Finale / 30.12.2024

Für die letzte Tour des Jahres haben wir uns die Kremsmauer ausgesucht. Der südseitiger Aufstieg von Steyrling verspricht viel Sonne und wenig Schnee. Daher sind wir etwas überrascht, als wir auf der Forststraße zur Kaltau eine Schispur sehen. Im schattigen Graben hält sich anscheinend doch länger der Schnee und wir kommen nur langsam vorwärts.

Mit zunehmender Höhe ändert sich aber das Bild. Der Weg ist stellenweise trocken und aper wie im Herbst. Erst weiter oben treffen wir wieder auf mehr Schnee, besonders schattseitig im felsigen Gelände. Hier bietet aber ein Stahlseil ausreichend Sicherheit und Halt.

Nach drei Stunden erreichen wir den Gipfel, besser gesagt die Pyramide auf 1599 m Höhe. Hier empfängt uns ein kalter Wind, nicht besonders einladend für eine längere Pause. Mit der Daunenjacke lässt es sich aber gut aushalte.

Beim Abstieg ist noch einmal Konzentration gefragt, zumal an manchen Stellen glatte Steine unter der dünnen Schneedecke lauern. Auf so einen sprichwörtlich "Guten Rutsch" können wir gerne verzichten, auch wenn der Jahreswechsel kurz bevor steht.

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Almwanderung / 28.12.2024

In der Annahme, dass der Winter noch nicht so richtig begonnen hat, fahre ich mit normaler Wanderausrüstung nach Ardning. Gleich beim Aussteigen aus dem Zug werde ich aber eines Besseren belehrt. Hier liegt bereits bei der Bahnstation etwas Schnee und nur 20 Minuten später gehe ich auf der geräumten Straße zur Ardningalm.

Auf der sonnigen Hüttenbank gönne ich mir einen Vormittagskaffee und gehe dann in Richtung Rossfeldboden weiter. Die Hüttenwirtin hat zwar gemeint, dass ich es ohne Schneeschuhe kaum schaffen werde, ich versuche es aber trotzdem.

Der anfangs noch ausgetretene Weg endet aber bald und geht in eine Schispur über. Ich sinke jetzt immer tiefer ein was Zeit und Kraft kostet. Oberhalb der Igelsfeldalm beende ich das sinnlose Unterfangen und kehre um.

Als Ersatzziel wähle ich Warteckalm, die zwei wesentliche Vorteile bietet. Erstens ist der Weg dorthin ausgetreten, und zweitens liegt sie in der Sonne. Trotzdem ist besonders das letzte Stück bis zu den Hütten sehr mühsam.

Nach einer langen Rast gehe ich zur Bahnstation Ardning zurück.

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Cruz del Siglo / 3.12.2024

Endlich habe ich ein brauchbares Verzeichnis der Wanderrouten auf Gran Canaria gefunden. Manche der Wege habe ich in den letzten Jahren teilweise begangen. Neben den überlaufenen Touren (z.B. zum Roque Nublo) gibt es aber auch etwas ruhigere Touren. Eine davon führt von Aguimes nach San Bartholomé, es ist der S40. Im April 2023 bin ich bis Temisas gewandert. Heute steht der zweite Teil am Programm, allerdings in entgegengesetzter Richtung.

Ich beginne in San Bartholomé. Schon die Anreise mit dem Linienbus auf der kurvigen Bergstraße ist ein Erlebnis. Wer allerdings mit den gelegentlichen Tiefblicken über die Leitplanken wenig Freude hat, sollte im Bus keinen Fensterplatz wählen.

Nach einem schnellen Espresso beginne ich die Wanderung. Bald habe ich das Ortsende erreicht und folge nun ein Stück der asphaltierten Straße nach Rosiana. Nach 20 Minuten biege ich in einer Linkskurve auf einen Wanderweg ab. Ungewohnt ist hier der Anblick auf die vielen Palmen sowie das Fehlen einer wie bei uns in den Bergen regelmäßigen Markierung.

Und prompt übersehe ich in Rosiana Alta eine Abzweigung. Erst zwei Kilometer später in Santa Lucía treffe ich wieder auf einen Wegweiser. Ich mache eine kurze Pause und gehe nach El Valle weiter, ein sehenswerter kleiner Ort, der vom Tourismus anscheinend bisher verschont oder übersehen wurde.

Nach den letzten Häusern gehe ich noch ein Stück auf einer Schotterstraße, dann beginnt der kurze Aufstieg zum 964 m hohen Cruz del Siglo. Auf dem schön angelegten Steig überwinde ich in einigen Serpentinen die Steilstufe ohne Probleme. Von unten hat das nicht so einfach ausgesehen.

Am felsigen Gipfel steht ein etwas überdimensioniertes Kreuz mit LED-Lämpchen. Ist das schon die Weihnachtsbeleuchtung? Jedenfalls ist die Aussicht für diesen relativ niedrigen Berg überraschend gut. Damit habe ich nicht gerechnet. Nach einer kurzen Pause an windgeschützter Stelle setze ich die Wanderung fort.

Der folgende Abschnitt führt über eine baumlose, dem Wind sehr ausgesetzte hochplateauähnliche Fläche. Hin und wieder zeugen alte Steinmauern von einer früheren Nutzung. Heute ist davon aber nichts mehr zu sehen. Dann geht es bergab zum kleinen Ort Temisas, wo ich die Wanderung nach 12 km bei der Bushaltestelle beende.

Fazit: den S40 könnte man auch an einem Tag begehen, sofern man den Frühbus nach San Bartholomé nimmt. Von Aguimes fahren im Gegensatz zu Temisas (letzter Bus um etwa 15 Uhr) auch später noch Busse an die Küste.

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Erlakogel / 16.11.2024

Da sich die Variante "Bahn & Rad" zuletzt so gut bewährt hat, starte ich heute einen weiteren Versuch. Diesmal soll es der Erlakogel sein.

Von der Bahnstation Ebensee Landungsplatz kann ich den Gipfel bereits sehen. Während dieser schon von der Sonne angestrahlt wird, radle ich im Schatten los. Im Ortsteil Rindbach mache ich einen kurzen Abstecher zum See. Wo sich im Sommer die Surfer tummeln, ist es jetzt frostig und ungemütlich. Ich mache einige Fotos und radle weiter.

Bald komme ich zum Ende der asphaltierten Straße. Nun beginnt die lange Auffahrt zur Spitzlsteinalm. Mäßig ansteigend radle ich im schattigen Tal kilometerlang dahin. Ich habe den Eindruck, dass ich mich immer mehr von meinem Ziel entferne, aber die Straße macht tatsächlich eine sehr weite Schleife um den Höhenunterschied zu überwinden.

Nach zwei Stunden stelle ich das Rad oberhalb der Spitzlsteinalm ab und gehe zu Fuß weiter. Vor mir kann ich das Gipfelkreuz schon sehen, aber der Schein trügt. Es sind noch 400 hm zu überwinden ehe ich am Erlakogel stehe.

Es ist angenehm warm, sofern man Mitte November von Wärme sprechen kann. Immerhin liegt schattseitig schon etwas Schnee. Und auch die Fernsicht ist heute ausgezeichnet, allerdings in nördlicher Richtung nur bis Gmunden. Denn dort beginnt eine dicke Nebeldecke, die bis in den Zentralraum reicht.

Da ich den Zug kurz nach drei Uhr erreichen möchte, beginne ich zeitgerecht mit dem Abstieg zum Raddepot. Jetzt liegt eine lange Abfahrt vor mir, die nur durch eine kurze Gegensteigung unterbrochen wird. Bis zur Abzweigung Rindbachklause fahre ich in der Nachmittagssonne, aber dann im engen Tal ist es sofort kalt, so richtig kalt. Mit vier Bekleidungsschichten lässt es sich aber aushalten.

Kurz nach 15 Uhr steige ich bei der Bahnstation vom Rad und 10 Minuten später sitze ich im gut geheizten Zug und kann meine Finger wieder aufwärmen.

