurück und von dort zu den beiden Seen weiter. Von der Sonne ist mittlerweile nichts mehr zu sehen, im Gegenteil. Über dem Sengsengebirge braut sich ein Gewitter zusammen. Ich mache noch schnell einige Fotos vom See und trete dann flott den Rückweg an.
Bald spüre ich die ersten Regentropfen. Der Weg ist jetzt feucht und manchmal rutschig, an ein schnelles Fortkommen ist nicht zu denken. Ich stelle mich schon auf einen heftigen Regenschauer ein, doch ich habe Glück. Das Gewitter zieht vorbei und ich erreiche fast trocken die Polzhütte.
Während ich mir Kaffee und Krapfen schmecken lasse, wird es zunehmend sonnig. Langsam steigen die Nebel vom Wald auf, ein wunderbares Naturschauspiel direkt vor meinen Augen.
Dann nutze ich ein kurzes Sonnenfenster und steige ins Tal ab. Mittlerweile ist auch die vorhergesagte Schlechtwetterfront angekommen. Bei tief hängende Wolken erreiche ich trocken den Ausgangspunkt.
Bilder
Grenzerfahrung / 6.7.2021
Gleich beim Bahnhof biege ich auf den R5 ein, dem ich nun in westlicher Richtung fast bis Haslach folge. Der Radweg ist wie üblich gut beschildert und meidet wenn möglich die Hauptstraßen. Ab Bad Leonfelden ist aber ohnehin kaum mehr ein Verkehr vorhanden.
Zur Mittagszeit komme ich nach Guglwald. Hier befindet sich nicht nur ein offener Grenzübergang zu Tschechien, sondern auch das sehenswerte Mahnmal Eiserner Vorhang. In Ruhe lese ich die Texte auf den Schautafeln. Das ist Geschichtsunterricht hautnah.
Jetzt geht es wieder einmal bergab, aber bald kommt der nächste Anstieg, diesmal nach Afiesl. Überhaupt ist der Radweg von vielen Steigungen geprägt, was sich natürlich auf die Reichweite meines E-Bikes auswirkt. Da kommt die lange Abfahrt nach Haslach wie gerufen.
Meinen ursprünglichen Plan - entlang der Kl. Mühl bis zur Donau - ändere ich, da der Donauradweg nach wie vor wegen eines Felssturzes gesperrt ist. Statt dessen folge ich der Gr. Mühl. Leicht bergab radle ich so dahin, bis mein Fortkommen durch einen unpassierbaren Windwurf kurz nach der Iglmühle gestoppt wird. Jetzt "darf" ich die lange Steigung nach St. Peter am Wimberg nehmen. Die Reichweitenanzeige geht nun rasch zurück. Dann endlich wieder begab, aber der Weg bis zur Donau ist länger als erwartet.
Ich erreiche Aschach, nur mehr ein Balken auf der fünfteiligen Anzeige scheint auf (also noch Strom für etwa 30 km). Das sollte sich knapp ausgehen. Trotzdem verzichte ich bis Wilhering auf die elektrische Unterstützung im Wissen, dass ganz zum Schluss noch eine etwas längere Steigung auf mich wartet. Und es geht sich dann doch noch aus. Mit einer restlichen Reichweite von 5 km komme ich zu Hause an, auch eine Art von Grenzerfahrung.
Länger als geplant / 29.6.2021
Ohne Eile radle ich am schönen Radweg entlang der Salzach dahin. Es ist etwas bewölkt, wird aber zunehmend sonnig. Beim kurzen Anstieg nach St. Radegund habe ich einen guten Ausblick nach Bayern. Vom Schlechtwetter ist noch nichts zu sehen, im Gegenteil, die Wolken werden immer weniger.
Bei strahlendem Sonnenschein radle ich in Burghausen über die Staatsgrenze und kehre gleich beim ersten Wirtshaus ein. Nach kurzer Anfangsschwierigkeit mit der Registrierung mittels Handy-App, bekomme ich mein kühles Weissbier und lasse die Stimmung auf mich wirken. Am Nebentisch sitzen Einheimische und essen Weißwürste mit Brezn und diskutieren über die Sinnhaftigkeit der Coronapolitik ihrer Regierung ... überall das gleiche Theater.
Ich setzte meine Fahrt fort. Die Strecke ist abwechslungsreich. Auch die Kilometer auf der wenig befahrenen Landstraße sind erträglich. Beim Salzachblick lege ich wieder eine kurze Pause ein. Dort komme ich mit einem Paar aus Kärnten ins Gespräch. Sie radeln vom Weissensee nach Enns, auf Umwegen, versteht sich.