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Eine neue Variante / 9.11.2024

Der Gr. Größtenberg liegt ja wirklich etwas abgelegen. Besonders die lange Autofahrt in den Bodinggraben hat mich immer wieder gestört. Bei meiner letzten Wanderung ist mir dann der neue Radabstellplatz beim Steyrsteg aufgefallen. Anreise mit Bahn und Rad, so könnte es auch gehen.

Ich starte wieder in Roßleithen und radle vorerst in Richtung Rosenau. Bald komme ich zur Abzweigung zum Wurbauerkogel. Ab hier geht es etwa 5 Kilometer nur bergauf, anfangs noch auf einer Asphaltstraße, später auf einer teilweise sehr steilen und schmalen Schotterstraße bis zum Haslersgatter. Zum Glück kommt mir niemand entgegen.

Kurze Pause, dann radle ich vorsichtig zum Haslersgatter hinunter, stelle das Rad dort ab und beginne die Wanderung. Bis zur Weingartalm gehe ich auf der Forststraße. Theoretisch könnte man sogar bis hierher fahren, praktisch besteht aber ein Fahrverbot.

Ab der Alm folge ich dem Wanderweg zum Halterhüttental. Dort wird es kurz flacher, dann schlängelt sich der frisch ausgeschnittene Steig zum weiten Latschengipfel des Gr. Größtenberges hinauf. Pünktlich zum Mittagessen bin ich oben.

Länger als beabsichtigt sitze ich in der Sonne, dann steige ich wieder ab. Den ursprünglich geplanten Abstecher zum Kl. Größtenberg muss ich wohl verschieben. Dafür mache ich bei der Weingartalm eine lange Rast auf der windgeschützten Hüttenbank, ehe ich den letzten Fußweg zum Steyrsteg antrete.

Dank E-Bike bewältige ich die 200 hm bis zum Haslersgatter ohne Anstrengung. Das folgende Bergabstück verlangt noch einmal die volle Konzentration und dosiertes Bremsen. Ab Mutling habe ich wieder Asphalt unter den Rädern.

Mit ausreichend Zeitreserve komme ich zur Bahnstation Roßleithen. Es dämmert schon, als der Zug einfährt und ich bin froh, jetzt nicht im Auto die Heimfahrt antreten zu müssen.

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Schüttkogel /7.11.2024

Diesen Berg habe ich bisher nur im Winter bestiegen. Also Zeit, auch einmal eine Sommerbesteigung zu unternehmen, auch wenn diese in der Herbst fällt.

Wir parken in der Nähe vom Gehöft Großbichler, was nur um diese Jahreszeit möglich ist. Im Winter sollte man sich die steile Auffahrt mangels Parkmöglichkeit besser sparen.

Zum Aufwärmen folgen wir anfangs einer Forststraße, die beim Horningbach so richtig steil und rutschig wird. Weiter oben ist es aber besser. Wir überqueren die weite Horningalm und zweigen dann nach Süden in ein weites Kar ab. Nach einer kurzen Pause folgt ein kurzer, steiler Aufstieg zum Grießkegerl.

Der weitere Wegverlauf ist nun gut zu überblicken. Auf dem breiten Rücken, der nur an wenigen Stellen etwas luftig ist, steigen wir zum Schüttkogel auf. Der Gipfel ist dann ganz nach meinem Geschmack. Flach, viel Platz und eine wunderbare Aussicht nach allen Richtungen.

Bereits beim Aufstieg haben wir uns überlegt, ob eine Überschreitung in Richtung Horninger Zinken möglich ist. Und zeitgleich mit uns kommt ein Einheimischer (?) genau aus dieser Richtung. Er bestätigt uns, dass der Übergang dorthin machbar ist. Wir wollen es also versuchen, zumal uns ein vorzeitiger Abstieg beim Horninger Sattel immer noch offen steht.

Kurzer Abstieg in den besagten Sattel, dann steil aufwärts zu einer namenlosen Erhebung. Oben dann die Ernüchterung. Der weitere Verlauf des Steiges ist nicht ganz einsehbar. Jedenfalls wäre hier eine kurze Steilstufe im Abstieg zu überwinden, was uns aber zu unsicher erscheint. Wir drehen daher um und steigen beim Horninger Sattel weglos in das Kar ab, wo wir wieder auf den markierten Wanderweg treffen.

Mittlerweile liegt die Horningalm im Schatten, es wird also nichts mit einer kurzen Pause in der Sonne. Die holen wir aber weiter unter bei der letzten Alm nach.

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Über dem Nebel / 4.11.2024

Da die Bahnverbindung ins Kremstal wieder aufrecht ist, hole ich heute die geplante Tour von letzter Woche nach. Beim Start in Roßleithen ist es nebelig und kalt. Ich bin aber optimistisch, dass ich bald in der Sonne radeln kann. Und so ist es auch. Kurz nach Windischgarsten lichtet sich der Nebel. Dafür ist es noch kalt, man könnte auch sagen frostig.

Die Auffahrt zum Hengstpass ist um diese Jahreszeit eine ruhige Angelegenheit. Fünf Autos haben mich auf 11 km überholt. Kurz unterhalb der Passhöhe biege ich auf die Mountainbikeroute zur Dörflmoaralm ab, wo ich das Rad für die nächsten Stunden abstelle.

Mein erstes Zwischenziel ist der Wasserklotz, den ich vor fast 32 Jahren zum ersten Mal bestiegen habe. Nachher finde ich nur drei Besteigungen in meinen Aufzeichnungen, alle bei Schnee. Ich bin daher schon gespannt, wie der Sommerweg aussieht.

Beim Ahornsattel zweigt der Weg ab. Teilweise etwas steiler komme ich rasch höher und erreiche nach einer guten Stunde von der Nordseite den Gipfel. Die Aussicht ist tatsächlich - wie in allen Beschreibungen erwähnt - vom Feinsten. In der warmen Herbstsonne genieße ich die Rast, dann steige ich westseitig ab.

Der Weg führt nun am breiten Rücken bis zu einer Abzweigung, wo es rechts zum Ahornsattel hinunter geht. Ich gehe aber geradeaus auf einem gut erkennbaren Steig bis zum Astein weiter. Der kleine Felsengipfel bietet ebenfalls eine schöne Aussicht, zum längeren Rasten ist er aber weniger geeignet. Das habe ich aber auch gar nicht vor.

Anschließend gehe ich wieder zur Abzweigung zurück und steige über den Ahornsattel zur Alm ab. Von dort in schöner Fahrt zum Haslersgatter und mit einem freiwilligen Umweg durch das Salzatal zum Ausgangspunkt zurück.

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Notlösung / 30.10.2024

Ein kurzfristiger Zugausfall wegen Bauarbeiten zwingt mich innerhalb weniger Minuten ein Ersatzziel zu suchen. Da ich das Rad mithabe, scheidet ein Schienenersatzverkehr aus. Spontan entscheide ich mich für den Almkogel im Hintergebirge. Die gemütliche Fahrt entlang der Enns gefällt mir immer wieder, Pendler werden das aber wahrscheinlich anders sehen.

In Großraming steige ich aus dem Zug und beginne mit der Radfahrt zur Ennser Hütte. Nach einem kurzen Flachstück geht es lange bergauf, konkret sind es 9 km bis zur Hütte. Hier versperre ich mein Rad und steige zum Almkogel auf, den ich 40 Minuten später erreiche.

Da ich genug Zeit habe, setze ich meine Wanderung zum nächsten Gipfel fort. Zuerst geht es wieder einige Meter bergab und anschließend über weites Almgelände zum Wieser. Zu meiner Überraschung wurde hier 2023 ein zweites Kreuz errichtet, das nach meiner Einschätzung geringfügig tiefer steht. Das alte, windschiefe Kreuz wurde belassen. So hat der Wieser jetzt zwei Kreuze.

Nach einer ausgiebigen Rast gehe ich wieder zur Ennser Hütte zurück. Bei Kaffee und Kuchen genieße ich auf der Hüttenbank die Nachmittagssonne. Gestärkt rolle ich ich dann nach Großraming hinunter, wobei die größte Herausforderung das dosierte Bremsen ist.

Um die Wartezeit auf den Zug zu verkürzen, radle ich noch bis zur nächsten Station nach Reichraming, wo ich die Tour beende.

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Gr. Größtenberg / 25.10.2024


Heute nehme ich eine etwas längere Autofahrt in Kauf. Der Ausgangspunkt meiner Wanderung liegt nämlich beim letzten Parkplatz im Bodinggraben, sozusagen in der Einschicht. Aber vielleicht lässt sich das irgendwie optimieren, aber dazu habe ich momentan noch keine Idee.

Die ersten Kilometer durch das Schneetal sind nicht besonders spannend und zusätzlich dringt um diese Jahreszeit kein Sonnenstrahl in das enge Tal. Dafür herrscht hier ein wohltuende Ruhe.

Dann komme ich zum Steyrsteg und sehe dort zu meiner Überraschung einen großen Radständer, einen sogenannten Anlehnparker, der so gar nicht in die Gegend passt. Aber die Idee ist gut und schon habe ich eine alternative Anreisemöglichkeit im Kopf. Auffahrt von Windischgarsten zum Haslersgatter und weiter zum Steyrsteg. Das sollte sich mit dem E-Bike locker ausgehen.

Nach zwei Stunden mache ich die erste Rast bei der Weingartalm. Die Stille wird nur von drei Eurofighter gestört, die einige Runden am blauen Himmel ziehen. Ich hoffe, dass ihnen bald das Kerosin ausgeht.

Hinter der renovierten Jagdhütte der Bundesforste (früher vermutlich eine Almhütte) biege ich auf den markierten Steig zum Halterhüttental ab. Die Gehzeit bis zum Gipfel wird mit 1:50 Stunden angegeben. Das kommt mir für 600 hm zwar etwas lange vor, aber schließlich halte ich die Zeit ein. Nach vier Stunden stehe ich am höchsten Punkt in einem Latschenmeer. Abstürzen ist hier nicht möglich.

Heute bleibe ich lange am Gipfel sitzen, denn solche warme, fast windstille Herbsttag dazu noch mit guter Fernsicht werden heuer nicht mehr so oft vorkommen.

Für den Abstieg nehme ich wieder den Aufstiegsweg. Die weglose Variante durch das Ahorntal, die ich vor einigen Jahren einmal gegangen bin, ist heute keine Option. Schon damals war die Wegsuche mühsam und das wird sich kaum geändert haben. In 2¾ Stunden bin ich wieder beim Ausgangspunkt.

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Tamberg / 22.10.2024


Heute beginne ich die Wanderung bei der Filzmoserkapelle. Bereits nach wenigen Metern bleibe ich stehen um ein erstes Foto zu machen. Der Blick ins Stodertal und zu den dahinter aufragenden Gipfeln des Toten Gebirges ist heute besonders schön.

Bis zum Gipfel sind es etwa 700 hm, also gerade passend für eine Halbtagestour, denn für den Nachmittag ist eine Wetteränderung vorhergesagt. Die Vorboten sind rasch aufziehende Wolken, die aber wie von einer Glaswand aufgehalten vor dem Tamberg halt machen. 

Nach einer längeren Gipfelrast beginne ich den Abstieg. Zuerst gehe ein kurzes Stück am Aufstiegsweg, dann lange auf einer Forststraße und anschließend wieder lange auf einer asphaltierten Nebenstraße bis zur Haltestelle bei der Sagmeisterbrücke. So kommen einige Kilometer zusammen. Das nächste Mal werde ich eine andere Variante wählen.

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Wegsuche / 19.10.2024

Das Gebiet zwischen Almsee und Offensee gehört zu den weißen Flecken auf meiner Wanderkarte. Das liegt vermutlich daran, dass es hier kaum markierte Wege gibt. Einer dieser ist der 430er, der vom Jagersimmerl nach Ebensee führt. Und da gibt es auch noch den Steinberg, mit 1.458 m einer der höheren Gipfel in der Region. Der unmarkierte Zustieg vom Grünangerl über die Steinbergalm dürfte zwar lang, aber relativ einfach sein, sofern man den dürftigen Beschreibungen im Internet trauen kann.

Aber es kommt dann doch alles ganz anders. Der Weg 430 ist gesperrt. Es bleibt mir also nichts anderes übrig den zwar kürzeren, aber teilweise weglosen Zustieg über die verfallene Weiße-Mauer-Hütte zu versuchen (einen GPX-Track habe ich mir vorsorglich gespeichert).

Nach etwa 5 km (davon vier auf einer Forststraße) biege ich auf einen schwach erkennbaren Steig ab. Nach 1¾ Stunden tauchen im dichten Wald die Überreste der ehemaligen Jagdhütte vor mir auf. Ich mache einige Fotos und setzte dann den Aufstieg fort.

Eine Markierung kann ich hier nicht finden. Der anfangs dichte Wald wird weiter oben etwas lichter was mir die Orientierung erleichtert. Und zu meiner Überraschung treffe ich hier auf ein Steinmarkierung. Es ist die einzige bis zum Gipfel.

Die Aufstiegszeit ist mit 3½ Stunden nicht rekordverdächtig. Aber die Wegsuche kostet eben Zeit. Beeindruckend ist das große Gipfelkreuz, das ein wenig an das vom Kl. Sonnstein erinnert.

Beim Abstieg verzichte ich auf Experimente und folge meist dem Aufstiegsweg.

Abschließend noch ein Hinweis: diese Wanderung führt teilweise weglos und ohne Markierung auf den Steinberg. Ein guter Orientierungssinn, Trittsicherheit und ein GPS-Gerät (mit digitaler Karte) sind von Vorteil.

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Auf der Sonnenseite / 17.10.2024

Heute herrschen wieder die richtigen Bedingungen für eine herbstliche Ausfahrt nach Passau. Kein Nebel und leichter Ostwind, dazu noch viel Sonne von früh bis spät.

Auf Grund der um diese Jahreszeit bereits tief stehenden Sonne ist der südliche Donauradweg schon oft im Schatten. Daher radle ich heute großteils nördlich der Donau.

Für die Kaffeepause bietet sich diesmal das "Haus am Strom" in Jochenstein an. Die Käsesahnetorte schmeckt vorzüglich und gibt mir die notwendige Energie für die verbleibenden Kilometer bis nach Passau.

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1000-Eimer-Berg / 12.10.2024

Mit 316 m Höhe ist die Bezeichnung "Berg" leicht übertrieben. Aber wenn es nach der Aussicht geht, steht er wesentlich höheren Gipfeln um nichts nach.

Im Zuge des jährlichen Ausfluges des Alpenvereins Leonding gelingt mir die Erstbesteigung ohne Probleme. Bei optimalen Bedingungen schafft die gesamte Gruppe auch noch die Runde durch die Weingärten samt Minikreuzfahrt ans südliche Donauufer zum Heurigen.

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Buchsteinblick / 6.10.2024

Gerade ist der letzte Schnee geschmolzen, da kommt schon wieder Nachschub. Diesmal liegt die Schneefallgrenze aber weiter oben, was mir die Tourenauswahl etwas erleichtert.

Beim Start in Ardning ist es ziemlich frisch aber sonnig. Zwar versteckt sich die Sonne manchmal hinter Nebelschwaden, was mich aber zumindest im Tal nicht stört.

Beim Buchauer Sattel biege ich auf die Forststraße zur Grabneralm ab und verschwinde bald im Hochnebel. Die vor mir liegende 5 km lange Schotterstraße ist gut zu befahren und nirgends besonders steil.

Oben angekommen stelle ich das Rad ab, fixiere das Rückenteil auf eine der beiden Packtaschen und gehe los. Und zu meiner Freude erreiche ich bald die Nebelobergrenze. Jetzt ist der Blick auf die Gesäuseberge frei, was für ein toller Ausblick.