Mein nächstes Ziel liegt da schon wesentlich näher. Ich erreiche Braunau am frühen Nachmittag. Vom Schlechtwetter ist noch nichts zu sehen. Also radle ich weiter. Zuerst noch ein Stück dem Inn entlang. Beim Kraftwerk Ering-Frauenstein ändere ich die Richtung und folge bald der Mühlheimer Ache bis nach Altheim. Dort ändere ich wieder die Richtung, da ich immer in der Nähe der Bahnlinie bleiben möchte. So komme ich bis nach Gurten. Hier setzen die jetzt schnell heranziehenden Wolken meiner Fahrt ein Ende, was mir aber nicht ungelegen kommt.
Nach einer halben Stunde kommt der Zug. Jetzt beginnt die Wettfahrt mit dem Sturm, der plötzlich eine unangenehme Stärke erreicht hat. Aber ich habe Glück. Gerade vor dem ersten Platzregen stelle ich mein Rad in der Garage ab. Eine schöne Zweitagesfahrt geht nach 236 km unfallfrei zu Ende.
Schaffe ich das? / 28.6.2021
Eine Fahrt über 150 km ohne "Tanken" müsste möglich sein. Und mein Ziel liegt knapp über dieser Marke. Also starte ich optimistisch und mit vollem Akku kurz nach 6 Uhr mit einer kurzen Bergabfahrt. Um diese Zeit ist es auch im Randbereich der Stadt noch ruhig.
Um Strom zu sparen schalte ich nach der ersten kurzen Steigung aufs Harter Plateau die Unterstützung komplett aus. Auf der Ebene komme ich auch mit Muskelkraft zügig voran.
Ich habe mir vorgenommen, viel und regelmäßig zu trinken, auch wenn ich noch keinen Durst habe. So ist es keine Überraschung, dass ich bereits in Wels einen Liter Wasser verbraucht habe.
Ich befinde mich immer noch am Traunweg, der in Lambach ins Salzkammergut abzweigt. Hier wechsle ich auf den Römerweg und radle nun einige Kilometer entlang der Ager. Es ist ein schöner und vor allem meist schattiger Abschnitt bis Schwanenstadt.
Jetzt macht sich erstmals mein Magen bemerkbar, der vorsichtig auf Kalorienzufuhr drängt. In Attnang erspähe ich aus dem Augenwinkel eine kleine Bäckerei, was mich zu einer stärkeren Bremsung veranlasst. Mit frischem Gebäck und etwas Süßem (natürlich nur für den Zuckerspiegel) radle ich nach fünf Minuten weiter. Jetzt noch eine schattige Bank finden, das wäre was. Und wie gerufen ist sie plötzlich da, die rote Bank am schattigen Waldrand.
Bis hierher bin ich über 60 km praktisch ohne Stromverbrauch gefahren, und die theoretische Reichweite liegt noch weit über 100 km. Das sollte sich also locker ausgehen und so gönne ich mir ab jetzt die Unterstützung mit der geringsten Stufe. Das ist auch notwendig, denn es wird jetzt immer heißer und die Steigungen (wenn auch nur kurz) werden langsam mehr.
In Frankenmarkt verlasse ich den Römerweg und muss mich ab jetzt auf meine eigenen Navigationskünste verlassen. Die Route habe ich mir zwar schon vorher auf der Karte angesehen. In der Natur sieht es aber dann manchmal doch etwas anders aus. Im Großen und Ganzen komme ich aber ohne Umwege meinem Ziel langsam näher.
Die jetzt vermehrt vorhandenen Steigungen bewältige ich relativ locker mit etwas mehr Schub. Die Straßen sind jetzt auch kurvenreicher als gedacht. So rasch komme ich jetzt nicht mehr vorwärts. Und natürlich macht sich jetzt auch die Müdigkeit bemerkbar.
Aber langsam wird mir die Gegend wieder vertrauter. Hier bin ich teilweise schon am Rupertiweg gewandert. Und dann komme ich nach Haigermoos und sehe an der einzigen Kreuzung das erlösende Hinweisschild: Ernsting 3 km. Und es geht jetzt auch noch leicht bergab. Mit Genuß radle ich die letzten Kilometer meinen Ziel entgegen. Nach 153 km stelle ich das Rad mit halbvollem Akku ab.