Kurz unterhalb vom Gipfel wird es etwas winterlich. Der Neuschnee bereitet mir aber keine Probleme und am Grabnerstein ist es aper. Trotz des eisigen Windes bleibe ich lange am Gipfel und betrachte die umliegenden Berge. Den Aufstieg zum Mittagskogel (Tour vom Vorjahr) würde ich bei den aktuellen Bedingungen aber nicht riskieren.

Wärmer und fast windstill ist es eine Stunde später beim Grabneralmhaus. Ich genieße die heiße Kaspressknödelsuppe, eine vorzügliche Schokoschnitte mit Kaffee und den herrlichen Ausblick zum Gr. Buchstein. Den werde ich bei der Abfahrt zum Buchauer Sattel noch mehrmals sehen.

Für die anschließende Rückfahrt nach Ardning nehme ich wieder den Ennsradweg. Abseits der Hauptstraße radle ich ohne Eile zur Bahnstation, von wo mich der REX pünktlich nach Linz bringt. Auf den Hauptstrecken sieht es derzeit aber anders aus.

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Schnee von gestern / 23.9.2024

Lange kann sich der Schnee im September nicht halten. Nur weiter oben, so ab etwa 1500 Meter können die im Schatten liegenden Schneefelder das Gehen erschweren. So weit komme ich bei meiner heutigen Tour aber ohnehin nicht hinauf.

Ich beginne wieder einmal bei der Bahnstation in Ardning. Es ist ziemlich frisch und der Morgennebel beginnt sich gerade zu lichten. Mit der kurzen Hose bin ich momentan etwas luftig bekleidet, aber nach ¼ Stunde gehe ich bereits in der Sonne. Jetzt passt das Outfit wieder.

Mein erstes Ziel ist die Bacheralm. Auf der sonnigen Hüttenbank lässt es sich herrlich rasten, kein Wunder bei dieser Lage und Aussicht. Nach einer Stunde breche ich wieder auf.

Am nun folgenden Aufstieg zum Pyhrgasgatterl treffe ich auf einige Schneeflecken, die ich aber leicht umgehen kann. Der weitere Weg zum Lugsattel ist dann vollkommen schneefrei. Ich mache noch einen kurzen Abstecher zum Lugkogel, damit ich zumindest einen Gipfel als erreicht vermerken kann.

Letzte Rast bei der Hofalm. In Ruhe genieße ich die wunderbare Aussicht bei einem kühlen Erfrischungsgetränk. 1½ Stunden später besteige ich den Zug, schließe die Augen und lasse mich im Halbschlaf nach Linz bringen.

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Römerradweg / 21.9.2024

Mit einer Länge von 242 km führt dieser Radweg von Passau nach Enns. In welche Richtung man fährt, ist auf Grund der guten Beschilderung egal. Daher richte ich mich nach dem Wind, und der weht heute aus östlicher Richtung. Nach dem Motto "alle Wege führen nach Rom" befahre ich die Etappe von Vöcklamarkt nach Traun daher in entgegengesetzter Richtung.

Den überwiegenden Teil der Strecke kenne ich schon von vergangenen Ausfahrten. Trotzdem gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Wels. Die Modellbahnanlage des Polizeisportvereins habe ich schon oft bewundert, aber noch nie in Betrieb gesehen. Doch heute herrscht hier reges Treiben, nicht nur auf den Schienen. Auch ferngesteuerte Lastautos werden hier mit einer verblüffenden Präzision bewegt.

Lambach. Auf Grund der letzten starken Regenfälle wird beim Kraftwerk gerade viel Wasser abgelassen und stürzt tosend über die Staumauer. Hier kann ich die immense Kraft des Wassers hautnah erleben.

Schwanenstadt. Der an der Ager verlaufende Radweg bringt mich direkt zu einem Stöbelturnier. So etwas habe ich auch noch nie gesehen. Mein wird es aber nicht werden.

Am Nachmittag komme ich nach Vöcklamarkt. Da ich noch etwas Zeit bis zur Abfahrt des Zuges habe, drehe ich eine Runde durch den Ort. Viel ist hier nicht los und das vermutlich einzige Cafe sperrt erst später auf. Aber da sitze ich schon im Zug nach Linz. 

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Nach dem Regen / 19.9.2024

Die Unwetter der letzten Tage haben nicht nur Überschwemmungen, sondern auch viel Neuschnee im Gebirge gebracht. Da ich mich für eine Winterwanderung nicht motivieren kann, steige ich lieber auf mein Rad und radle "zur Abwechslung" wieder einmal nach Passau. Hochwasserbedingte Sperren sind zwar nicht ganz auszuschließen, aber Ausweichmöglichkeiten gibt es ja genug.

Heute bleibe ich ausschließlich südlich der Donau, komme an drei Kraftwerken vorbei und erreiche nach 95 km Fahrt ohne Probleme mein Ziel.

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Vor dem Wetterumschwung / 11.9.2024


Nur noch bis zum frühen Nachmittag sollte das Wetter stabil und sonnig bleiben. Da bietet sich die Überschreitung der beiden Sonnsteine geradezu an. Auch die gute Zugverbindung spricht dafür.

Beim Aussteigen in Ebensee (Station Landungsplatz) kann ich bereits den Sonnstein sehen. 1½ Stunden später mache ich die erste Pause zwischen Kreuz, Absperrbändern und Baustellentafel. Hier wird für das neue Speicherkraftwerk gearbeitet, was man kaum sehen dafür manchmal hören kann.

Der Abstieg am kurzen "Klettersteig" und anschließende Übergang zum Kleinen Sonnstein ist stellenweise rutschig. Hier sind die Stöcke ganz nützlich und ich erspare mir den einen oder anderen Ausrutscher.

Obwohl der Kl. Sonnstein nur 923 m hoch ist, kann er mit einer hervorragenden Aussicht aufwarten. Und die genieße ich noch einmal in vollen Zügen.

Apropos Züge: bei der kleinen Bahnstation Traunkirchen Ort halten nicht alle Züge. Aber heute geht es sich mit dem Abstieg dorthin ganz locker aus. Und der Zug ist auch nicht voll.

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Abkühlung / 29.8.2024

Das Wetter ist nach wie vor hochsommerlich. Da es auch im Gebirge ungewöhnlich warm ist, verzichte ich auf eine Wanderung und suche mir eine andere Abkühlung. Am besten erscheint mir dafür ein Bad in einem kalten Fluss zu sein.

Vor zwei Jahren habe ich einen schönen Badeplatz an der Alm entdeckt, den ich heute wieder besuche möchte. Für die Radfahrt dorthin wähle ich diesmal aber eine etwas andere Route, und zwar die Variante über Vorchdorf und Bad Wimsbach-Neydharting.

Bis Lambach radle ich auf der mir vertrauten Strecke. Dort überquere ich die Traun und suche einen normalerweise gut sichtbaren Wegweiser, leider vergeblich. Erst im Nachhinein lese ich in Internet, dass derzeit noch keine Beschilderung von Lambach bis Einsiedling existiert. Da ich auch keinen GPS-Track habe, nehme ich einfach den kürzesten Weg, der sich aber nicht immer als optimal herausstellt. Manchmal ist ein kleiner Umweg auf Nebenstraßen die bessere Wahl.

Nach gut 80 anstrengenden Kilometer komme ich zum Badeplatz bei der Viktoriahütte (Redtenbachersche Industriesiedlung). Die Alm ist dort tief genug, dass ich sogar etwas schwimmen kann. Bei 16° eine erfrischendes Vergnügen.

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Großer Welt-Raum-Weg / 24.8.2024

Kurz vor 1 Uhr wache ich auf. Es ist vollkommen still und ungewöhnlich hell. Erst jetzt wird mir klar, dass der Mond die Landschaft schwach beleuchtet. Von der Milchstraße ist leider nichts zu sehen, dafür kann ich einige Sternbilder deutlich erkennen. Hin und wieder zieht ein blinkender Satellit seine Bahn um die Erde.

Vier Stunden später beginnt es zu dämmern. Anfangs nur schemenhaft heben sich im Osten die dunklen Gipfel vom Himmel ab. Es ist sehr windig, was mir aber nicht auffällt. Erst Tage später beim Betrachten der Videoaufnahmen höre ich das Pfeifen des Windes.

Um 6:27 taucht die Sonne hinter der Spitzmauer auf. Ich betrachte dieses wunderbare Naturschauspiel mit einer Tasse lauwarmen Pulverkaffee in der Hand. Dann packe ich meine wenigen Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zum Wildgößl.

Am Gipfel ist es windig und ich halte mich hier nur kurz auf. Ich steige in Richtung Wieslacke ab, übersehe eine Abzweigung und folge einer Steigspur, die im steilen Gelände endet. Ausrutschen wäre hier nicht günstig, also bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder aufzusteigen und die Abzweigung zu suchen. Kurz vorm Gipfel werde ich dann fündig.

Mit einer halben Stunde Zeitverlust erreiche ich die Wieslacke. Hier treffe ich auf einen Wegweiser mit der Aufschrift "Großer Welt-Raum-Weg". Klingt interessant, allerdings muss man um dieses Kunstprojekt zu verstehen bzw. zu hören, vorher die dazu passenden Audiodateien auf das Mobiltelefon laden

Nach einem kurzen Gegenanstieg komme ich zum Abblasbühel. Etwas unterhalb befindet sich eine Quelle, aus der auch im Hochsommer kaltes, glasklares Trinkwasser sprudelt. Innerlich erfrischte gehe ich zur Elmgrube weiter.

Die äußerliche Erfrischung wartet etwas später beim Vorderen Lahngangsee auf mich. Das Wasser hat 18°, was bei der heutigen Hitze richtig angenehm ist. Die Abkühlung hält aber nur kurz an.

1¾ Stunden später springe ich in den Grundlsee, eine Wohltat nach dem schweißtreibenden Abstieg. Zehn Minuten später kommt der Bus zum Bahnhof Bad Aussee.

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Nachwort zum "Großer Welt-Raum-Weg": ein interessanten Projekt, hörenswert, aber unbedingt - so wie in der Anleitung beschrieben - Stereokopfhörer verwenden.

Sonnenuntergang am Salzofen / 23.8.2024

Im September 2003 habe ich in vier Tagen das Tote Gebirge überschritten. Der Rucksack war 15 kg schwer. Ein Mobiltelefon hat mangels Netzabdeckung noch nicht funktioniert, die Landkarte war in Papierform und zum Fotografieren hat ein 36er Film in der analogen Spiegelreflexkamera gereicht. Dass ich einmal Farbfotos in bester Qualität vom Sonnenuntergang am Salzofen verschicken kann .... damals absolut undenkbar. Aber 21 Jahre später ist das möglich.

Ich beginne meine Tour dort, wo ich 2003 aufgehört habe, in Gößl am Grundlsee. Der Rucksack wiegt 10 kg, fühlt sich aber an wie 15 kg. Langsam beginne ich den Aufstieg. Es ist sehr heiß und gedanklich bin ich schon beim Baden im Dreibrüdersee.

Die erste ausgiebige Pause mache ich bei der Gößler Alm. Hier ist es nicht mehr ganz so schwül und ich kann auf einer schattigen Hüttenbank etwas rasten. Es folgt ein kurzer, etwas steilerer Anstieg zum Aibl, ein abgelegenes Almgebiet mit einer Quelle. Mit gefüllter Wasserflasche gehe ich zum Dreibrüdersee weiter.

Dieser liegt abseits vom Hauptweg und ist in 20 Minuten zu erreichen. Der kleine Bergsee ist mit Worten kaum zu beschreiben, ein echtes Naturjuwel. Das Wasser hat fast 21°, gerade die richtige Temperatur zum Abkühlen. Ich lasse mir viel Zeit, gehe zum gegenüberliegenden Ufer und schaue beim Rückweg immer wieder zum See, bis er hinter einem Felsen verschwindet.

Im weichen Nachmittagslicht steige ich langsam zum Salzofen auf. Die Schatten werden jetzt immer länger und die harmlosen Wolken im Süden lösen sich auf. Ich "vertrödle" viel Zeit mit Videoaufnahmen, daher erreiche ich erst kurz nach 19 Uhr den Gipfel.

Ich mache mich gleich auf die Suche nach einem halbwegs ebenen, möglichst windgeschützten Platz, und werde zehn Meter unterhalb des Gipfels fündig. Jetzt steht einem entspannten Abend mit grandioser Aussicht nichts mehr entgegen.

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Triftsteig / 16.8.2024

Nach zwei Jahren Pause radle ich wieder ins Reichraminger Hintergebirge. Für die 18 km lange Fahrt von der Bahnstation bis zum Ausgangspunkt nehme ich heute mein normales "Bahnhofsrad". Der Name ist dem Umstand geschuldet, dass ich dieses etwas ältere Rad hauptsächlich für die Fahrten zum Linzer Hauptbahnhof verwende. Obwohl es dort eine Radgarage gibt, würde ich mein teures E-Bike dort nicht abstellen.

Beim Einstieg, dort wo aus dem ersten Tunnel kühle Luft strömt, verwandle ich die Packtasche in einen Rucksack und gehe los. Da ich den Steig gut kenne, verzichte ich auf eine besondere Ausrüstung. Erstbegehern würde ich aber schon zu festen Schuhen raten.

Nach 1¼ Stunden liegt der Steig hinter mir und ich gehe wieder durch insgesamt vier Tunnel zum Ausgangspunkt zurück. Dort wartet nicht nur mein Rad auf mich, sondern ein erfrischendes Bad im 16° kalten, glasklaren Wasser.

Die Rückfahrt nach Reichraming steht unter dem Motto "leichtes Ausrollen". Es geht nämlich immer leicht bergab, was den Krafteinsatz auf ein Minimum reduziert.

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Kulmspitze / 14.8.2024

Von Linz nach Oberhofen mit dem Regionalzug. Das ist Entschleunigung pur. Keine Haltestelle wird bei der zweistündigen Fahrt ausgelassen. Das hat aber den Vorteil, dass im Zug nur wenige Fahrgäste sind. Der Radtransport ist daher - im Gegensatz zur Salzkammergutstrecke - völlig problemlos.

In der noch kühlen Morgenluft radle ich von der kleinen Haltestelle nach Zell am Moos, wo ich meine Begleiterin für die heutige Radtour treffe.

Auf asphaltierten Nebenstraßen beginnen wir mit einer Bergauffahrt in Richtung Mondseeberg und biegen nach 6 km auf eine Forststraße ab. In schöner Fahrt ohne größere Steigungen geht es nun immer im Wald weiter. Die erste Trinkpause machen wir bei der kleinen Waldkapelle in Radstatt.

Unser nächstes Ziel ist die Kulmspitze, zu der wir auf einer leicht ansteigenden Stichstraße kommen. Dass sich am höchsten Punkt eine Aussichtswarte befindet, war mir bisher nicht bekannt. Ich bin von der wunderbaren Aussicht beeindruckt und nehme mir vor, bei besserer Sicht nochmals hierher zu kommen.

Ab nun geht es bergab bis Mondsee. Auf kürzestem Weg durchfahren wir den Ort und folgen dann der Zeller Ache zur Erlachmühle. Anschließend radeln wir uns auf Nebenstraßen wieder zum Ausgangspunkt der Tour. Der Irrsee verschafft uns dann die notwendige Abkühlung an diesem heißen Sommertag.

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Am R20 durch das Aschachtal / 12.8.2024


Der Wetterbericht kündigt den nächsten heißen Hochsommertag an. Da ist das Radfahren auf Grund des Fahrtwindes angenehmer als das Wandern im schattenlosen Gebirge.

Auf bekannten Wegen/Straßen radle ich zur Donau und weiter nach Wilhering. Der Verkehr ist hier weit weniger stark als auf der gegenüberliegenden Donauseite. Da lässt sich das Fehlen eines Radweges für die wenigen Kilometer einigermaßen verschmerzen. Trotzdem bin ich froh, dass ich bei der Donaufähre wieder den Radweg bis Aschach befahren kann.

Nach einer kurzen Rast verlasse ich das Donautal und folge dem gut beschilderten Aschachtalradweg. Bald liegt das weite Eferdingerbecken hinter mir und das enge Aschachtal vor mir. Hier lässt es sich angenehm radeln. Die Fahrbahn wurde neu asphaltiert und liegt großteils im Schatten.

An geeigneter Stelle lege ich eine längere Pause direkt an der hier langsam fließenden Aschach ein. Mit den Füßen im Wasser lasse ich mir die Jause schmecken. So lässt sich die Hitze gut aushalten.

Einige Kilometer später holt sie mich aber wieder ein, die Hitze. Langsam radle ich durch die jetzt offene Landschaft. Die Aschach habe ich kurz nach Waizenkirchen aus den Augen verloren. Eine Abkühlung ist also nicht mehr möglich. Die gibt es erst wieder am Endpunkt in Zell an der Pram, wo ich nach nur kurzer Wartezeit in den klimatisierten Zug nach Linz einsteige.

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Kaiserschmarrn / 7.8.2024

Es gibt wohl eine bequemere Möglichkeit zu einem köstlichen Kaiserschmarrn zu kommen. Allerdings würde mir dann der wunderbare Ausblick auf den noch vergletscherten Dachstein entgehen. Also starte ich so wie im Vorjahr am Pötschenpass die Wanderung.

Es ist schwül und ich bin etwas müde. Da muss ich heute wohl etwas langsamer gehen und öfter eine Trinkpause einlegen. Dass sich damit die Aufstiegszeit zur Sarsteinalm auf 2¾ Stunden verlängert, ist mir heute egal.

Neben dem Kaiserschmarrn hat die Alm aber noch einen weiteren Vorteil. Es gibt dort eine Quelle wo ich meinen Wasserbedarf für den langen Abstieg nach Obertraun decken kann. Bevor es bergab geht führt der Weg aber noch auf den Sarsteingipfel. Zu Recht gehört dieser zu den schönsten Aussichtsbergen im Salzkammergut.

Lange sitze ich im Gras und betrachte die umliegenden Gipfel. Fast zu lange, wie sich am Ende des Abstieges herausstellt. Nach 3¼ Stunden Gehzeit erreiche ich 3 Minuten vor Abfahrt des Zuges die Bahnstation in Obertraun.

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Schafberg / 26.7.2024

Mit dem Schafberg habe ich noch eine Rechnung offen. Im Juni 2022 bin ich fast bis zur Himmelspforte aufgestiegen, musste aber dann aus zeitlichen Gründen umdrehen. Seitdem geistert immer wieder der Plan einer Überschreitung vom Attersee zum Wolfgangsee in meinen Kopf herum. Nun ist es endlich soweit.

Mit Bahn und Bus erreiche ich bequem den Ausgangspunkt in Unterach. Nur wenige Meter nach der Haltestelle überquere ich die Seeache und biege auf den Wanderweg zur Eisenaueralm ab. Zuerst noch flach geht es bald in vielen Serpentinen immer steiler werdend zur Alm hinauf.

Die gut besuchten Hütten lasse ich links liegen. Für die erste Rast suche ich mir lieber einen schattigen Platz im Wald. Gestärkt setzt ich dann den Aufstieg zum Suissensee fort.

Ab jetzt wird der Steig anspruchsvoller. Nach einer langen Querung schlängelt sich der Felsensteig in Richtung Himmelspforte hinauf. Das letzte Stück ist etwas ausgesetzt aber mit Drahtseilen sehr gut versichert.

Ich durchschreite die Pforte und befinde mich plötzlich in einer anderen Welt. Zahlreiche Touristen bevölkern den Berg. Sie haben mehrheitlich die Bahn genommen und genießen so wie ich die herrliche Aussicht. Ich komme mit einem Araber ins Gespräch der es nicht glauben kann, dass ich zu Fuß vom Attersee aufgestiegen bin.

Der Rummel ist mir aber bald zu viel und ich mache noch einen Abstecher auf die nicht so überlaufene Spinnerin. Der ausgesetzte Gipfel ist jedoch nicht nach meinem Geschmack und ich steige wieder zu den Latschen ab, wo ich die verspätete Mittagspause nachhole.

Jetzt folgt der lange Abstieg nach St. Wolfgang. Nach dem baumfreien oberen Abschnitt führt der Weg großteils im schattigen Wald bis zur Talstation der Schafbergbahn hinunter. Und wie bestellt kommt nach drei Minuten der Bus nach Bad Ischl. Von dort geht es dann bequem mit der Bahn nach Linz zurück.

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Wer suchet der findet / 23.7.2024

Unter diesem Motto steht meine heute eher kurze Wanderung. Sie ist sowohl von der Distanz als auch von den Höhenmetern eher bescheiden. Das wiederholte Auf -u. Absteigen im steilen Wald kann aber durchaus anstrengend sein. Besonders wenn der Rucksack dabei immer schwerer wird. Der Grund dafür ist gelb und befindet sich am Waldboden.

Damit Nachahmungstäter auch noch fündig werden, habe ich die nach dem Forstgesetz 1975, § 174 Abs. 3 lit. b Z 2 erlaubte Menge von 2 kg nicht voll ausgeschöpft.

Und was hat es mit dem alte Kochtopf auf sich? Der liegt schon jahrelang neben dem unmarkierten Weg, der zur verfallenen Donnerwetterhütte führt. Wahrscheinlich hat er dort gut Dienste geleistet und vielleicht wurde damit auch eine köstliche Schwammerlsauce zubereitet.

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Wild zum See / 18.7.2024

Im Gegensatz zu Tour vom Montag sind die ebenen Abschnitte diesmal Mangelware. Lediglich die ersten 500 Meter entlang des Offensees fallen gerade noch darunter. Doch dann geht es durchgehend mehr oder weniger steil bergauf zum Gschirrsattel. Bei meiner ersten Wanderung auf das Weißhorn bin ich hier irgendwo rechts abgebogen, was sich rückblickend als falsch herausgestellt hat. Heute folge ich einem aktuellen GPS-Track, der mir punktgenau den richtigen Weg anzeigt.

Der unmarkierte Steig ist mittlerweile gut zu erkennen, vereinzelt gibt es Steinmarkierungen. Die Gegend macht einen sehr unberührten, fast wilden Eindruck und wirkt auf Grund der manchmal umherziehenden Nebelfetzen fast schon mystisch.

Ich durchsteige das wellige Kar bis zum Sattel, gehe anschließend durch eine Latschengasse und komme zu einer unscheinbaren Abzweigung. Rechts geht es steil, aber nicht ausgesetzt zum Gipfel. Die letzten Meter sind etwas mühsam. Als Belohnung gibt's eine tolle Wolkenstimmung mit Blick zum Offensee und Rinnerkogel, den ich auf Grund der herumziehenden Wolken aber nur kurz genießen kann.

Nach einer längeren Rast steige ich zur Abzweigung ab und folge den schwach ausgeprägten Spuren in Richtung Rinnerboden. Einmal erleichtert ein Seil das Überqueren einer rutschigen Felsplatte, ansonsten ist der Pfad einfach zu begehen.

Da ich auch noch den Wildensee besuchen möchte, suche ich nach einer geeigneten Möglichkeit ohne Höhenverlust dorthin zu gelangen. Tatsächlich treffe ich auf einen kaum erkennbaren Steig, dem ich folge. Allerdings verlieren sich bald die Spuren. Jetzt muss ich doch noch zum markierten Wanderweg absteigen.

Wie immer gehe ich ans südliche Ende des Sees um dort ein Foto zu machen. Heute ist vom Rinnerkogel wenig zu sehen, dafür geben die Kühe ein schönes Fotomotiv ab. In Anbetracht der skeptischen Blicke der Tiere verlege ich meinen Badeplatz besser an die Nordseite des Sees. Das Wasser hat hier 19°, für den Wildensee eine eher hohe Temperatur.

Für den Rückweg nehme ich den Wanderweg vorbei an der Rinnerhütte zum Offensee hinunter. Hier schließt sich nach 9½ Stunden (mit zwei langen Pausen) die Runde.

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Eben zum See / 15.7.2024

So wie letztes Jahr radle ich auch heuer wieder auf ein erfrischendes Bad zum Traunsee. Wobei erfrischend nicht ganz stimmt. Bei der Bräuwiese beträgt die Wassertemperatur 23° in Ufernähe. Entsprechend gut ist der öffentliche Badeplatz besucht. Für mein Rad finde ich trotzdem einen schattigen Parkplatz.

Und wie bin ich zum Traunsee gekommen? Bis Wels meist entlang der Traun, dann etwas abseits des Flusses bis Gmunden und ab dort am Radweg nach Traunkirchen. Leider muss ich hier entlang der stark befahrenen Bundesstraße fahren, zwar baulich getrennt, aber trotzdem nicht angenehm.

Von Traunkirchen bis Ebensee ist das Radeln wieder wesentlich entspannter. Besonders der kurze Abschnitt auf der alten Straße, die hier teilweise in die Felsen gesprengt wurde, gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten der Tour. Darauf müssen die motorisierten Verkehrsteilnehmer verzichten (aber wahrscheinlich wissen sie gar nicht, was ihnen entgeht).

Apropos sprengen: kurz vor meinem Ziel komme ich noch an einer Großbaustelle vorbei. Hier wird gerade ein gewaltiger Stollen für das neue Pumpspeicherkraftwerk in den Sonnstein gesprengt.

Nach etwa 100km ebener Fahrt erreiche ich das südliche Seeende. Heute bleibt mir auch noch Zeit für eine kleine Stärkung, da ich kurzerhand die Rückfahrt um eine Stunde verschiebe.

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Bergwasser / 9.7.2024


Heißes Sommerwetter mit über 30°. Da sollte bei einer Wanderung auch Wasser vorkommen, erstens zum Durstlöschen und zweites zur Abkühlung. Beides wäre natürlich optimal.

Um 9 Uhr steige ich beim Gasthaus Baumschlagerreith aus dem Bus. Vor mir liegen 1000 Höhenmeter nordseitiger Anstieg zum Salzsteigjoch. Ich beginne die Wanderung auf einer leicht ansteigenden Forststraße zur Poppenalm. Dazwischen liegt noch der Poppensand, eine Schotterwüste erster Klasse. Die wenigen Bäume spenden kaum Schatten. Warum es hier einen Weg gibt, ist mir nicht klar, zumal die Forststraße fast parallel verläuft. Der Zeitgewinn ist sehr gering.

Nach einer ersten Trinkpause gehe ich weiter. Vor mir liegt der untere Teil des Sigistales, der fast jedes von einer Lawine verwüstet wird. So auch heuer. Es sind mühsame 200 Höhenmeter, die ich hier überwinden muss.

Der folgende etwas steilere und stellenweise rutschige Abschnitt ist mit einem durchgehenden Stahlseil gut versichert. Außerdem ist es hier noch schattig, was sich aber bald ändert. Das letzte Stück bis zum Joch liegt wieder in der jetzt schon hochstehenden Mittagssonne.

Am Joch ändert sich die Landschaft. Die Felsen weichen sanften Wiesen auf denen ich leicht bergab zur Leistalm gehe. Kurz vor der Alm höre ich dann das vertraute Plätschern einer Quelle. Kristallklares Bergwasser sprudelt aus dem Inneren des Grubstein heraus, ein perfekter Durstlöscher. Zuletzt habe ich 2012 hier die Wasserflasche gefüllt.

Bald taucht der in einer Karmulde liegende Schwarzensee zwischen den Bäumen auf. Der Zugang zum flachen Ufer ist fast überall möglich. So steht einer Abkühlung im fast 20° warmen Wasser (selbst gemessen) nichts im Wege.

Erfrischt und ausgerastet steige ich zu einer kleinen Höhle am nördlichen Ufer auf, wo sich ein Geocache befindet. Nach erfolgreicher Suche und Umrundung des Sees beginne ich den langen Abstieg nach Tauplitz Ort. Die Distanz habe ich etwas unterschätzt, außerdem liegt die Bahnstation etwas außerhalb vom Ort. Aber ich habe Glück. Fast gleichzeitig mit dem Einfahren des IC erreiche ich die Station. Das war knapp.

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Von Alm zu Alm / 4.7.2024

Pünktlich fährt der IC in den Bahnhof Windischgarsten ein. Während der Zug nach Graz weiter fährt, kommt auch schon der Linienbus, der mich in 15 Minuten zum Ausgangspunkt meiner Wanderung bringt.

Ich überquere die Bundesstraße und kurz darauf die Geleise der Pyhrnbahn und biege wenig später auf einen schönen Waldweg ab. Eine Zeit lang begleitet mich noch der Lärm der nahen Autobahn, der aber irgendwann verstummt.

Die Stiftsreith ist die erste Alm, die auf meinem Weg liegt. Während die Kühe das herrliche Panorama ignorieren, mache ich einige Fotos und gehe weiter.

Nach 1,5 km komme ich zur Mausmayralm, die ich aber nur im Vorbeigehen kurz sehe. Der Grund: eine junge Kuh außerhalb der eingezäunten Weide, die mir den Zutritt zur Alm versperrt.

Da ist die Ochsenwaldalm, zu der ich wenig später komme, schon einladender. Vom Vieh ist nichts zu sehen und es gibt dort auch einen sehr schönen Rastplatz neben der Kapelle.

Als nächstes würde sich ein Besuch der Arlingalm anbieten, auf den ich aber verzichte und gleich den kürzeren Weg zur Hiaslalm einschlage. Dort halte ich aber nur kurz für ein Foto auf und gehe anschließend zum Lugsattel weiter. Hier beginnt die Hofalm, auf der sich auch die gleichnamige Hütte befindet. Bevor ich zu dieser absteige mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Lugkogel. In Anbetracht der dunklen Wolken fällt die Gipfelrast aber kurz aus.

Weiter unten bei der Hofalmhütte sieht das Wetter wieder besser aus, oder ich bilde es mir zumindest ein, sodass sich doch noch eine gemütliche Kaffeepause ausgeht. Gestärkt absolviere ich den letzten Abschnitt bis zur Bahnstation in 1¼ Stunden.

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Radeln geht immer / 29.6.2024

Schwüle Luft und brütende Hitze sind keine guten Voraussetzungen für eine Wanderung. Da ist Radfahren schon die bessere Alternative, zumal der Fahrtwind etwas kühlt. Nur Steigungen und Gegenwind sollten nicht dabei sein.

Rasch kristallisiert sich mein heutiges Ziel heraus. Es ist - wenig überraschend - wieder einmal Passau. Auf eine genaue Beschreibung der Strecke verzichte ich hier, denn es gibt nur eine erwähnenswerte Neuerung: der Übergang beim Kraftwerk Jochenstein ist nach längerer Bauzeit wieder offen. Und die Betonung liegt auf Gang. Warum ich das besonders erwähne, ist auf einem der folgenden Fotos zu sehen.

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Stau auf der Donau / 18.6.2024

Leichter Ostwind, sonnig, aber nicht heiß. Das sind gute Voraussetzungen für eine Radtour nach Passau. Nachdem sich die letzten Wolken aufgelöst haben, radle ich los.

Beim Kraftwerk Ottensheim überquere ich die Donau und sehe bald einen großen Lastkahn am Ufer vor Anker liegen. Vorerst denke ich mir noch nichts dabei. Kurz vor Aschach liegen wieder einige Schiffe verankert am Ufer und später auch im Bereich der Schlögener Schlinge. Sieht so als, als würde irgendwo ein Hindernis die Weiterfahrt verhindern.

Bei Au nehme ich die Radfähre ans nördliche Ufer. Während der kurzen Überfahrt unterhalte ich mich mit dem Kapitän, der aber auch keine Erklärung für den Stau auf der Donau hat. Es könnte aber mit Baggerarbeiten beim Kraftwerk Jochenstein zusammenhängen.

Auf einer verkehrsarmen Straße radle ich flussaufwärts weiter. Immer wieder sehe ich Schiffe am Ufer, die auf die Weiterfahrt warten. Ich erreiche die Staatsgrenze und überquere diese sozusagen im Vorbeifahren. Andere können davon nur träumen.

Dann erreiche ich das Kraftwerk Jochenstein, wo tatsächlich Baggerarbeiten im Schleusenbereich durchgeführt werden. Anscheinend können größere Schiffe mit Tiefgang hier nicht passieren.

Mittlerweile ist es sehr warm geworden und ich freue mich schon auf ein kühles Bier in Passau. Vorher muss ich aber noch die letzten Kilometer entlang der heute stark befahrenen Straße hinter mich bringen.

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Seespitz / 15.6.2024

In Anbetracht des angekündigten starken Windes entscheiden wir uns auch heute wieder für eine kurze Tour. Der Seespitz erscheint uns dafür jedenfalls gut geeignet zu sein, mit nicht einmal 800 hm ein überschaubares Unterfangen. Für den Aufstieg wählen wir den steilen Jagasteig.

Gleich nach dem Parkplatz kommen wir zu einer anscheinend neuen Hinweistafel, auf der von der Begehung des Steiges abgeraten wird. Da wir aber beide den Steig kennen, gehen wir weiter. Ziemlich steil geht es nun 700 hm zum Seespitz hinauf. Es ist kein schöner Weg auf dem wir oft in der Falllinie und selten mit Aussicht die Höhe überwinden. Auch wenn es nicht verboten ist, würde ich von einer Begehung des Steiges abraten.

Nach zwei Stunden kommen erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein den aussichtsreichen Gipfel. Aber über dem Stodertal bilden sich bereits Wolken, die rasch näher kommen. Eine Zeit beobachten wir das Schauspiel, dann steigen wir am markierten Wanderweg ab. Nur wenig später breitet sich eine geschlossenen Wolkendecke über uns aus. So schnell kann der Übergang von Sonne zu Sturm und Regen im Gebirge gehen.

Wir haben aber Glück und erreichen trocken den Ausgangspunkt beim Gleinkersee.

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Die zahme Wilde / 8.6.2024

Auf Grund der unsicheren Wetterlage - ab Mittag sind Regenschauer möglich - entscheiden wir uns für eine relativ kurze Wanderung. Unser Ziel ist der Brennert, besser bekannt als die Wilde.

Ausgangspunkt ist der gebührenpflichtige Parkplatz am Baumschlagerberg. Am Wanderweg 11 gehen wir westlich am Hutberg vorbei, dann ein kurzes Stück auf der Forststraße bis zum Anstieg zur Wildalm. Der Weg wird nun steiler und die Fliegen werden immer lästiger.

Nach der Alm nimmt die Steigung wieder etwas ab. Der unmarkierte Weg führt nun durch lichten Wald zum Latschengürtel und von dort direkt an der Geländekante zum Gipfel. Der Brennert ist ein schöner Aussichtsberg und ganz nach meinem Geschmack. Viel Platz und kein Absturzgelände, so habe ich es gern.

Über dem Warscheneck türmen sich langsam hohe Wolken auf, was wir als Zeichen für den Abstieg deuten. Beim Rückweg können wir über dem Hengstpass einen heftigen Regenschauer beobachten. Zum Glück bleiben die Regenwolken aber ganz im Süden und wir erreichen bei strahlendem Sonnenschein den Ausgangspunkt.

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Vom Schneiderberg in die Röll / 27.5.2024

Gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus - wieder einmal bin ich der einzige Fahrgast - fällt mir auf, dass der große Parkplatz beim Seehaus seit kurzem nicht nur eingezäunt, sondern auch gebührenpflichtig ist. Da werden wohl einige Autofahrer murren. Mir ist das egal und ich beginne meine Wanderung auf der nur minimal ansteigenden Forststraße, die ich nach einem Kilometer links auf einen Waldweg verlasse.

Nach diesem Abschnitt zum Aufwärmen führt der unmarkierte Steig in zahlreichen Serpentinen zur Schneiderberghütte hinauf. Anschließend nimmt die Steigung etwas ab und nach 2½ Stunden Gehzeit (ohne Pause) stehe ich beim schlichten Kreuz.

Dahinter baut sich das etwa 350 m höhere Föhrengrabeneck auf, das ich bisher nur fast bestiegen habe. Daran ändert sich vorerst auch nichts, denn ich beginne nach einer Stunde wieder mit dem Abstieg.

Zwei Stunden später bin ich in der Röll bei der Abzweigung zum Grieskarsteig. Ich halte mich hier etwas links und steige weglos bis zum Wandfuß auf. Dort treffe ich auf meterhohe Reste von Lawinen aus dem Grieskar. Manchmal entsteht hier auf Grund der Schneeschmelze ein großer Eisbogen. Der ist aber vor einigen Tagen in sich zusammengestürzt. Dafür hat sich aber eine kleine Höhle gebildet, die ebenfalls ein schönes Fotomotiv abgibt.

Im warmen Nachmittagslicht gehe ich zum Almsee zurück, während sich hinter mir langsam mächtige Wolken aufbauen. Das sind die Vorboten der angekündigten Schlechtwetterfront.

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Kaiserin Sisi's Pinkelstein / 23.5.2024

In Anbetracht der etwas unsicheren Wetterlage nehme ich mir nicht allzu viel vor. Meine Standardrunde nach Aschach sollte sich aber ausgehen. Bei Sonnenschein radle ich los. Kurz nach dem Kraftwerk Ottensheim ziehen aber bereits die ersten Wolken auf. So schnell lasse ich mich aber nicht entmutigen.

Ich werfe am Handy einen Blick auf die Webcam von der Schlögener Schlinge. Und siehe da, dort scheint die Sonne. Also steht der weiteren Fahrt in Richtung Passau nichts im Wege.

Nach dem Kraftwerk Aschach wird das Donautal schmäler. Plötzlich sehe ich aus dem Augenwinkel heraus eine kleine Tafel an einer Felswand. Ich bremse ab und schiebe einige Meter zurück. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Gedenktafel für hier verunglückte Seeleute oder Fischer, wie sie manchmal am Ufer zu finden ist. Beim Lesen des eingravierten Textes muss ich aber schmunzeln. Mit so einer "wichtigen" Information habe ich nicht gerechnet. Allerdings zweifle ich etwas an der Richtigkeit, zumal die zukünftige Kaiserin von Österreich damals nicht mit der Kutsche, sondern mit einem Dampfer nach Wien gefahren ist. Aber egal, was die Kaiserin seinerzeit angeblich erledigte hat, kann ich 170 Jahre später auch. Erleichtert radle ich weiter.

Mittlerweile haben sich die meisten Wolken aufgelöst und das Donautal präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Es ist immer wieder angenehm hier zu radeln, auch wenn ab Schlögen der Radweg meist neben der nicht stark befahrenen Bundesstraße verläuft.

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Pesenbacher Flügelaltar / 19.5.2024

Wenn man "Flügelaltar" hört, denkt man meist an den in Kefermarkt. Dass es aber auch in Pesenbach ein derartiges Kunstwerk gibt, war mir bisher nicht bekannt.

Mehr durch Zufall als geplant komme ich im Zuge meiner Radtour nach Pesenbach. Hier kann man nicht nur sehr gut essen, sondern auch die gleich neben dem Gasthaus befindliche römisch-katholische Filialkirche besuchen.

Anschließend radle ich nach Aschach weiter. Da ich heute etwas abseits der Donau zurückfahren möchte, nehme ich den Eferdinger Landlradweg R18, dem ich bis Pasching folge. Dort biege ich auf den mir bestens bekannten Bahnweg in Richtung Leonding ab.

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